SSV Ulm vor Zweitliga-Aufstieg
: Die Spatzen marschieren durch, wenn ...

Der SSV Ulm 1846 Fußball kann am Wochenende den Aufstieg in die 2. Bundesliga besiegeln – selbst wenn die Spatzen am Samstag verlieren sollten. Auch die Meisterschaft ist möglich.
Von
Elias Hoffmann
Ulm
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SSV Ulm Aufstieg 2023 Mannschaft feiert mit Pokal

Nach vielen tristen Jahren im Amateurbereich stand vor knapp einem Jahr fest: Schwarz-Weiß spielt wieder bundesweit. Nun könnte in Ulm bald die nächste Aufstiegs-, ja sogar Meisterfeier anstehen?

Volkmar Könneke

Es ist angerichtet für den SSV Ulm 1846 Fußball. Nach 23 Jahren steht der Traditionsklub vor der Rückkehr in die 2. Bundesliga. „Wir haben uns einen Matchball erspielt im eigenen Stadion, im Donaustadion, mit unseren Fans. Das ist ein absoluter Traum!“, sagte Kapitän Johannes Reichert nach dem 2:1-Sieg gegen den SC Freiburg II am vergangenen Sonntag (28.04.). Der Elf von Thomas Wörle fehlt nur noch ein Sieg aus den verbleibenden drei Spielen – und das als Liga-Neuling. So wird der „Rekordinsolvenzmeister“, wie ihn die Fans selbstironisch betiteln, zum „Rekord-Durchmarschierer“ im deutschen Profifußball.

Die Aufstiegsszenarien am 36. Spieltag im Überblick

Der SSV Ulm 1846 Fußball steigt am Samstag (04.05.) auf, wenn …

  • Ulm gegen Viktoria Köln gewinnt.
  • Ulm gegen Viktoria Köln Unentschieden spielt und parallel der SSV Jahn Regensburg gegen den SC Freiburg II verliert.

Tritt keines dieser beiden Szenarien ein, dürfen die Spatzen-Fans womöglich einen Tag später feiern. Der SSV Ulm 1846 Fußball steigt am Sonntag (05.05.) auf, wenn …

  • Preußen Münster gegen den 1. FC Saarbrücken verliert.
  • Ulm gegen Viktoria Köln Unentschieden gespielt hat und Preußen Münster gegen den 1. FC Saarbrücken nicht über ein Remis hinauskommt.

Schon am Samstag (14 Uhr/Liveticker auf swp.de) kann der SSV Ulm die ganze Stadt in Ekstase versetzen. Dann treffen die Spatzen vor ausverkaufter Heimkulisse im Donaustadion auf Viktoria Köln. Mit drei Punkten ist der Aufstieg für die Ulmer gesichert.

Aber Vorsicht: Viktoria Köln ist eine abschlussstarke Mannschaft, traf sogar einmal häufiger (58 Tore) als der SSV Ulm (57). Angst und Bange muss es der routinierten Wörle-Elf aber nicht werden. Torhüter Christian Ortag ist ein sicherer Rückhalt. In der Rückrunde musste der 29-Jährige erst neunmal hinter sich greifen, blieb zehnmal ohne Gegentreffer. Ligaspitze.

Fliegen die Spatzen zur Drittliga-Meisterschaft?

Ortag war immer bereit, wenn es brenzlig wurde. Er steht damit sinnbildlich für eine beeindruckende Defensivleistung, die das Ulmer Spiel in der Rückrunde prägte. In der entscheidenden Phase der Saison behielt schließlich nicht nur der Ulmer Schlussmann die Nerven. Das gesamte Team zeigte zuletzt konstant Topleistungen, gewann im April alle Spiele und zog der schwächelnden Konkurrenz davon. Mit sechs Punkten Vorsprung auf Rang zwei ist nicht nur der Aufstieg, sondern auch die Drittliga-Meisterschaft in greifbarer Nähe.

Die achteinhalb Kilogramm schwere Trophäe wird voraussichtlich erst am 38. Spieltag an den dann feststehenden Meister übergeben. Unabhängig von der Konkurrenz beendet der SSV Ulm die Saison als Meister, wenn die Spatzen aus den verbleibenden drei Spielen mindestens vier Punkte holen. Alles klarmachen kann der SSV Ulm aus eigener Kraft daher erst am 11. Mai beim Auswärtsspiel gegen die U23 von Borussia Dortmund. Spielt die Konkurrenz den Spatzen in die Karten, ist die Meisterschaft schon am Samstag (04.05.) gegen Viktoria Köln drin. Ein Ulmer Sieg gegen Köln ist ausreichend, sollte Regensburg in Freiburg nicht gewinnen.

Durchmarsch im Profifußball

Zum fünften Mal in der Geschichte des deutschen Fußballs könnte einer Mannschaft der Durchmarsch aus der viertklassigen Regionalliga in die 2. Bundesliga gelingen. Im letzten Jahr vollbrachte die SV Elversberg dieses Kunststück. Zuvor stiegen RB Leipzig (2013/14), die Würzburger Kickers (2015/16) und der SSV Jahn Regensburg (2016/17) zweimal hintereinander auf.

Acht Teams feierten bisher als Zweitliga-Aufsteiger den direkten Durchmarsch in die Bundesliga. Der TSV 1860 München war 1993/94 die erste Mannschaft, es folgten Fortuna Düsseldorf (1994/95), der DSC Arminia Bielefeld (1995/96), der 1. FC Nürnberg (1997/98), die TSG 1899 Hoffenheim (2007/08), der SV Darmstadt 98 (2014/15) sowie der SC Paderborn (2018/19) – und natürlich: der SSV Ulm (1998/99). Die Spatzen könnten damit der erste Verein werden, der in seiner Historie zweimal im Profifußball durchmarschiert.

SSV Ulm 1846

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