Was bleibt von dieser WM?
: Argentinische Rüpel prägen den Nachgang

Die Fußball-WM 2026 in Kanada, Mexiko und den USA ist Geschichte. Unsere Experten Michael Schilling (TSG Balingen), Stefan Fischer (Sportfreunde Bitz) und Fabio Pflumm (FC Grosselfingen) sind  nochmals gefragt.
Von
Frank Campos und Giovanni De Nitto
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WM-Experten Zollernalbkreis

Unser Experten-Trio blickt ein letztes Mal auf die Fußball-Weltmeisterschaft und dabei besonders auf den Weltmeister Spanien.

Kara
  • Experten aus dem Zollernalbkreis ziehen Bilanz zur Fußball-WM 2026 in Kanada, Mexiko und den USA.
  • Spanien war für sie der verdiente Weltmeister – dominante Auftritte, nur ein Gegentor.
  • Kritik an Argentinien: viel Aggressivität, keine Torschüsse im Finale, Spanien klar überlegen.
  • Lehre für den DFB: klare Spielidee, Ruhe vor Turnieren und eine echte Einheit formen.
  • Highlights: torreiches Spiel um Platz drei, starkes Finale, Enttäuschung über das frühe DFB-Aus.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zum Abschluss unserer WM-Serie blicken Michael Schilling  Stefan Fischer und Fabio Pflumm zurück. Das Trainertrio aus dem Zollernalbkreis spricht über den Weltmeister Spanien, die Lehren für den DFB und die Zukunft des Fußballs.

Warum war Spanien für Sie der verdiente Weltmeister?

Michael Schilling: Spanien war für mich der absolut verdiente Weltmeister. Die Mannschaft hat das gesamte Turnier überragend gespielt und nur ein Gegentor kassiert. Auch im Finale war die Überlegenheit beeindruckend, eine Schussstatistik von 20:0 spricht für sich. Glückwunsch an Spanien zu diesem hochverdienten Titel.

Stefan Fischer: Ich habe mit Spanien gerechnet. Bis auf das 0:0 zum Auftakt haben sie überzeugt. Von Argentinien war es absolut gar nichts, wirklich enttäuschend, wenn dann nur durch Aggressivität und Fouls aufgefallen. Null Schüsse aufs Tor in 90 Minuten, das sagt schon einiges. Deswegen war es absolut verdient für „La Furia Rocha“.

Fabio Pflumm: Klar, war das verdient. Sie haben nur ein Gegentor bekommen, sind in allen Spielen durchweg dominant aufgetreten. Spanien war gegen den Ball super organisiert, sie haben dem Gegner kaum Möglichkeiten geboten sich im letzten Drittel festzusetzen. Mit dem Ball haben sie unabhängig vom Personal immer wieder Lösungen gefunden. Trotz Rodri und Lamine Jamal war es eine geschlossene Mannschaftsleistung, die dazu geführt hat, sich diesen Titel auch zu verdienen.

Welche Lehren muss die deutsche Nationalmannschaft aus der WM 2026 ziehen?

Michael Schilling: Die DFB-Elf verfügt über viel Qualität und viele talentierte Spieler. Vor einem großen Turnier braucht es aus meiner Sicht vor allem mehr Ruhe. Diskussionen wie zuletzt um Undav oder Neuer helfen einer Mannschaft nicht weiter. Entscheidend wird sein, aus den vielen guten Einzelspielern eine echte Einheit zu formen. Dann kann Deutschland wieder um Titel spielen.

Stefan Fischer: Die Deutschen müssen sich was abschauen. Jede Mannschaft hat zielstrebige Stürmer und spielt einen klaren Fußball nach vorne. Den offensiven Plan habe ich - bis auf das 7:1 gegen Curacao - nicht erkannt. In Sachen Kreativität sollen sich die Spieler auch austoben können. Man sieht es bei den spanischen Jungs, die haben Bock zu zocken. Bei uns versucht man sie in ein System rein zu zwängen. Da geht der Spielwitz ein Stück weit verloren.

Fabio Pflumm: An Spanien können wir uns ein  Beispiel nehmen. Sie haben ihr Spielsystem über Jahre perfektioniert. Unabhängig von einzelnen Spielern schaffen sie es konstant ihre Prinzipien auf den Platz zu bekommen. Diese klare Identität hat der deutschen Mannschaft gefehlt: Das sind unsere Stärken und an denen halten wir fest und die bringen auch den Erfolg, wie es auch 2014 der Fall war.

Hat sich der Fußball mit dieser WM weiterentwickelt - oder zu weit von seinen Wurzeln entfernt?

Michael Schilling: Die WM hat gezeigt, wie hoch das Niveau im internationalen Fußball inzwischen ist. Gleichzeitig gab es aber auch Entwicklungen, die dem Sport nicht guttun. Dass sich Donald Trump nach der Roten Karte der USA eingeschaltet hat, war aus meiner Sicht keine gute Entwicklung. Ich schaue weiterhin sehr gerne, aber ich glaube nicht, dass dieses Turnier in vielen Jahren noch den gleichen Stellenwert haben wird wie beispielsweise die WM 1990.

Stefan Fischer: Auf der einen Seite fand ich es gut, dass die vermeintlich schwachen eine Bühne bekommen haben und auch konkurrenzfähig waren. Alles in allem gab es doch einige Nebengeräusche, das hat mich gestört, da ging schon ein bisschen was verloren. Zu viel Show, zu viel Politik, da würde ich nicht von einer Weiterentwicklung sprechen.

Fabio Pflumm: Ich finde die sportliche Entwicklung positiv. Mit Spanien haben wir einen Titelträger, der wirklich versucht Fußball zu spielen. Sie machen das Spiel attraktiv. Mit Frankreich und Argentinien hatten wir zuletzt Weltmeister, die kompakt standen und über Einzelspieler den Weg nach vorne gesucht haben. Es ist schön zu sehen, dass Teams, die eine spielerische Idee des Fußballs verfolgen, selbst auf der größten Bühne des Fußballs sich auch den Titel verdienen können.

Was war ihr persönliches Highlight dieser Weltmeisterschaft?

Michael Schilling: Ein sportliches Highlight gab es für mich diesmal eigentlich nicht. Dafür wird mir das familieninterne Tippspiel wohl länger in Erinnerung bleiben: Meine Frau hat souverän gewonnen, meine beiden Jungs landeten knapp dahinter und ich wurde mit großem Abstand Letzter. Deshalb hake ich die WM schnell ab und schaue lieber nach vorne.

Stefan Fischer: Das Spiel um Platz war mit zehn Toren schon was besonderes. So hundertprozentig wurde da nicht verteidigt. Es ging gut ab. Ich fand aber auch das Finale sehenswert. Es war absolut beeindruckend, wie Spanien den Argentiniern eigentlich gar keine Chance gelassen hat.

Fabio Pflumm: Es hat schon geschmerzt, dass für Deutschland so früh Endstation war. Ich dachte anfangs, es sind sehr viele klare Spiele dabei. Die Kleinen haben aber den Großen alles abverlangt. Es war ein Fingerzeig, dass mit vielen einfachen Dingen, einer klaren Struktur, einer Bereitschaft und auch mit einem Plan viel Positives erreicht werden kann. Das würde ich gerne hervorheben.