VfB Stuttgart gegen Bayer Leverkusen
: 1:1 gegen den Spitzenreiter: Rasantes Remis in Canstatt

Die Serie hält auch im Spitzenspiel: Bayer Leverkusen hat nach Rückstand noch ein 1:1 beim erneut starken VfB Stuttgart geholt und die erste Niederlage vermieden.
Von
dpa, swp
Stuttgart
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Leverkusens Angreifer Victor Boniface (r) im Duell mit Stuttgarts Josha Vagnoman.

Tom Weller/dpa

Bayer Leverkusen musste alles aus sich herausholen und hat sich vom Überraschungsteam VfB Stuttgart nicht stoppen lassen, den Patzer des FC Bayern aber nicht vollends ausgenutzt. Dank einer stärkeren zweiten Hälfte kam der ungeschlagene Tabellenführer am Sonntag beim VfB zu einem 1:1 (0:1). Der rechtzeitig genesene Nationalspieler Florian Wirtz rettete dem Spitzenreiter aus dem Rheinland vor 54 500 Zuschauern das Remis. Chris Führich hatte die anfangs klar besseren Stuttgarter in Führung gebracht (40.).

Mit dem wettbewerbsübergreifend 22. Spiel ohne Niederlage in Serie baute die Bayer-Elf den Abstand auf den FC Bayern an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga auf vier Zähler aus, die Münchner haben allerdings eine Partie weniger absolviert. Der Überraschungsdritte Stuttgart verpasste nach einer glänzenden ersten Hälfte, in der das Hoeneß-Team erneut ganz stark aufspielte und den Gegner dominierte, eine noch bessere Einstimmung auf die Auswärtsaufgabe beim FC Bayern am kommenden Sonntag. Immerhin erkämpfte sich der VfB als erst drittes Bundesliga-Team nach Bayern und Dortmund ein Unentschieden gegen die Rheinländer.

Leverkusens Jungstar Florian Wirtz hatte sich nach seinen Sprunggelenkproblemen vom DFB-Pokalerfolg gegen den SC Paderborn rechtzeitig fit gemeldet und konnte von Beginn an spielen. Nationalmannschaftskollege Jonas Hofmann zählte erstmals in dieser Bundesliga-Saison nicht zur Anfangsformation und kam erst nach einer guten Stunde für den für ihn gestarteten Amine Adli in die Partie. In der Hoffnung auf eine ähnlich starke Vorstellung des VfB wie am Mittwochabend im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Borussia Dortmund (2:0) vertraute VfB-Trainer Hoeneß auf die gleiche Startelf.

Und die Hoffnung der Gastgeber erfüllte sich. Von Beginn an entwickelte sich ein rasantes, unterhaltsames Spitzenduell, in dem der VfB en Tabellenführer aus dem Rheinland stark unter Druck setzte und mutigen Fußball bot. Früh erspielten sich die Stuttgarter etliche hochkarätige Chancen.

Viele VfB-Chancen in der ersten Hälfte

Zunächst prüfte Chris Führich Bayer-Keeper Lukas Hradecky (2.). Dann geriet die Bayer-Abwehr nach einem Freistoß von Serhou Guirassy in größte Not und musste die Abschlüsse von Deniz Undav und Josha Vagnoman zweimal auf der Linie klären (6.). Nach den vorherigen beiden Partien mit seiner Doppelspitze Guirassy und Undav hatte VfB-Coach Hoeneß als leichte Kritikpunkte angemahnt, dass die Chancenverwertung besser sein könnte. Das stimmte auch diesmal. Beim nächsten Abschluss von Undav war Hradecky gerade noch zur Stelle (17.), auch Guirassy hätte das 1:0 machen können, als er ziemlich allein vor Hradecky auftauchte (25.).

Xabi Alonsos Mannschaft musste Schwerstarbeit verrichten. „Wir hatten Probleme mit dem Druck“, sagte der Spanier mit Blick auf die schwierige erste Halbzeit: „Das Beste dort war das Ergebnis.“ In der Pause sei er „ein bisschen“ lauter geworden.

Die VfB-Führung fiel verdient und war schön herausgespielt: Vagnoman setzte sich auf der rechten Seite gegen Alejandro Grimaldo durch, Stuttgarts Neu-Nationalspieler Führich staubte ab. Auch Bayer hatte in Hälfte eins seine Möglichkeiten, aber nicht so viele wie die Schwaben. Adli scheiterte am Pfosten (8.), Victor Boniface nach einem Abspielfehler der VfB-Defensive an Keeper Alexander Nübel (24.).

Bayer kommt nach der Pause auf

Nach dem Seitenwechsel änderte sich dann das Bild. Die Gäste kamen besser aus der Kabine. Nach Vorlage von Victor Boniface jubelte Wirtz schnell über den Ausgleich. Dann knallte Granit Xhakas den Ball an den Pfosten. Da hatte der VfB Glück. Die Stuttgarter kamen nicht mehr wie in Hälfte eins dazu, den Leverkusenern ihr Offensivspiel aufzudrängen, hielten aber gut dagegen. Kurz vor Schluss setzte Leverkusens Jonathan Tah einen Schuss knapp neben das Tor (87.).

„Ich bin stolz auf die erste Halbzeit meiner Mannschaft, aber auch auf die zweite“, sagte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß nach dem Abpfiff auf DAZN. Leverkusens Nationalspieler Jonas Hofmann meinte zum rasanten Spiel in Canstatt: „Es war wichtig, einen Punkt mitzunehmen. Das kann Gold wert sein hinten raus. „Es pusht uns weiter, gibt uns Selbstvertrauen.“

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Jahre wartet der VfB Stuttgart nun bereits auf einen Heimsieg gegen Bayern Leverkusen. In dieser Zeit gab es fünf Unentschieden und sieben Niederlagen im eigenen Stadion.