Dornstadt / Von Petra Lehmann  Uhr

Trotz Smartphone, Tablet und Datenbrille: Das Buch wird nicht aussterben. Darin sind sich Katrin Rodeit und Peter Schwendele einig. Die beiden Autoren waren zu Gast in der gut besuchten Gemeindebücherei in Dornstadt, als es im Rahmen des Kulturprogramms Kult-Pur um „Bücher schreiben im Zeitalter der Digitalisierung“ ging. Zudem berichteten die Schriftsteller über die Entstehung ihrer Kriminalromane und gaben Kostproben ihrer neuesten Werke.

Entspannt saßen die beiden Schriftsteller in gemütlichen, blauen Stoffsesseln und nahmen Moderator Stephan Schwendele in ihre Mitte. Er ist der Cousin von Peter Schwendele, lebt in Tomerdingen und hatte die Idee zu dem, wie sich herausstellen sollte, interessanten und kurzweiligen Gedankenaustausch. Stephan Schwendele gab zunächst einen Überblick über den Büchermarkt und stellte fest, dass der Buchverkauf in den vergangenen zehn Jahren um 25 Prozent zurückgegangen sei. Als Gründe nannte er zunehmenden Stress, weniger verfügbare Zeit und dadurch weniger Muße zum Lesen. Das E-Book habe einen Marktanteil von 12 bis 15 Prozent erreicht, doch stagniere der Absatz inzwischen. „Das Haptische wird einfach bevorzugt“, hakte Katrin Rodeit ein. „Aber auf Reisen ist ein E-Book praktisch.“

Beide Autoren gaben dann Einblicke in ihre Motivation, Bücher zu schreiben, und in die Entstehung ihrer Werke. „Lesen ist für mich wie Kino im Kopf“, erzählte Katrin Rodeit. „Ich schreibe, weil es mir Spaß macht.“ Peter Schwendele fügte hinzu, dass „man es irgendwie im Blut hat“.

Allerdings könnten nur wenige Schriftsteller ausschließlich vom Schreiben leben oder gar reich werden. So arbeitet Peter Schwendele, der in Munderkingen geboren und in Ulm zur Schule gegangen ist, hauptberuflich als Journalist im badischen Schopfheim. Die gebürtige Ulmerin Rodeit widmet sich seit der Geburt ihrer beiden Töchter ausschließlich dem Bücherschreiben. Sie hat bereits sechs Krimis und einen Liebesroman veröffentlicht. Ein zweiter soll ebenso wie ihr erstes Kinderbuch demnächst folgen.

Mord in Böfingen

Für Schwendele ist „Verkaufte Erleuchtung“ sein Erstlingswerk. Im kleinen Dorf Unterwilzingen im Großen Lautertal ermittelt die junge Kommissarin Zita Gehring zum Mord an einer Sanyasin. Der Autor fügt damit eine zweite Ebene in seinen Roman ein. Neben dem spannenden Krimi-Plot gibt der 53-Jährige interessante Einblicke in die Welt der Bhagwan-Sekte.

Rodeits Krimi „Tödliches Serum“ spielt in Ulm-Böfingen. Dort wird ein Kinderarzt vergiftet, und das Ermittlerteam um Hauptkommissarin Jessica Wolf versucht, das Verbrechen aufzuklären. Unterdessen geschieht ein weiterer Mord. Außerdem gibt es ein anonymes Erpresserschreiben.

Die Lesung von Rodeit und Schwendele machte nicht nur Lust auf mehr Lesen, sondern unterstrich auch das Fazit des Abends: Das Buch wird bleiben.