Grillen, Heuschrecken, Mehlwürmer: Im schwäbischen Schnürpflingen werden die ersten Speiseinsekten „made in Germany“ herangezogen. Sie sind inzwischen für den menschlichen Verzehr behördlich freigegeben. Mitarbeiter des Landeskontrollteams Lebensmittelsicherheit Baden-Württemberg und des Veterinäramtes im zuständigen Landratsamt hatten die Firma zuvor in Augenschein genommen.

Die Food-Szene ist am Experimentieren

Das Unternehmen Six feet to eat pflegt schon Kontakte zu Startups, die neuartige Lebensmittel aus ihren Insekten herstellen. Die Novel-Food-Szene ist gerade am Experimentieren, welche Produkte ankommen. Was wird sich durchsetzen? Snacks zum Knabbern, Mehlmischungen für Brot, Teigwaren? Insekten haben jedenfalls einen hohen Proteinanteil und verursachen relativ wenig Klimagase – sie werden als Nahrungsmittel der Zukunft bezeichnet.

„Insekten machen in höchstem Maße Sinn“, sagt Jürgen Müller, geschäftsführender Gesellschafter bei Six feet to eat. Im Moment arbeitet die Firma noch mit einer kleinen Anlage, anhand der sie demonstrieren kann, dass die Zucht funktioniert. Sobald die Nachfrage anzieht, werden größere Geräte gekauft, um größere Mengen Insekten produzieren zu können, sagt Müller. Platz genug hat das Unternehmen: zwei Gebäuden mit insgesamt 4000 Quadratmeter Grundfläche, speziell für die Zucht von Insekten konzipiert und ausgestattet mit Klimaanlagen. Die Firma hat sechs Mitarbeiter und ist Mitglied im Verband für Alternative Proteinquellen.