Theater Wain wird elektrisch

Die Theatergruppe des TSV Wain ist in Hochform bei ihrem Stück, das in den 1920er Jahren spielt.
Die Theatergruppe des TSV Wain ist in Hochform bei ihrem Stück, das in den 1920er Jahren spielt. © Foto: Dave Stonies
Wain / Dave Stonies 05.01.2018

Mal etwas anderes machen. Weg vom von 0-8-15-Schwank, der Heirat des Bauers zum Beispiel und der  Frage, wer am Ende seine Frau  wird. Regisseur Jörg Schäfer hat für die Theatergruppe des TSV Wain für die Feiertagsvorstellungen zum Jahresausklang heuer „s’Eläktrische“ von Peter Landstorfer ausgewählt.

Mit dieser Entscheidung hat Schäfer seinem Ensemble eine schwere Aufgabe aufgebrummt. Der Dreiakter beinhaltet viele Sprechszenen  für die elf Schauspieler. Dazu kommt ein aufwendiges Bühnenbild. Schon seit Anfang November steht es in der Mehrzweckhalle. „Wir wollten weg vom klassischen Klischee“, sagt Schäfer. Das Experiment ist geglückt. Schon bei der Generalprobe am zweiten Weihnachtsfeiertag zeigten die Schauspieler auf der Bühne eine reife Leistung. Mimik und Gestik stimmten und plötzliche Handlungswechsel setzten die Theaterfreunde gekonnt um. Die folgende Premiere wurde so auch viel beklatscht.

„s’Eläktrische“ spielt vor knapp 100 Jahren im Jahr 1920. Die Elektrizität war das damals die größte Neuerung  für die Menschheit. Ein Jungbauer möchte der erste im Dorf sein und den „Fortschritt“ einführen. Doch das neue Licht wird nicht von allen begeistert aufgenommen. Einige haben Angst, dass man in Zukunft Tag und Nacht arbeiten muss, weil ja mit dem Strom das Licht praktisch immer vorhanden ist. Der Maulwurfjäger, gespielt von Simon Böhringer, hingegen befürchtet, dass er in Zukunft keine Jobs mehr hat. Knecht und Magd werden nostalgisch und wünschen sich für ihre Schäferstündchen die alte Petroleumlampe.

„Alle müssen zu 100 Prozent bei der Sache sein“, sagt der Schäfer. Es wird vor der Bühne gespielt. Stromleitungen werden direkt durch den Zuschauerbereich verlegt. Kostüme, Bühnenbild und Accessoires – alles sollte so authentisch wie möglich sein.

Info Am morgigen Dreikönigstag, 6. Januar, fällt um 14 Uhr zum letzten Mal der Vorhang für „s Eläktrische“. Restkarten gibt es an der Abendkasse.

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