Ich bin jetzt seit mehr als 25 Jahren dabei, doch wenn wir unsere große Anlage aufbauen, entdecke ich jedes Mal wieder ein neues Detail“, schwärmt Ulrich Geiger, Vorsitzender des Modelleisenbahnclubs Freiberg. Für ihn ist das Hobby um die Züge und Loks seit seinem zwölften Lebensjahr eine große Leidenschaft.

Mit einer Eisenbahn fing alles an. „Die habe ich geschenkt bekommen und dann auf dem Teppichboden aufgebaut und damit gespielt, wie andere mit ihren Spielzeugautos“, erinnert sich Geiger. Sie wurde auch wieder abgebaut und zur Seite gestellt, doch dann kam die Idee mit der Platte – darauf kann man das Schmuckstück permanent stehen lassen und anfangen, etwas herum zubauen. „So eine Modelleisenbahnanlage wird nie fertig“, lacht der Vorsitzende.

Immer wieder bringen Hersteller neue Modelle und Dekorationen heraus, außerdem kommt es vor, dass man Teile der Anlage komplett abbaut, um sie wieder neu zu gestalten. Die Möglichkeiten sind vielseitig und setzen der Fantasie keine Grenzen.

„Für mich ist es das absolute Highlight, wenn wir ein Mal im Jahr unsere Modulanlage im Prisma aufbauen“, berichtet der Modelleisenbahner. 35 Module umfasst die Anlage des Vereins. Einen ganzen Tag benötigen die Mitglieder, um die maßstabsgetreue Eisenbahnwelt für das Publikum aufzubauen. Das Jahr über wird an einzelnen Modulen gebastelt und erweitert, so dass die Besucher jedes Jahr wieder etwas Neues auf der Anlage erwartet. Dabei entspricht das Arbeiten im Verein keinesfalls dem Klischee des im Keller versteckten Modelleisenbahners: „Wir tauschen uns aus, dadurch entstehen immer wieder tolle Ideen für die Anlage. Durch die Größe kann man auch ganz andere Projekte umsetzen als auf der kleinen Anlage zu Hause.“

Häufig werde die Begeisterung für die Modellloks vererbt, Papa oder Opa zeigen den Kindern was man alles machen kann und so entstehe die Leidenschaft. Doch ein günstiges Kinderhobby sind Modelleisenbahnen nicht wirklich. „Da gibt es zum Beispiel die amerikanische Lok ‚Big Boy‘, die kann zwischen 1100 und 1200 Euro kosten“, erklärt Geiger. Zum Glück gibt es auch Einsteigersets, die günstiger zu erwerben sind.

Besonders freut sich Geiger über die jungen Besucher bei der Ausstellung, da sie begeistert die Anlage nutzen. Per Knopfdruck kann man Sound- und Bewegungseffekte auslösen: So kann man zum Beispiel einen Kaminkehrer seinen Besen schwingen oder Rapunzel ihr Haar herunterfallen lassen – alles dank der technischen Tüfteleien der emsigen Vereinsmitglieder.

„Es hat schon etwas Entspannendes, wenn man sich nach einem anstrengenden Arbeitstag an seine Anlage setzt und daran herumbasteln kann“, erklärt Geiger die Faszination für seine Leidenschaft. Zwar sei das Hobby sehr Männer dominiert, doch immer wieder unterstützten Ehefrauen und Töchter die Mitglieder. Gerade für die Kreativität der Anlage sei das sehr gut und wichtig.

Für das reine Sammeln von Loks kann sich Ulrich Geiger nicht begeistern. „Ich finde es toll, wenn wir auf unserer großen Anlage bis zu 25 Züge fahren lassen, die dann auch am Bahnhof halten und für einen anderen Zug abbremsen müssen. Das ist einfach spannend“, schwärmt der Vorsitzende.

Info Erst am 16. und 17. November zeigt der Verein wieder seine Anlage im Prisma in Freiberg. Wer bis dahin nicht warten möchte, oder selbst eine Modelleisenbahn hat über die er sich mit anderen austauschen will, kann sich an den Modelleisenbahnclub wenden. Weitere Informationen findet man im Internet.

www.mec-freiberg.com