Jetzt weiß ich, was ich mal werde“, ruft Fynn nach dem Workshop: „Programmierer!“ Die Erkenntnis kam Fynn Ende Juni, nachdem der Unterricht der Klasse 4a der Grundschule Blaubeuren mal so ganz anders als sonst verlaufen war: Zwei Schulstunden lang durften die Kinder mit Lehrerin Gisa Szangolies an einem Online-Programmierworkshop teilnehmen. Diese Gelegenheit wurde ihnen vermittelt durch die Recherche-Aktion der SÜDWEST PRESSE in Kooperation mit der IHK Ulm und durchgeführt von Peggy Reinelt von der Organisation Helliwood aus Leipzig.
Die Medienpädagogin erklärte in einer anderthalbstündigen Online-Webkonferenz die Grundzüge des Programmierens und führte die Schüler und Schülerinnen schließlich kleinschrittig in das Programm Turtle-Coder ein. Dieses Programm zeigt anhand einer Schildkröte (Englisch: turtle) wie diese mit Hilfe eines genauen Programmiercodes bewegt werden kann. So konnten die Kinder am Ende des Workshops die Schildkröte in verschiedenen Geschwindigkeiten im Sechseck laufen lassen und sogar die einzelnen Seiten farbig unterschiedlich erscheinen lassen. Sie lernten, dass man alle diese Befehle auf Englisch wissen muss, da Programmiersprachen im Allgemeinen auf Englisch verfasst sind.

Ohne Englisch geht es nicht

Zum Glück können die Kinder der vierten Klasse schon recht gut Englisch und wussten, dass „forward“ nach vorne, „back“ zurück und „turn“ drehen heißt. So konnten sie der Turtle auch mitteilen, wohin diese laufen sollte. Am Ende war allen sehr heiß: Nicht nur die heiß gearbeiteten Gehirne, sondern auch die starke Sonneneinstrahlung im kaum verdunkelbaren Computerraum trug dazu bei. Trotzdem hatten alle viel Spaß und waren mächtig stolz auf das Erreichte.
Entsprechend positiv fiel das Fazit der Schüler aus: Max etwa meinte: „Ich muss schon sagen, dieser Turtle-Coder ist voll cool und kein bisschen blöd und gar nicht langweilig! Von 0 bis 10 Sternen gebe ich 10!“ Salah sagte: „Diesen tollen Tag verdanken wir Frau Szangolies und Frau Reinert.“ Fynn: „Es war der beste Schultag den wir je hatten! Nach dem Programmieren möchte ich jetzt Programmierer werden.“ Auch Jathniel war begeistert: „Ich habe sehr viel dazugelernt. Die technischen Probleme waren schwierig, manchmal hatten wir kein Internet. Ich danke der SÜDWEST PRESSE und danke der Frau Reinelt und Frau Szangolies. Es war sehr cool.“

Kompliziert, spannend und interessant

Marvin meinte: „Ich fand es am Anfang kompliziert. Frau Reinelt hat das gut gemacht. Es war sehr spannend, weil wir sie groß an der Wand gesehen haben.“ Von Jael kam der Kommentar: „Mir hat es Spaß gemacht!“, Joa sagte: „Ich habe mich gefreut, dass wir so ein Projekt machen durften.“ Matteo fasste den besonderen Unterricht so zusammen: „Den Turtle-Coder kann man zu Hause spielen. Es hat mir Spaß gemacht, Formen zu zeichnen.“
Blanka lobte: „Es war spannend und interessant. Zu Hause habe ich es an meinem Laptop ausprobiert und ich habe geübt und was Schweres geschafft: einen Kreis! Wie man sagt: Übung macht den Meister.“ Aybüke betonte: „Ich fand es ganz cool. Manchmal war es schwer, aber dann haben wir es geschafft. Manchmal war das Internet nicht so gut. Frau Reinelt war nett und ihr Hintergrund war cool.“ Auch auf Dunja machte der Workshop einen nachhaltigen Eindruck: „Vielleicht will ich auch Programmiererin werden.“

Es hapert an der technischen Ausstattung

Alle meinten: So könnte der Unterricht immer sein! Leider ist das im Moment technisch nicht so ohne weiteres möglich, da der Grundschule zwar 15 PCs im Computerraum zur Verfügung stehen, aber nur 12 davon funktionieren, und das mit Windows 7. Die Lan-Verbindung ist so schlecht, dass Videokonferenzen mit Bildübertragung nicht möglich sind. Ein flächendeckendes Wlan gibt es an der Grundschule bisher leider immer noch nicht. So konnte der Workshop nur mit viel Privat-Equipment der Klassenlehrerin stattfinden.

Förderverein für Jugend und Sozialarbeit

Organisation Helliwood, also die Organisation, die die Referentin für den Programmier-Workshop gestellt hat, ist ein Geschäftsbereich des Fördervereins für Jugend und Sozialarbeit e.V. (fjs). Der Verein sitzt in Berlin, der Vorstandsvorsitzende heißt Wolf-Dieter Tuchel.