Der strenge Winter auf der Alb hat die Arbeiten für den Bau des Bahnhofs Merklingen etwas verzögert. Ende Februar ließ Stefan Kielbassa mit Baumaschinen große Mengen Schnee aus dem Einschnitt räumen. „Sonst hätten wir bis heute nicht anfangen können“, sagte der Projektleiter am Donnerstag beim Baustellenbesuch des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesverkehrsministerium, Steffen Bilger (CDU).

Der erste Baustellenkran für den nördlichen Treppenturm gleich neben der Autobahn stand gestern Nachmittag bereits, der zweite für den südlichen Treppenturm wurde gerade aufgestellt. Dazwischen Arbeiter mit Baggern, Radladern und Lastwagen. Entwässerungsleitungen werden gelegt, Fundamente für die Oberleitungsmasten gebaut und unzählige Kabelkanäle gezogen. Ein Termin sei wie in Beton gegossen, sagte Kielbassa: der 30. Juni. Und zwar in diesem Jahr. Dann soll der Rohbau fertig sein. Und er werde fertig sein, versicherte der für seine Termingenauigkeit bekannte Ingenieur. Und im Laufe des Jahres 2019 werde der gerade noch rechtzeitig aufs Gleis gesetzte Regionalbahnhof an der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm komplett fertiggestellt sein.

Aus Kielbassas Sicht könnte dann 2020 der Betrieb starten. Über Signalstellung und Fahrplan hätten aber andere zu entscheiden, sagte er.  Und Manfred Leger, Chef der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH, ergänzte: „Die Züge müssen auch in Ulm reinfahren können.“ Es gebe aber niemanden, der den Vorlaufbetrieb verhindern wolle.

Wenigstens im Stundentakt

Sven Kneipp, Merklinger Bürgermeister und stellvertretender Vorsitzender des Verbands Region Schwäbische Alb, hofft auf einen Stundentakt, wenigstens zwischen Merklingen und Ulm. Wie berichtet, hatten Bahn und Landes-Verkehrsministerium den Willen bekundet, die Strecke deutlich vor der Fertigstellung des Bahnhofs in Stuttgart in Betrieb zu nehmen. „Es wäre ja auch schade, wenn die Strecke fertig wäre und es würden keine Züge fahren“, sagte die Ulmer Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer (CDU), die Bilger zur Besuchstour, die auch zum Ulmer Bahnhof führte, eingeladen hatte. Bilger konnte dazu nicht viel sagen. Denn für den Regionalverkehr, und um diesen geht es bei einem möglichen Vorlaufbetrieb, sei das Land zuständig. Freilich käme eine rasche Inbetriebnahme dem Willen des Bundes entgegegen, Verkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen.

Interessant fand der Staatssekretär und Ludwigsburger Wahlkreisabgeordnete die auf der Albhochfläche parallel laufenden Trassen von Bahn-Neubaustrecke und verbreiterter Autobahn. Das könne Beispiel sein für andere Projekte, um Flächenverbrauch zu reduzieren und Lärmquellen zu bündeln.

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Ulm/Wendlingen

Offizieller Start mit Minister Hermann am 30. März


Grundstein Etliche Fundamente für den Bahnhof Merklingen/Schwäbische Alb sind bereits gegossen worden. Eine offizielle Grundsteinlegung wird aber noch folgen. Das hat Manfred Leger, Vorsitzender der Geschäftsführung der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH, am Donnerstag in Merklingen angekündigt. Und zwar am Samstag, 30. März, mit dem baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne).

Gemeinsamkeit Eigentlich müsste auch ein Denkmal aufgestellt werden für den Minister und ihn, sagte Leger scherzhaft. Denn mit dem Bahnhof wäre es nichts geworden, „wenn wir uns nicht so angestrengt hätten“, sagte Leger, um gleich nachzuschieben: „Das Gute war, dass alle mitgespielt haben und alle den Bahnhof wollten.“