Ein Zeichen von „unschätzbarem Wert“ nennt Wissenschaftsministerin Theresia Bauer die große Bereitschaft von Medizinstudenten, während der Corona-Krise in den Kliniken im Land zu helfen: Mehr als 2200 Studierende haben sich nach Ministeriumsangaben bei den Universitätskliniken gemeldet. Tendenz weiter steigend.

Aufruf zur freiwilligen Hilfe in den Kliniken

Die Medizinischen Fakultäten im Südwesten und die Wissenschaftsministerin hatten zur freiwilligen Hilfe aufgerufen. Allein bei der Fachschaft Medizin Mannheim haben sich nach Angaben des Universitätsklinikums fast 500 Studierende gemeldet. „Sie können auf Abruf in verschiedenen Tätigkeiten eingesetzt werden“, sagte ein Sprecher des Uniklinikums der SÜDWEST PRESSE.

„Aktuell sind zum Beispiel Mannheimer Medizinstudierende in der Landeserstaufnahmestelle in Heidelberg im Einsatz, um die Menschen dort auf Sars-CoV-2 zu testen. Andere unserer Studenten verstärken das Info-Telefon des Gesundheitsamts Mannheim.“

Da viele Medizinstudierende vor ihrem Studium einen medizinnahen Beruf, etwa in der Krankenpflege, als Operationstechnischer Assistent oder als Rettungssanitäter, erlernt haben, können sie nach „einer entsprechenden Einweisung“ auch in der Krankenversorgung bei ärztlichen Hilfstätigkeiten oder pflegerischen Tätigkeiten schnell eingesetzt werden, sagt der Sprecher. „Das ist aktuell am Universitätsklinikum Mannheim noch nicht nötig, wir schließen aber bereits entsprechende Verträge mit den Studierenden“, das sei aus Versicherungsgründen nötig. Bei Bedarf würden sie entsprechend eingesetzt.

In Tübingen haben sich rund 800 Studierende gemeldet

In Tübingen haben sich bis zum Wochenende rund 800 Studierende gemeldet. „Das großartige Engagement freut uns sehr“, sagt Bianca Hermle von der Uniklinik. Ab Montag sollten die ersten Studenten ihre Tätigkeit aufnehmen. „Der Einsatz wird vielfältig sein: im medizinischen Bereich für Probentransport, Labor, Notaufnahme, Unterstützung auf Stationen oder im Besucherservice.“

Ulm, Alb-Donau-Kreis, Landkreis Neu-Ulm

„Ich bin beeindruckt von diesem herausragenden Engagement“, so Ministerin Bauer. „Wenn uns diese Krise eines zeigt, dann ist es, dass Zusammenhalt auch in schwierigen Zeiten unser Land auszeichnet und dass die jungen Menschen ihre Verantwortung wahrnehmen.“

Die Kliniken benötigen dringend personelle Verstärkung

Die hohe Resonanz auf den Aufruf sei „von unschätzbarem Wert, denn unsere Universitätsklinika, Krankenhäuser und Gesundheitsämter benötigen in der jetzigen Krisensituation dringend personelle Verstärkung in allen denkbaren Bereichen – bei der Beratung und Betreuung der Menschen, beispielsweise über Telefonhotlines, bei Corona-Tests, bei der Diagnostik im Labor, bei der Patientenversorgung, aber auch bei der Betreuung der Kinder des Gesundheitspersonals", so die Ministerin.

Die Fachschaften spielen meist eine zentrale Rolle, lobt die Ministerin. Sie verwalteten oft die Anfragen oder koordinieren die Arbeit mit den Fakultäten. Die Fachschaft hat auch ein Online-Formular im Netz.