Streik bei Lufthansa aktuell
: Wann drohen Streiks und welche Flughäfen sind betroffen?

Dicke Luft bei Lufthansa: momentan folgt Streik auf Streik – auch Passagierflüge sind nun wieder betroffen …
Von
Philipp Staedele
Frankfurt/Main
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Kaum ist der letzte Streik des Bodenpersonals bei Lufthansa beendet, droht für Passagiere bereits das nächste Unheil.

Carsten Koall/dpa

Nach dem Streik ist vor dem Streik: Passagiere von Lufthansa müssen in den kommenden Tagen auch weiterhin die Flugpläne genau verfolgen, denn das gesamte Bodenpersonal ist ab Donnerstag erneut zu mehrtägigen Streiks aufgerufen – und dieses Mal sind die Passagiere das vorrangige Ziel der Ausstände. Hinzu kommt nun auch noch ein Streik des Sicherheitspersonals. Wann wird diese Woche bei Lufthansa gestreikt?

Lufthansa: Verdi plant die nächste Warnstreikwelle

Die Gewerkschaft Verdi verschärft den geplanten Warnstreik im Luftverkehr. Parallel zum Ausstand des Lufthansa-Bodenpersonals ruft die Gewerkschaft auch die Luftsicherheitskräfte an zwei Flughäfen zu Arbeitsniederlegung auf, wie die Gewerkschaft am Dienstag in Berlin mitteilte.

Lufthansa: Wann wird gestreikt?

Der angekündigte Warnstreik für das gesamte Bodenpersonal soll am Donnerstag um 4.00 Uhr beginnen und am Samstag um 7.10 Uhr enden. Bei Fracht und Technik gelten abweichende Zeiten, teilweise bereits ab Mittwochabend. Die Lufthansa sprach von 59 Stunden, die sich mit den vorangegangenen Runden auf 145 Stunden Warnstreik addierten. Bei Lufthansa Cargo wurde ebenfalls für Samstag, den 02.03.2024, zu Streik aufgerufen.

Das Sicherheitspersonal streikt dann ebenfalls am Donnerstag.

Für einen Streik der Ufo steht noch kein Datum. Ufo rief ihre Mitglieder jedoch auf, in einer Urabstimmung bis 6. März über Streiks zu entscheiden. Bis zu diesem Datum sollten zumindest die Flugbegleiter nicht streiken.

Und auch die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat die Piloten der Lufthansa-Ferienfluggesellschaft Discover mehrmals zu Streiks aufgerufen.

Streik des Sicherheitspersonals: Welche Flughäfen sind betroffen?

Verdi ruft die Luftsicherheitskräfte in Frankfurt und Hamburg zur Arbeitsniederlegung auf, wie die Gewerkschaft am Dienstag in Berlin mitteilte.

Auswirkungen: Drohen jetzt Flugausfälle?

Der Streik der Sicherheitskräfte am Donnerstag in Frankfurt und Hamburg bringt weitreichende Folgen für Fluggäste mit sich. Denn damit können Passagiere diese Flughäfen voraussichtlich nicht von außen betreten. Die Beschäftigten sind bei Privatunternehmen angestellt, die im Auftrag der Bundespolizei Passagiere, Personal und Gepäck an den Zugängen zum Sicherheitsbereich kontrollieren.

Bei ihrer ersten Warnstreikwelle am 1. Februar an elf größeren Flughäfen sind nach Schätzung des Branchenverbands ADV rund 1100 Flüge ausgefallen, weil Passagiere nicht mehr in die Sicherheitsbereiche gelangen konnten.

Schon vor der Verschärfung hatte die Lufthansa mit massiven Flugausfällen vor allem an ihren Drehkreuzen Frankfurt und München gerechnet. Am Donnerstag und am Freitag sollten jeweils rund 1000 Flüge ausfallen und jeweils rund 100 000 Passagiere betroffen sein, wie ein Unternehmenssprecher am Dienstag in Frankfurt sagte. Die Airline bemühe sich, 10 bis 20 Prozent des ursprünglichen Flugplans darzustellen. In den Flugplänen seien die Streichungen bereits berücksichtigt.

Lufthansa: Streiks in drei Berufsgruppen möglich

Wie stark die Vereinigung Cockpit (VC), die für die Piloten verhandelt, beim neuen Lufthansa-Ferienflieger Discover mit derzeit 24 Flugzeugen ist, hat sich durch die erfolgreiche Urabstimmung gezeigt.

Mit rund 25.000 Beschäftigten ist auch das Bodenpersonal der Lufthansa-Gruppe in Deutschland als eine der größten Beschäftigtengruppen in die Verhandlungen gegangen. Die Forderungen sind kräftig - 12,5 Prozent mehr Geld, Ende der Mehrarbeit im Osten sowie höhere Schichtzulagen und Inflationsausgleichsprämie.

Und auch die Gewerkschaft Ufo, die für rund 18.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter bei der Konzernmutter verhandelt, hat nun zur Urabstimmung aufgerufen. Ärger gibt es hier auch um die Tochter Cityline, deren rund 1.000 Kabinenkräfte nach dem Willen des Managements zur neuen, fast namensgleichen Gesellschaft City Airlines wechseln sollen.

(mit Informationen von dpa und AFP)