Bad Urach Die Zugabe im Kerzenschein

Eena May und Léon Rudolf studierten an der Mannheimer Popakademie und konzertieren nun als Duo „Loffey Looms“.
Eena May und Léon Rudolf studierten an der Mannheimer Popakademie und konzertieren nun als Duo „Loffey Looms“. © Foto: Privat
Bad Urach / swp 30.10.2018

Die Gäste im Bad Uracher Café La Vie brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen: Vielmehr konnten sichtbar viele Gäste die Musik von „Liffey Looms“ genießen. Schon vor dem Konzert herrschte eine erwartungsvolle, aber trotzdem sehr entspannte Vorfreude. Man isst einen Salat oder französischen Crepes und kommt erst mal zur Ruhe. Und als alle Gäste auf ihren reservierten Plätzen verteilt sind, betritt das Duo Liffey Looms aus Ulm die kleine Bühne inmitten des Publikums.

Stille ab dem ersten Akkord

Ab dem ersten Akkord herrscht Stille in den gemütlichen Räumen des kleinen Cafés in Bad Urach. Eena May und Leon Rudolf, beides Studenten der renommierten Popakademie in Mannheim, ziehen mit ihren warmen und gefühlvollen Stimmen die Zuhörer in ihren Bann. Ergänzt durch Panflöte, Glockenspiel und Mandoline. Für das Fundament der wunderschönen Lieder sorgte der E-Bass, gespielt von Eena May und die Bassdrum und die HiHat, die von Leon Rudolf zusätzlich zum Gitarrenspiel rhythmisch mit beiden Beinen gespielt wurde. Die Lieder handeln von der Liebe und dem Leben. Aber auch von den Begegnungen mit den Hurrikan-Opfern, die beide während ihrem USA Aufenthalt kennenlernen durften.

Dass es in allen Kulturen Volksmusik gibt und diese auch sehr oft Parallelen aufweisen, vermittelten die Zwei eindrucksvoll bei der Eigeninterpretation eines bayerischen Volksliedes, das sie auf ihre eigene Air-Folk mäßige Art darboten. Insgesamt erinnert Liffey Looms trotz ihres individuellen Stils an Bands wie „The Lumineers“ oder „Mumford & Sons“. Die irischen Wurzeln der Folkmusik blitzen in in ihren Eigenkompositionen immer wieder auf.

Liffey Looms sind zwar nur zu zweit, haben aber oft durch die variable Instrumentierungen und ihren mehrstimmigen Gesang einen Sound wie eine komplette Band. Mit geschlossenen Augen erkennt man kaum einen Unterschied. Die vollen Stimmen der beiden Musiker ergänzen sich perfekt und harmonieren auf höchstem Niveau. Ruhige Lieder, die zeigen, dass sich die heutige Jugend nicht nur mit neuen Medien beschäftigt, sondern sehr wohl erkannt hat, dass Mitmenschlichkeit und Achtung vor der Natur viel wichtiger sind als jederzeit „Online“ zu sein.

Natürlich durften die zwei jungen Musiker die Bühne im Café La Vie nicht ohne Zugabe verlassen. Das Abschiedslied wurde dann auch stilgerecht nur noch im Kerzenschein für das überaus aufmerksame Publikum gespielt. Ein bemerkenswerter Abend, der zeigt, dass oftmals die kleinen Konzerte viel eindrucksvoller sein können als die überladenen Großevents.

Im Dezember nochmals Alblive-Konzert in Urach

Weitere Alblive-Konzerte in der Region in diesem Herbst und Winter gibt es am Freitag, 30. November. Dann kommt Philip Bölter mit seiner Americana-Blues-Rock-Band „Cinematic“ in die Kultkneipe Rössle nach Herold­statt. Den Abschluss der Konzertreihe macht der Saxophonist Lee Mayall mit seiner „Unplugged Band“. Zu hören ist die international erfolgreiche Band am Donnerstag, 13. Dezember, im Café La Vie in Bad Urach.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel