Touristisch gesehen bricht in der Region kommendes Frühjahr ein neues Zeitalter an. Im April geht der Schwäbische Alb Tourismusverband (SAT) mit einem Projekt an den Start, das in dieser Größenordnung seinesgleichen sucht: Von Ulm über Göppingen, Aalen, Münsingen, Bad Urach, Metzingen bis nach Albstadt können Urlauber künftig die Alb-Card zücken.

Mit der Alb-Card gibt es freien Eintritt

Mit der Gästekarte gibt’s freien Eintritt für viele Freizeiteinrichtungen und freie Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Erst vor wenigen Tagen hat der SAT die Verträge mit den sieben Verkehrsverbünden unterzeichnet. Klar, dass sich auch die Tourismusexperten im Landkreis viel von der Alb-Card versprechen – zumal die Region zwischen Zwiefalten und Reutlingen gleich zweifach an der Spitze liegt, wie Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Tourismusgemeinschaft Mythos Schwäbische Alb, betont: „Wir haben hier enorm viele Attraktionen. Und wir bieten mit die meisten Hotels und Unterkünfte im ganzen Alb-Card-Gebiet auf.“

Mit anderen Worten: Bei den Hoteliers und Vermietern im Landkreis war die Resonanz in Sachen Gästekarte groß. Rund 35 Betriebe aus der Gegend machen mit (etwa 90 sind es bislang insgesamt), was der Mythos-Chef zum einen auf die gute Werbung des SAT zwischen Hayingen und Metzingen zurückführt. Zum anderen aber auch auf die Hoffnungen, die viele Übernachtungsanbieter mit der neuen Gästekarte verbinden. Immerhin sind die Übernachtungszahlen im Landkreis Reutlingen nach der jüngsten Rechnung vom vergangenen Frühjahr um 5,5 Prozent gestiegen. Diesen kleinen Boom gilt es laut Wolfgang Schütz zu verteidigen: „Wir wollen, dass die Zahlen weiter steigen oder zumindest konstant bleiben.“

Auch Besucher der Albthermen profitieren

Punkten werden nach Ansicht des Fachmannes auch das Ermstal und die Albgemeinden. Und das nicht nur, weil Urlauber dort künftig ohne zusätzliche Kosten touristische Leuchttürme ansteuern können. Freien Eintritt haben Feriengäste etwa in den Bad Uracher Albthermen, der Bärenhöhle in Sonnenbühl, dem Biosphärenzentrum in Münsingen oder dem Haupt- und Landesgestüt in Marbach.

Dazu kommt: „Wer in Urach Wanderurlaub macht, steigt in Zukunft kostenlos in den Bus und Zug nach Tübingen.“ So lässt sich die Ruhe der Alb ohne finanziellen Aufwand mit einem Besuch in der Stadt verbinden. Zudem sei ein Anreiz geboten, das Auto stehen zu lassen, sagt der Geschäftsführer der Tourismusgemeinschaft im Landkreis.

Ein weiteres Ziel der Alb-CardKampagne ist es, Tagesausfügler für einen mehrtägigen Urlaub in der Region zu gewinnen. Bekanntlich bleiben deutlich weniger über Nacht als in anderen Urlaubsregionen. Gerade da, etwa in der Region Oberallgäu/Kleinwalsertal, zeigen die Verantwortlichen mit der Allgäu-Walser-Card schon länger, wie sich mittels Gästekarte für eine Feriendestination trommeln lässt.

Doch obwohl die Berge auf der Alb nicht ganz so hoch sind wie im Allgäu: Die Dichte an Museen, Bädern, Burgen und Höhlen dürfte hier ähnlich groß sein wie die der herrenlosen Katzen in Rom. Ein weiterer Grund, weswegen Wolfgang Schütz überzeugt ist: „Diese Karte wird voll einschlagen und für Aufwind in der ganzen Region sorgen.“

Die Gästekarte gibt es auch als App


Die neue Alb-Card ist künftig auch als App erhältlich. Bezahlt wird die Gästekarte vor allem von den Übernachtungsbetrieben, die sie über eine Umlage finanzieren. Geld kommt außerdem vom Land und dem Tourismusverband SAT. Eine Gästekarte, die für ein so großes Gebiet Alb gilt, ist bundesweit einzigartig. Im April 2020 soll die Alb-Card eingeführt werden.

Sie ist für die Touristen kostenlos, ausgehändigt wird sie in den Übernachtungsbetrieben.