Wintersport
: Geiger verfehlt Olympia-Quali im Skispringen: „Das tut weh“

Bitterer Rückschlag für Karl Geiger: Nach einem missglückten Sprung platzt der Olympia-Traum - doch der Allgäuer setzt sich neue Ziele und blickt nach vorn. Was ihn jetzt antreibt.
Von
swp
Sapporo
Jetzt in der App anhören

Karl Geiger vergab in Japan eine große Chance. (Archivbild)

Daniel Karmann/dpa
  • Karl Geiger verpasst in Japan die Olympia-Qualifikation nach einem missglückten Sprung.
  • Zwei Top-15-Ergebnisse oder ein Top-8-Platz hätten für die Nominierung gereicht.
  • Geiger sieht trotz des Rückschlags Fortschritte und fokussiert sich auf die Skiflug-WM in Oberstdorf.
  • Das deutsche Team reist ohne Geiger zu den Winterspielen, Favoritenrollen fehlen diesmal.
  • Slowene Domen Prevc siegt in Sapporo, Deutschland bleibt vor Olympia-Leistungen inkonstant.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Auch am Tag danach ärgerte sich Karl Geiger über seinen folgenschweren Fehler. Nach der verpassten Olympia-Qualifikation schrieb der 32-Jährige bei Instagram:  „Das tut weh.“ Ein völlig verkorkster zweiter Sprung am Samstag kostete ihn die geforderte interne Norm. Wenn es bei der Nominierung durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) nicht noch eine riesige Überraschung gibt, finden die Winterspiele erstmals seit 2014 ohne den Oberstdorfer statt.

Schon die ganze Saison steckt Geiger im Tief. Der einstige Erfolgsgarant springt der Weltspitze hinterher. Weil auch die Konkurrenz im Team von Bundestrainer Stefan Horngacher aktuell nicht so stark ist, hatte Geiger überhaupt noch eine Chance bekommen. Zwei Ergebnisse unter den Top 15 oder ein Top-Acht-Resultat hätte es dafür gebraucht. Er wurde am Samstag 27. und landete zum Abschluss auf Platz 14.

Geiger, der akribische Arbeiter aus dem Allgäu, wäre aber nicht Geiger, wenn er das nicht als positive Entwicklung sehen würde. „Auch wenn die Olympianorm am Ende knapp verpasst wurde, fühlt sich dieses Resultat wichtig an. Es zeigt mir, dass die Arbeit der letzten Wochen nicht umsonst war und dass ich auf dem richtigen Weg bin“, schrieb er.

Auch ohne Olympia hat Geiger noch ein Highlight im Sinn. „Jetzt richtet sich der Blick nach Oberstdorf, zurück in meine Heimat, zur Skiflug-WM“, schrieb er mit Blick auf das am kommenden Wochenende anstehende Weiten-Spektakel auf der Heini-Klopfer-Skiflugschanze. „Ich freue mich darauf, vor bekannten Gesichtern an den Start zu gehen und alles, was ich aus Japan mitgenommen habe, in die Wettkämpfe einzubringen.“ Horngacher sagte: „Ich glaube, er wird ein ganz wichtiger Mann werden für uns hier in Oberstdorf auf der Heimschanze.“

Noch zwei Heimspiele vor Olympia

Zu den Winterspielen wird das deutsche Team nun voraussichtlich mit Philipp Raimund, Felix Hoffmann, Andreas Wellinger und Pius Paschke reisen. Raimund, der gerade erst von einem Infekt genesen war, landete in Japan auf den Plätzen 15 und 9. Hoffmann, Wellinger und Paschke waren nicht dabei. Beide Wettkämpfe in Sapporo gewann der slowenische Vierschanzentourneesieger Domen Prevc, der auch im Gesamtweltcup souverän führt. Auch Österreich und Japan sind stark einzuschätzen.

Luca Roth (Meßstetten/31./46.) und Ben Bayer (Pfullingen/52./47.), die zuvor im Continental Cup überzeugt hatten, blieben im Weltcup ohne Punkte. Die Chance hatten sie sich verdient durch die starken Auftritte, dafür hatte es von Honrgacher im Vorfeld Lob gegebeb: „Luca und Ben haben zuletzt im Continentalcup mit Platz eins und zwei gute Leistungen gezeigt und bekommen daher die Möglichkeit, ein weiteres Mal in dieser Saison um Weltcup-Punkte zu springen.“ Dass sie schon in Asien waren, erleichterte die Sache. Richtig punkten konnten beide bei schwierigen Windbedingungen aber nicht.

Vor den Winterspielen haben die Deutschen noch zwei Heimspiele: Erst beim Fliegen in Oberstdorf, dann geht's zur Olympia-Generalprobe nach Willingen.