„Ich war mir nicht sicher, ob er sich am Ende tatsächlich darauf einlässt!“ Alfred Ritter, seines Zeichens Ehren-Hofmarschall bei der Ranzenburger Narrenzunft, freut sich riesig. Ein Minister gibt sich zur Narrenmesse am Faschingssonntag die Ehre. Das gab es in der Geschichte der Ranzenburger Narrenzunft noch nie. Ritter hat den Deal mit Guido Wolf gewissermaßen eingefädelt.

Es war zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Alt-BM Sigisbert Straub im November, als der Minister für Justiz und Europa erstmals zu Gast in der Stadt war. Nach dem Festakt mischte sich der volksnahe CDU-Politiker unters Volk, gönnte sich ein Fläschchen Bier und ratschte lange mit Bürgern. Diese Gunst nutzte der RNZ-Funktionär und sprach die Einladung aus. Und Wolf, der aus Weingarten kommt und demzufolge ein Kind der schwäbisch-alemannischen Fasnet ist, sagte im Grundsatz zu. Von Narr zu Narr gewissermaßen. Anfang des Jahres erinnerte Ritter nochmals schriftlich an die Abmachung per Handschlag und die Zusage der persönlichen Referentin kam schnell.

Die 28. Narrenmesse in Dietenheim wird also eine besondere, das weiß auch Hausherr Pfarrer Gerhard Bundschuh, der, zuletzt im Wechsel mit seinem evangelischen Kollegen Thomas Breitkreuz, stets gereimte Fasnets-Predigten vor den Narren hält.

Doch in dieser Beziehung wird der Minister dem Geistlichen wohl in nichts nachstehen. Er gilt als Meister des gereimten Worts. „Womöglich schreibt er die Predigt noch während der Autofahrt nach Dietenheim“, mutmaßt sein Pressesprecher Robin Schray. In Sachen Fasnet jedenfalls bedürfe es keinerlei hausinterner Unterstützung. Bürgermeister Christopher Eh bezeichnet die Visite Wolfs als „tolle Wertschätzung“.Damit komme auch zum Ausdruck, dass er sich wohl fühle in Dietenheim. Zu Ehren des Ministers marschiert am Ende der Messe die Bürgerwehr für ein persönliches Ständchen auf.

Info Die Narrenmesse in der Sankt Martinus-Kirche beginnt um 9.30 Uhr.