Bestattung Friedhof: Ort der Trauer und der Begegnung

Bürgermeister Klaus Kaufmann (rechts) und andere Redner lobten die Gestaltung der Urnen-Anlage.
Bürgermeister Klaus Kaufmann (rechts) und andere Redner lobten die Gestaltung der Urnen-Anlage. © Foto: Sabine Graser-Kühnle
Laichingen / Sabine Graser-Kühnle 18.07.2018

Mit der Gemeinschaftsanlage für Urnengräber und mit einem Baum-Bestattungsfeld sind auf dem Laichinger Friedhof nach mehreren Jahren der Umgestaltung neue Bestattungsformen möglich. Beiden ist gemeinsam, dass die Hinterbliebenen von der Grabpflege entbunden sind. Keine Grabpflegepflicht ist nicht gleichzusetzen mit keiner Pflege. Die wird nämlich von der ortsansässigen Gärtnerei Elser übernommen, Mitglied der Württembergischen Friedhofsgärtnergenossenschaft. Und mit dieser Genossenschaft werden künftig auch die Verträge über die Grabpflege dieser Grabfelder abgeschlossen.

Vorstandsvorsitzender Thomas Vogt gratulierte zur ansprechenden Anlage des Urnen-Gemeinschaftsgrabfeldes: „Die halbkreisförmige Aufstellung der Stelen inmitten der grünen Bepflanzung mit den saisonal bunten Blumen als Farbtupfer lädt zur Besinnung ein.“ Im Leben brauche man die Erinnerung, denn die sei das Kostbarste, was bleibe nach dem Tod. „Der Friedhof als Ort der Erinnerung ist umso wichtiger.“

Allee und Blumen

Bürgermeister Klaus Kaufmann verwies auf die vielfältige Kritik während der Umgestaltungsphase und merkte augenzwinkernd an, man sollte immer erst urteilen, wenn etwas fertiggestellt ist: „Mit der Allee aus Stadtbirnen, den Pflanzen sowie dem Rondell mit den Bänken bietet der Friedhof nun ein wunderschönes Bild, erst recht, wenn alles richtig angewachsen ist.“ Tatsächlich beherrschen Hortensien und Rosen, Eiben, Lorbeer und Stadtbirnen das blühende Bild auf dem Friedhof. Der Bürgermeister sieht den Friedhof als „Ort der Begegnung“.

Ein „Ort des Abschieds und Loslassens, aber ebenso Kommunikationsstätte“, so titelte Stadträtin Margit Nägele vom Arbeitskreis, der die Pläne zur Umgestaltung erarbeitete. Nicht alle Vorschläge des AK seien umgesetzt worden, doch zufrieden sei sie, dass nun sämtliche empfohlenen neuen Bestattungsformen in Laichingen möglich sind. Etwas, was dringend nötig war. Denn die Ansprüche dahingehend hätten sich geändert, sagte Bürgermeister Kaufmann. Anders als auf dem Feldstetter Friedhof, wo hohe Urnenstelen geplant sind, wurde in Laichingen bewusst das Urnen-Gemeinschaftsfeld gewählt.

„Viele wissen nicht, dass nach Ablauf der Nutzungsrechte in Urnenstelen oder -wänden die Asche anonym vergraben wird. Das ist hier nicht so“, erläuterte Margit Nägele.

Neuer Treffpunkt

Der katholische Pfarrer Karl Enderle segnete den neu gestalteten Friedhof. Auch er sieht im Friedhof einen besonderen Ort, nämlich einen Treffpunkt für Menschen, „die sich oft lange nicht gesehen haben“, sowie einen Ort des Glaubens.

Dort gedenke man in geistlicher Weise den Verstorbenen und verbinde deren Namen mit Gott. Der städtische Sachbearbeiter Heinz Köpf führte im Anschluss an die feierliche Einweihung der Urnen-Gemeinschaftsanlage Interessierte durch den umgestalteten Friedhof mit seinen insgesamt neun Grabfeldern.

Heimatdichter-Denkmal soll zu weiterem Ruhepol werden

Verträge 21 Stelen stehen im Urnen-Gemeinschafts­grabfeld, sie bieten jeweils Platz für eine oder zwei Urnen. Das Einzelgrab mit Stele kostet bei 20-jähriger Nutzungsdauer 2270 Euro, die Grabpflege über die Gärtnerbetreuung der Friedhofsgärtnergenossenschaft kostet für 20 Jahre weitere 2482 Euro. Ein Doppelgrab kostet für 30 Jahre 2680 Euro, die Grabpflege 2560 Euro auf 20 Jahre. Die Verträge können im Friedhofsamt der Stadt abgeschlossen werden. Für alle anderen Bestattungsformen ist die Stadt alleiniger Vertragspartner.

Ausgaben Die Kosten für das neue Urnen-Gemeinschaftsgrabfeld werden auf rund 25 000 Euro beziffert, die Neubepflanzung auf dem gesamten Friedhof ließ sich die Stadt etwa 35 000 Euro kosten.

Rundbank Die Umgestaltung des Laichinger Friedhofs ist noch nicht beendet. Gegenüber der Aussegnungshalle werden noch ein Einzelgrabfeld sowie Erdrasengräber für Sargbestattungen ohne Grabpflege angelegt, außerdem ein anonymes Rasengrabfeld. Das Denkmal des Laichinger Heimatdichters Daniel Mangold, das nahezu im Zentrum des Friedhofs steht, soll mit einer Rundbank und niedrigen Büschen ein weiterer runder Ruhepol in der geometrischen Symmetrie der Grabfelder mit den sich kreuzenden Wegen  werden.

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