Aufstieg des SSV Ulm 1846: Geschafft! Die Reaktionen von Spielern, Funktionären und Co.

Ulms Leo Scienza feiert den Aufstieg.
Harry Langer/dpaWas für ein Tag, was für eine Saison! Der SSV Ulm 1846 Fußball schreibt Geschichte und steigt in die zweite Bundesliga auf. Jubel und Emotionen kennen im Donaustadion keine Grenzen. Unsere Sportreporter vor Ort haben die ersten Reaktionen von Spielern, Trainern, Funktionären und Co. gesammelt.
Martin Ansbacher, OB von Ulm
„Ich gratuliere den Spatzen und allen Verantwortlichen ganz herzlich zu diesem großartigen sportlichen Erfolg! Ulm ist stolz, dieses Wunder von Ulm heute miterleben zu dürfen. Wir als Stadt werden mithelfen, das Donaustadion Zweit–Liga–tauglich zu machen und alles zu tun, damit wir unterstützen können. Eine schöne Party allen! Wir sind mit dabei, wir freuen uns!“

Der Brasilianer Leo Scienza ist überwältigt.
Elias HoffmannLeo Scienza, Spieler SSV Ulm
„Die Fans waren nicht nur heute, sondern die ganze Saison einfach so Wahnsinn. Ich habe kein Wort dafür. Der Support — Heimspiel, Auswärtsspiel — war immer dabei“, sagt Leo Scienza. Druck habe er in dieser Saison nie gespürt, weil der Klassenerhalt das Ziel gewesen sei. Natürlich hat auch er gemerkt, dass die Chancen zum Aufstieg über die Saison hinweg immer besser wurden. „Vielleicht Relegation, vielleicht Aufstieg“, sagt der Brasilianer. „Und heute, heute sind wir Meister. Verrückt.“ Der Erfolg sei einer der Mannschaft. Ob er nun Top–Scorer der Liga wird oder nicht, ist sekundär. „Ich bin glücklich, dass ich helfen kann. Aber ich kann nichts ohne mein Team machen. Alles, was ich mache, ist wegen der Mannschaft.“
Felix Higl, Spieler SSV Ulm
„Wir sind unserem Weg einfach treu geblieben, haben einfach unser Ding gemacht. Das, was uns das ganze Jahr stark gemacht hat und voll durchgezogen. Dass das im Endeffekt jetzt alles so aufgegangen ist — ich kann es noch gar nicht glauben. Für mich ist es total surreal — wie wenn mich gleich einer zwicken würde.“
Lennart Stoll, Spieler SSV Ulm
„Es ist unbeschreiblich. Ich bin jetzt auch schon das sechste Jahr in diesem Verein, habe auch andere Zeiten erlebt. Dass ich das jetzt miterleben darf, macht mich unfassbar stolz. Ich bin so stolz auf jeden einzelnen hier, der das mit geschaffen hat.“ Auch die Fans hatten ihren Anteil: „Die letzten Tage hat man in der Stadt schon gemerkt, hier entwickelt sich was. Und heute war die Stimmung unfassbar.“ Druck habe er deshalb keinen verspürt. „Das war ja eine unfassbar geile Ausgangslage.“ Stoll schreibt Wörle einen großen Anteil am Erfolg zu: „100 Prozent. Ohne Tom wäre das nicht möglich. Es ist eine unfassbar geile Einheit von Trainerteam und Mannschaft.“ Er freut sich erstmal auf die Party in der Stadt. „Ich hab keine Ahnung, wo gefeiert wird, aber es wird gefeiert. Der Rest ist mir scheißegal.“
Lamar Yarbrough, Spieler SSV Ulm
Vor wenigen Tagen hat sich Lamar Yarbrough eine Innenbandverletzung im Knie zugezogen — das vorzeitige Saisonaus für den wuchtigen Innenverteidiger aus Öhringen. „Klar ist es anders, wenn du die Emotionen vom Platz dann mit rausnimmst“, sagte der 28–jährige, der schon vor dem Spiel „confident“ (engl.: zuversichtlich, Anm.d.Red.) war. Trotzdem: „Ich musste vorhin nochmal kurz realisieren, was jetzt hier passiert ist.“ Er schreibt Thomas Wörle einen großen Teil des Erfolgs zu, sagt aber auch: „Natürlich gehört zur Umsetzung auf dem Platz die gesamte Mannschaft dazu.“ Die hat eine historische Saison gespielt, die so kaum jemand erwartet hat. Sein Statement zum Aufstieg: „Ich wusste, dass hohe Qualität auf uns zukommen wird in der dritten Liga. Aber ich wusste, dass wir eine geile Mannschaft sind und am Ende des Tages, ist es immer noch ein Mannschaftssport.“
