Stuttgart / David Nau  Uhr
Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) will das Rauchverbot in Baden-Württemberg verschärfen. Hier könnte Qualmen bald nicht mehr erlaubt sein.

Ist bald Schluss mit der gemütlichen Zigarette auf dem Cannstatter Wasen? Darf bei Bier und halbem Hähnchen künftig nicht mehr gequalmt werden?

Baden-Württembergs Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) will das Rauchverbot im Land verschärfen. Dafür will er ein generelles Rauchverbot in Gaststätten, Diskotheken, Spielhallen und Festzelten einführen. „.Die Folgeschäden des Rauchens sind immens. Wir müssen deshalb dringend nachbessern, um Nichtraucher noch besser zu schützen“, sagte Lucha.

Komplettes Rauchverbot in Gaststätten und Festzelten?

Bislang darf in Gaststätten in vollständig abgetrennten Nebenräumen noch geraucht werden, außerdem sind Zigaretten in sogenannten Raucherkneipen erlaubt. Diese dürfen nicht größer als 75 Quadratmeter sein, nur einfache Speisen servieren und Jugendlichen den Zutritt verwehren.

Gegenwind für seine Vorschläge bekommt Lucha wie erwartet von den Gastronomen im Land. „Wir brauchen keine weiteren Verbote“, sagte Tobias Zwiener vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga. Die bisherigen Regelungen hätten sich bewährt, in den vergangenen Jahren habe es weder von Betrieben noch von Gästen Beschwerden gegeben. Sollte das Rauchverbot im Land tatsächlich verschärft werden, drohen nach Ansicht des Dehoga massive wirtschaftliche Beeinträchtigungen für Gastwirte. Ein generelles Rauchverbot sei für 300 bis 400 Raucherkneipen im Land existenzgefährdend.

Auch E-Zigaretten und Shishas betroffen

Auch auf Kinderspielplätzen will Lucha das Rauchen künftig verbieten. Außerdem will der Grünen-Politiker künftig E-Zigaretten und Shishas – also Wasserpfeiffen – in das Nichtrauchergesetz miteinbeziehen. Diese wirkten auf junge Menschen „auf den ersten Blick als cooles Lifestyle-Produkt, sind aber nicht weniger schädlich für die Gesundheit“, so Lucha.

Bisher hat der Gesundheitsminister seine Pläne noch nicht mit den Fraktionen im Landtag abgestimmt – auch nicht mit dem Koalitionspartner CDU. Nach den Sommerferien werde er „mit einem entsprechenden Vorschlag auf die Koalitionsfraktionen zugehen und um Mehrheiten werben“, sagte Lucha. Bei der CDU zeigt man sich gesprächsbereit. Der Minister solle seine Ideen vorstellen, dann sei man bereit, darüber zu sprechen, sagte ein Fraktionssprecher. Das Vorhaben stehe jedoch nicht im Koalitionsvertrag.

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