Bundeswehr Der Name „Rommel“ bleibt

Dornstadt / ts 04.04.2018

Eine Umbenennung der Rommel-Kaserne in Dornstadt ist für das dort stationierte Sanitätsregiment 3 der Bundeswehr kein Thema mehr. Im vergangenen Jahr hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) einen „offenen Meinungsbildungsprozess“ innerhalb der Bundeswehr angestoßen. Dort, „wo Kasernen nach Personen oder anderweitigen Wehrmachtsangehörigen benannt sind, die nicht im Einklang mit dem heutigen Traditionsverständnis der Bundeswehr stehen könnten“, sollte über die Namensgebung diskutiert werden. Eine dienststellenübergreifende Meinungsabfrage in der Dornstadter Kaserne habe fast einstimmig ergeben, dass der Name „Rommel“ bleiben soll, sagt Oberleutnant Christian Franitza, Personaloffizier des Sanitätsregiments, auf Anfrage. Das Ergebnis sei ganz klar gewesen.

Keine Konsequenz

Der vor einer Woche von der Ministerin unterzeichnete neue Traditionserlass der Bundeswehr ist demnach kein Anlass, den Wehrmachtsgeneral Erwin Rommel (1891-1944) als Namensgeber in Frage zu stellen. In diesem Erlass heißt es zum Beispiel: „Der verbrecherische NS-Staat kann Tradition nicht begründen. Für die Streitkräfte eines demokratischen Rechtsstaates ist die Wehrmacht als Institution nicht traditionswürdig.“ Die Aufnahme einzelner Wehrmachtsangehöriger „in das Traditionsgut der Bundeswehr“ sei dagegen grundsätzlich möglich. Voraussetzungen seien „eine eingehende Einzelfallbetrachtung sowie ein sorgfältiges Abwägen“. So müsse die Frage persönlicher Schuld berücksichtigt werden. Bedingung sei eine Leistung, „die vorbildlich oder sinnstiftend in die Gegenwart wirkt“.

Der Traditionserlass bedeute „keine automatische Konsequenz“ für eine erneute Namensdiskussion, betont ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Auch ihm seien keine aktuellen Bestrebungen für eine Namensänderung bekannt.

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