„Blauhöfe Blaustein“ Blaustein kündigt Post im Zentrum

Blaustein / Samira Eisele 08.12.2018
Für das Projekt „Blauhöfe Blaustein“ muss Ende 2019 weichen. Alternativen werden gesucht, ein Architekturwettbewerb für das gesamte Gebiet läuft.

Mit einer Frist von einen Jahr hat die Stadt Blaustein der Post den Mietvertrag für das Gebäude Marktplatz 1 gekündigt. Der 70er-Jahre-Bau könnte somit 2020 einem Neubau weichen, den Unternehmer Rolf Böhringer plant. Der Geschäftsführer der Alb-Natur­energie GmbH hat im Sommer das Gebäude des Rewe-Markts am Marktplatz 9 gekauft und möchte das Zentrum umgestalten. In den „Blauhöfen Blaustein“, so der Projektname, sollen bis zu drei Wohn- und Geschäftshäuser entstehen. Eines für den Rewe und zwei auf städtischem Grund:  gegenüber der Kirche St. Martin und neben dem Rathaus, anstelle des städtischen Gebäudes, in dem Postfiliale, Verteilzentrum und Tafelladen sind.

Stadtbaumeisterin Sandra Pianezzola bestätigt auf Nachfrage die Kündigung. Blaustein stelle das Gebäude „zur Disposition“ für die Neugestaltung des Areals. Für das Zentrum rund um das Rathaus läuft bis 1. März ein Architekturwettbewerb (siehe Infokasten). Er umfasst das gesamte Gebiet südlich der Blau bis zur Ehrensteiner Straße zwischen Bosch- und Hummelstraße. Das Rathaus, die Kirche St. Martin und die an den Rewe angrenzende Ladenpassage am Marktplatz 8 und 8A sollen vorerst unverändert bleiben. Letztere gehört einer Eigentümergemeinschaft, mit der Böhringer sich nicht auf einen Kauf einigen konnte. Laut Pianezzola könnte jedoch das Dach der Passage weichen.

Übergangslösung gesucht

Der Gemeinderat habe im September in nicht-öffentlicher Sitzung über diesen Wettbewerb beraten, sagt Pianezzola: Das Gremium habe sich dafür ausgesprochen, die Entscheidung über das Postgebäude „offen zu halten“. Ein Abriss des in die Jahre gekommenen, aber noch funktionalen Hauses sei damit möglich, aber nicht zwingend. Die Stadtverwaltung sei auf den Betreiber der Postfiliale zugegangen, man suche gemeinsam eine Lösung für die Zeit zwischen dem möglichen Abriss und der Fertigstellung der Neubauten. Später könne sie sich vorstellen, dass die Filiale in einem von Böhringers Gebäuden Platz findet: Der Unternehmer plant unter anderem eine Markthalle mit regionalen Verkaufsständen und Gastronomie, kleinere Geschäfte, Arztpraxen und Wohnungen. Auch für den Tafelladen gebe es Ideen für einen neuen Standort in der Nähe. „Uns ist wichtig, dass diese Funktionen im Zentrum bleiben“, sagt Pianezzola. Für das Postverteilzentrum werde langfristig eine „bessere Stelle“ gesucht.

Insgesamt sei das Projekt „auf einem sehr guten Weg“, findet Böhringer, der in Blaustein unter anderem das Wohn- und Ärztehaus in den Höhwiesen gebaut hat. Es sei das erste Mal, dass die Stadt ein solches Projekt gemeinsam mit dem Bauträger angehe. Das Investitionsvolumen beziffert er auf bis zu 30 Millionen Euro  – der Ausgang des Architekturwettbewerbs entscheidet, wie viele Häuser er tatsächlich bauen kann.

Auch für den Rewe-Markt könnte Ende 2019 Schluss sein: Im Sommer wolle er abschätzen, wie weit die Planung ist, sagt Böhringer. Die Kündigungsfrist betrage vier Monate. Anstelle des Supermarkts sollen kleinere Geschäfte und eine Tiefgarage entstehen.

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Probelauf für Gestaltungsbeirat

Jury Am 1. März entscheidet eine Jury über die Entwürfe, die vier ausgewählte Architekturbüros bis 15. Februar 2019 in den städtebaulichen Wettbewerb einbringen können. Zur Jury gehören Stadtbaumeisterin Sandra Pianezzola, Bürgermeister Thomas Kayser, ein Vertreter jeder Gemeinderatsfraktion sowie drei externe Experten, die Pianezzola als festen Gestaltungsbeirat für Blaustein vorgeschlagen hat: Tom-Philipp Zoll (Stadtentwicklungsplan STEP), der gebürtige Blausteiner Peter Eisenlauer (Architekt in München) und Landschaftsarchitektin Bü Prechter. Der Wettbewerb sei ein Probelauf, sagt Pianezzola, um zu sehen, ob sich der Beirat in der Form bewährt.

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