Bastian Allgeier, Spieler SSV Ulm
„Wir sind als Underdog in die Saison gestartet, als Neuling in der Liga. Ich denke, keiner hat mit uns gerechnet. Wir haben es allen gezeigt, dass wir schwer zu schlagen sind. Unfassbar, was wir erreichen konnten,“ sagt Bastian Allgeier. Der 22–Jährige war Stammspieler der Spatzen, fiel zuletzt aber mit Rückenbeschwerden aus. „Ich habe heute mehr gezittert als sonst. Natürlich wäre ich lieber auf dem Platz gewesen, aber ich spüre einfach nur Freude, dass wir es geschafft haben.“
Marc Lenz und Steffen Merkel, DFL–Geschäftsführer
„Nach 23 Jahren: Willkommen zurück in der 2. Bundesliga, Ulmer Spatzen! Als Aufsteiger aus der Regionalliga gleich wieder aufzusteigen, ist eine beeindruckende Leistung. Herzlichen Glückwunsch an das gesamte Team, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Fans.“
Holger Betz, Torwarttrainer SSV Ulm
Holger Betz hat beim SSV schon einiges erlebt, unter anderem den Durchmarsch in die erste Liga 1998/99. Er ordnet den aktuellen Erfolg ganz oben ein. „Jeder Aufstieg ist etwas ganz Spezielles, aber dieser war wirklich etwas sehr Einzigartiges. Wie sich die Truppe über die Saison hinweg in ihrer Konstanz gefestigt hat.“ Zur besten Zu–Null–Statistik sagt er: „Es ist toll, dass Fußball–Deutschland jetzt wieder nach Ulm gucken kann.“
Willy Götz, Präsident des SSV Ulm 1846
Götz hat den Aufstieg im Stadion hautnah miterlebt. Er sagt: „Herzlichen Glückwunsch vom Hauptverein! Alles richtig gemacht! Ich freue mich vor allem für Thomas Oelmayer (Vorstand SSV Ulm 1846 Fußball). Er hat jahrelang eine große, große Verantwortung getragen.“
Walter Feucht, Mitglied des Aufsichtsrats beim SSV Ulm 1846 Fußball
„Für mich ist es ja ein Déjà-vu. Ich habe schon den Durchmarsch von 25 Jahren miterlebt. Dieser Aufstieg ist ein enormer Gewinn für die Stadt. Er wertet sie einfach auf. Ich finde es einfach toll“, sagt Walter Feucht nach dem Spiel.
Thomas Oelmayer, Vorstand der Ulmer Fußballer
Oelmayer ist gerührt: „Ich habe Tränen in den Augen. Der Druck ist jetzt weg. Wir haben zehn Jahre intensive Kärrnerarbeit geleistet. Jetzt habe ich wirklich das Gefühl: Wir haben es geschafft. Wenn man die Menschen hier sieht: Das sind ganz besondere Glücksgefühle.“
Max Rieck, Pressesprecher des SSV Ulm 1846 Fußball
Für Max Rieck ist es schon der zweite Aufstieg in dieser Saison. Erst vor Kurzem holte er mit dem SV Westerheim den Kreisligatitel, jetzt feiert der Pressesprecher den Durchmarsch des SSV Ulm 1846 Fußball. Vor sechs Jahren hat er den Job angetreten — jetzt heißt es wohl auch für ihn: Liga zwei. „Es ist völlig wahnsinnig, dass wir in die zweite Liga aufsteigen. Als ich hier angefangen habe, haben wir vor 1500 Zuschauern gespielt. Da war alles klein. Wir haben uns irgendwie über Wasser gehalten und jetzt steigen wir heute in die zweite Liga auf.“ An den Aufstieg hat er vor dem Spiel fest geglaubt: „Jetzt die Woche über waren wir uns eigentlich sicher, dass wir es schaffen. Nach dem Freiburg–Spiel war klar, das wird auf jeden Fall was. Jetzt, heute hier vor dieser Kulisse, ist unfassbar.“ Er stellt sich jetzt auf eine ordentliche Feier ein.
Jochen Endress, SEO von Hauptsponsor Husqvarna
„Unglaublich, wenn man sich das Saisonziel anschaut vor knapp einem Jahr und jetzt sind wir hier und gehen in die zweite Liga. Es ist unfassbar, was das Team geleistet hat. Eine fantastische Mannschaftsleitung. Ich glaube, auch der Trainer hat da unfassbares geleistet.“
Jochen Schmidt, Geschäftsführer der TSG Söfllingen
„Die TSG freut sich mit dem SSV 46 Fußball! Der Aufstieg ist absolut verdient. Ich habe ja auch eine Spatzen–Vergangenheit und kann mir vorstellen, was in den Köpfen der Jungs jetzt vor sich geht.“
Dieser Text wird laufend aktualisiert.