Langenau / Barbara Hinzpeter  Uhr

Gelbe, rote und blaue Eulen und andere Vögelchen bewegen sich sanft unter geschwungenen Ästen: Die Mobiles stammen aus dem Bastelkeller von Thomas Reith. „Es ist ein Hobby“, betont der Langenauer. Aber er hat es professionell aufgezogen – mit dem Knowhow als IT-Projektleiter und der Gabe, auf Menschen zuzugehen und Sponsoren zu gewinnen.

Seit er denken kann habe er viel Zeit im Bastelkeller   verbracht – schon im Elternhaus zusammen mit seinem Vater. Der gab auch den Impuls zur Produktion der Mobiles. Er hatte zur Geburt von Reiths Tochter Vögelchen aus Holz ausgesägt und zur bewegten Kinderzimmer-Deko zusammengefügt. „Ich war so begeistert, dass ich gleich daran dachte, solche Mobiles zugunsten des Förderkreises für tumor- und leukämiekranke Kinder zu verkaufen“, sagt Thomas Reith. Er engagiert sich seit einigen Jahren ehrenamtlich für den Verein, hat unter anderem dessen Homepage eingerichtet. So liege es nahe, den Förderkreis auch mit einer Spendenaktion zu unterstützen.

Mit der Laubsäge wollte der Wirtschaftsinformatiker das Sperrholz allerdings nicht bearbeiten. „Ich dachte eher an automatische Steuerung und kam so auf die Idee, eine CNC-Fräse zu bauen“, berichtet der 32-Jährige. Mit einer solchen Fräse können Werkstücke automatisch hergestellt werden. Weil die Komponenten dafür teuer sind, schrieb er verschiedene Firmen an, die Bausätze für den Hobbygebrauch vertreiben, und erläuterte sein Vorhaben. Tatsächlich erhielt er ein günstiges Angebot. Er entwarf ein Konstruktionsprogramm.

In diesem Stadium schrieb der Langenauer auch an Youtuber und schilderte sein Projekt. Ein Industriedesigner aus dem Chiemgau meldete sich, kam nach Langenau und entwickelte zusammen mit Thomas Reith Design und Prototypen.

Allerdings sollte es noch einige Zeit dauern, bis die Maschine zuverlässig arbeitete   und an „Massenproduktion“ zu denken war.  Der Langenauer installierte eine Web-Kamera an der Maschine, um sie beispielsweise auch im Garten übers Handy im Auge zu haben. Im Haus dagegen könnten er  – und auch seine Frau – mittlerweile hören, was die Fräse gerade tut.

Bei aller Automatisierung fällt trotzdem Handarbeit an, da lässt sich die Familie gerne einspannen: Der Vater löst die Vögel aus den Platten. Die Stellen, wo sie miteinander verbunden waren, müssen von Hand glatt geschmirgelt werden. Beim Aufhängen und Knüpfen der Schnüre ist Feinmotorik gefordert, das übernimmt die Mutter des 32-Jährigen.

Auch für die sachgerechte Verpackung wandte sich der Langenauer an darauf spezialisierte Betriebe. Die Geschäftsführerin einer Ulmer Firma ließ sich begeistern, Reith bekam einen Stapel geeigneter Kartons. Auf Menschen zuzugehen und sie für ein Projekt und eine gute Sache zu gewinnen, gehört für Thomas Reith eben genauso zum Hobby wie das Tüfteln am Computer und der Umgang mit dem Holz.

Verkauf auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt

Verkauf Die Baby-Mobiles verkauft Thomas Reith – mit Unterstützung seiner Familie – am 1. und 2. Dezember am Charity-Stand auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt. Außerdem gibt es Sterne aus Holz. Vater Reith steuert kleine Anhänger aus Metall mit dem Namen „Kämpfer für kleine Helden“, bei.

Förderkreis Der Erlös ist für den Förderkreis für tumor- und leukämiekranke Kinder bestimmt. Ein Video über die Produktion der Mobiles ist im Internet unter www.foerderkreis-ulm.org/Baby-Mobiles zu sehen.