„Ein Traum“ – so lautete Ole Einar Bjørndalens Fazit nach seinem Abschiedsrennen auf Schalke. Vor 46 412 Zuschauern bestritt er gemeinsam mit Ehefrau Daria Domratschewa die World Team Challenge. Domrachewa hat ihre Weltcupkarriere ebenfalls beendet, ihr Abschiedsrennen ist im Februar in der weißrussischen Hauptstadt Minsk.
Seit 2002 wird die World Team Challenge, bei der Teams aus je einem Mann und einer Frau gegeneinander antreten, auf Schalke ausgetragen. Vier Mal gewann Bjørndalen mit wechselnden Partnerinnen den Wettbewerb. Die diesjährigen Sieger, die Italiener Dorothea Wierer und Lukas Hofer, nahmen es dem Norweger nicht übel, dass er ihnen zumindest abseits der Loipe die Show stahl: „Bis zum Schluss war es eine Ehre, wieder mal gegen Ole zu laufen“, sagte Hofer: „Ich ziehe wirklich den Hut, wie er sich wieder vorbereitet hat.“
In der Tat waren sowohl Bjørndalen als auch Domratschewa in sehr guter Verfassung. Den Shootout, einen Schießwettbewerb ohne Belastung, der nicht in die Wertung der World Team Challenge einfließt, konnte Bjørndalen gewinnen. In der abschließenden Verfolgung lagen Bjørndalen und Domratschewa bis nach dem letzten Schießen auf Podestkurs. In der Schlussrunde überholte Benedikt Doll, der gemeinsam mit Denise Herrmann antrat, den 16 Jahre älteren Bjørndalen. Doch kurz vor dem Ziel nahm er das Tempo raus, wartete auf den Altmeister und zog ihn an sich vorbei über die Linie. „Das war für mich eigentlich selbstverständlich“, sagte Benedikt Doll bei der Siegerehrung.

Schempp/Preuß auf Platz zwei

Sportlich blieben die Südtiroler Hofer und Wierer sowohl im Massenstart, als auch in der Verfolgung unangefochten. Die Franzosen Émilien Jacquelin und Anaïs Bescond, die nach dem ersten Rennen noch auf Rang zwei gelegen hatten, landeten in der Verfolgung nur noch auf dem vorletzten neunten Platz. Bis zum vierten Schießen liefen sie noch in der Spitzengruppe mit, dann schoss Jacquelin jedoch vier Fehler und jede Hoffnung auf einen Podestplatz war dahin. Auf dem zweiten Platz landeten schließlich Simon Schempp und seine Freundin Franziska Preuß.
Preuß hätte genau wie Benedikt Doll eigentlich gestern am City-Biathlon in Garmisch teilnehmen sollen. Doch dann wurde Ersatz für Erik Lesser und Vanessa Hinz benötigt, die aus gesundheitlichen Gründen nicht auf Schalke starteten. Dass der DSV ausgerechnet die beiden Top-Athleten vom Garmischer Wettkampf abzog, sorgte bei den Veranstaltern für einige Verärgerung. Die sehen nun den Fortbestand des Rennens gefährdet. Franziska Preuß zeigte Verständnis für den Frust der Garmischer: Die Situation sei „blöd für Garmisch, und das kann ich auch nachvollziehen“.