Einen Tag nach der Festnahme der Sturzverursacherin vom Auftakttag der Tour de France haben die Organisatoren der Frankreich-Rundfahrt ihre Anzeige gegen diese zurückgezogen. Dies teilte Renndirektor Christian Prudhomme am Donnerstag mit. "Der Vorfall und seine Konsequenzen haben alle Dimensionen gesprengt", sagte Prudhomme: "Jetzt wollen wir etwas Ruhe in die Dinge bringen, zumal die Botschaft angekommen sein dürfte, dass Fans am Straßenrand vorsichtig sein sollten."
Die Zuschauerin, die laut Medienberichten 30 oder 31 Jahre alt sein und aus dem nordwestfranzösichen Finisterre stammen soll, hatte sich am Mittwoch der Polizei gestellt und war in Gewahrsam genommen worden. Die Frau hatte auf der ersten Etappe nach Landerneau ein Pappschild in den Weg des Fahrerfeldes gehalten, woraufhin rund 30 Fahrer zu Fall gekommen waren.

Behörden ermitteln weiter

Die Behörden ermitteln gegen die Frau wegen fahrlässiger Körperverletzungen, ihr drohen Freiheits- und Geldstrafe. Hinzu könnten Schadenersatz-Forderungen kommen. Der spanische Movistar-Profi Marc Soler, der sich Brüche an den Armen zugezogen hatte, kündigte nun juristische Schritte an. "Ich denke, ich werde die Zuschauerin verklagen", sagte er der spanischen Zeitung La Vanguardia: "Meine ganze Tour wurde weggeschmissen, und ich verspüre großen Zorn."