Zehnkampf bei Olympia: Auf Gold-Kurs! Leo Neugebauer darf von der Medaille träumen

Nichts scheint ihn bremsen zu können: Leo Neugebauer wird in Paris seiner Favoritenrolle gerecht. Nach fünf Disziplinen darf er von der Gold-Medaille träumen. Weiter geht es am Samstag-Vormittag um 10.05 Uhr mit den 110 Metern Hürden.
Sven Hoppe/dpaParis. Das Stade de France mit seinen 66.500 Zuschauern tobte, als die ersten Athleten auf die blau-violette Tartanbahn liefen. Die Zehnkämpfer eröffneten am Freitag die Olympischen Spiele endlich auch für die Leichtathletik. Wenige Minuten bevor es losging, war der Andrang vor den Toren noch enorm. Polizei und Sicherheitskräfte waren bemüht, die Menschenmassen in der drückenden Hitze von Paris zu den Eingängen zu leiten. Für das deutsche Trio um Niklas Kaul (USC Mainz), Leo Neugebauer (VfB Stuttgart) und Nachrücker Till Steinforth (SV Halle), der den Corona-erkrankten Ulmer Manuel Eitel ersetzt, lief Wettkampf-Tag Nummer eins so lala, ordentlich und herausragend.
„Leo the German“ wir seiner Favoritenrolle gerecht
Einen starken Start legte Goldfavorit Leo Neugebauer hin. Der deutsche Rekordhalter lief die 100 Meter in 10,67 Sekunden und kratzte im Weitsprung an der Acht-Meter-Marke. 7,98 Meter wurden es für ihn – Saisonbestleistung. Mit der Kugel stieß er auf 16,55 Meter und landete nur neun Zentimeter hinter Disziplin-Gewinner Makenson Gletty. Der Wurf des Franzosen versetzte das euphorisierte Stade de France kurzzeitig in Ekstase.

Das kann sich sehen lassen: Leo Neugebauer liegt nach fünf von zehn Disziplinen auf Medaillen-Kurs. Im Pariser Stade de France schließt er den ersten Wettkampftag als Führender ab.
Michael Kappeler/dpaNach fünf von zehn Disziplinen liegt „Leo the German“, wie er sich selbst nennt, auf Kurs. Der 24-Jährige führt nach 2,05 Metern im Hochsprung und steigerte sich im abschließenden 400-Meter-Lauf, den er in 47,70 Sekunden abschloss, auf 4650 Punkte. Was Zehnkampf-Bundestrainer Christopher Hallmann im Gespräch mit dieser Zeitung vor dem Start sagte, scheint sich zu bestätigen: „Er hat sicherlich einen Rucksack zu tragen, und zwar den des Favoriten. Der, so glaube ich, für ihn aber nicht schwer ist“. Größter Verfolger Neugebauers ist der Puerto-Ricaner Ayden Owens-Delerme mit 4608 Punkten.
Für Niklas Kaul lief es über 100 Meter in 11,34 Sekunden zwar ordentlich, im Weitsprung (7,09 Meter) und auch beim Kugelstoßen (14,24 Metern) blieb der Weltmeister von 2019 hinter seinen Möglichkeiten. Der 26-Jährige schloss den ersten Wettkampf-Tag als 20. mit 4041 Punkten ab und kann immerhin auf einen stärkeren zweiten Tag hoffen.
Nachrücker Till Steinforth feierte mit 4336 Zählern als Tages-12. ein überaus gelungenes olympisches Debüt. Der 26-Jährige wurde in letzter Sekunde für Eitel nachnominiert und hatte eine spontane und besondere Anreise hinter sich: Seine Eltern fuhren ihm extra im Wohnmobil hinterher, um ihm seine Stabhochsprung-Stäbe zu überbringen. Die kommen dann am Samstag (13.40 Uhr) bei Zehnkampf-Disziplin Nummer acht zum Einsatz.


