Fast völlig dunkel ist es im  Volkshochschulraum im Bürgerhaus in Regglisweiler. Nur drei grüne Lichter lassen einige Schemen erahnen. Wie Wellen im Wasser, in das ein Stein geworfen wurde, breiten sich Töne von kleinen und großen Klangschalen aus. Mal höher, mal tiefer, mal kräftig angeschlagen, mal singend, nur durch Reibung erzeugt. Ein Dutzend Menschen liegt auf Matten, Decken und Kissen, ganz auf Klänge und den eigenen Körper fixiert. Die „energetische Lebensberaterin“ Heike Mair legt der Reihe nach je eine große Klangschale direkt an die Füße der Teilnehmer und schlägt sie per Klöppel an. Ein tiefer, warmer Ton breitet sich aus und verklingt so langsam, dass es scheint, er würde in der Luft stehen. Nun ist es an der Zeit, die Meditierenden „zurückzuholen“. Mair spricht eindringlich: „Ich fühle mich entspannt wie nach einem langen Schlaf. Ich bin frisch und erholt wie nach einem langen Schlaf. Ich kehre zurück ins Hier und Jetzt, in diesen Raum, in diese Zeit.“ Jetzt leuchten die kleinen Lampen orange, ein Strahler wirft schaukelnde Lichtpunkte an die Decke.

„Ich genieße das. Da bin ich wieder ein ganz anderer Mensch“, sagt Traudl Müller aus Regglisweiler. Sie hat Heike Mair, die in Giengen an der Brenz lebt, und ihre Klangschalen-Meditation einst auf einer Kur kennen gelernt und sich gewünscht, dass es dieses Angebot auch in Dietenheim gibt. Mair nahm Kontakt zur Volkshochschule auf und bietet den Kurs nun regelmäßig an.

Das freut auch Roswitha Amann aus Regglisweiler, die stets gerne an den Meditationen mit den fernöstlichen Oberton-Instrumenten teilnimmt. „Man ist einfach entspannter, und das wirkt lange nach“, sagt sie. Ihr tue das gut. „Wie Wellen geht es über einen drüber“, beschreibt Amann ihr Gefühl, wenn die Töne auf den Körper treffen.

Wie Kursleiterin Mair den überwiegend weiblichen Teilnehmern sagt, wirkten die Schalen bis zu 48 Stunden nach, „wundert euch also nicht, wenn in eurem Körper noch etwas passiert in den nächsten Tagen“. Sie ist überzeugt, dass Zellen und Organe durch die Schwingungen erreicht werden. Das vertiefe die Entspannung, wirke im Energiefeld des Körpers und harmonisiere Körper, Seele und Geist.

Je nach Tagesform

Manche entspannten je nach Tagesform sehr tiefgreifend, andere etwas oberflächlicher. „Alles kann sein, nichts muss sein“, hat Mair zur Einführung gesagt. Auch für sie selbst gibt es kein Schema F: „Ich mache das immer so, wie ich das Gefühl habe, dass es von der Gruppe gebraucht wird.“ Die sei jedes mal aus Stammgästen und Neulingen gemischt. Bei Männern sei die Klangschalen-Meditation noch etwas weniger verbreitet.

Um eine gute Entspannung zu erreichen, bedarf es einiger Vorarbeit. Zunächst „reinigt“ Mair den Raum von „vorherigen Energien“ mit ätherischem Duft, die Spiegel behängt sie mit Tüchern. „Handys bitte auf Flugmodus oder aus“, sagt sie, und kündigt an: „Ich führe euch nun verbal runter.“ Dabei wird jeder Körperteil bewusst wahrgenommen, und die Meditierenden stellen sich vor, dass eine süße, goldene Flüssigkeit in ihren Körper strömt. Danach erklingen die Schalen eine gute Stunde lang, bis die Teilnehmer langsam wieder in den Alltag zurückkehren. „So, sind alle wieder da?“ fragt Mair schmunzelnd, und auf den Matten setzt ein Räkeln und Strecken ein. Roswitha Amann sagt, sie fühle sich „super“. Traudl Müller erklärt, man lerne Geräusche aus der Umwelt auszublenden. Einige Kursteilnehmer bedanken sich bei Mair. „Nehmt die Entspannung mit und genießt die Tage, gibt sie allen mit auf den Weg.“

Herkunft der Klangschalen


Ursprung Klangschalen aus Bronze gibt es seit Jahrtausenden. Sie stammen aus dem fernöstlichen Raum (Tibet, Nepal, aber auch China, Japan, Indien) und sind in den vergangenen Jahrzehnten hierzulande als Utensilien für Meditationen, Klangtherapien oder Klangmassagen beliebt geworden. Der Klang wird durch Schlagen oder Reiben mit einem Klöppel erzeugt. Dabei können auch die charakteristischen Obertöne hörbar werden.