WFV-Pokal-Finale
: Balingen will die Saison vergolden

Die TSG trifft im Endspiel auf die Stuttgarter Kickers. Nach den Final-Niederlagen 2020 und 2021 soll zum ersten Mal der Pott und damit das Ticket für den DFB-Pokal her.
Von
Matthias Jedele
Balingen/Stuttgart
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  • Die Regionalligafußballer der TSG Balingen wollen im dritten Versuch den Gewinn des württembergischen Verbandspokals bejubeln und somit eine ohnehin schon sensationelle Saison noch besser machen.⇥

    Die Regionalligafußballer der TSG Balingen wollen im dritten Versuch den Gewinn des württembergischen Verbandspokals bejubeln und somit eine ohnehin schon sensationelle Saison noch besser machen.⇥

    Eibner/Wolfgang Frank
  • Gegner der TSG Balingen im Verbandspokal-Endspiel sind die Stuttgarter Kickers mit ihrem Kapitän Kevin Dicklhuber (rechts.).⇥

    Gegner der TSG Balingen im Verbandspokal-Endspiel sind die Stuttgarter Kickers mit ihrem Kapitän Kevin Dicklhuber (rechts.).⇥

    Eibner/Baur
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Es ist angerichtet. Strahlender Sonnenschein, ein hervorragend gepflegter Fußballplatz und eine Kulisse von über 7000 Zuschauern sind überragende Bedingungen für das Finale im württembergischen Verbandspokal. Die Regionalliga-Fußballer der TSG Balingen treffen dabei auf den Oberliga-Meister Stuttgarter Kickers und wollen, nach den beiden Finalpleiten 2020 und 2021, jeweils gegen den SSV Ulm, im dritten Anlauf den begehrten Pott holen und so das Ticket für die erste DFB-Pokalrunde in der kommenden Saison lösen.

Beide Mannschaften werden mit extrem viel Selbstvertrauen am Samstag um 16.15 Uhr im Stuttgarter Gazi-Stadion auflaufen. Denn die Kickers konnten nach einer langen Durststrecke endlich in der abgelaufenen Spielzeit die Oberligameisterschaft feiern und damit den Aufstieg in die Regionalliga Südwest eintüten.

Starke Leistung

Die Balinger zeigten in Regionalliga eine ganz starke Leistung und belohnten sich mit dem sechsten Rang in der Endabrechnung. Dies ist die beste Platzierung in den bisherigen fünf Jahren in der vierthöchsten deutschen Spielklasse. 

„Der sechste Platz in der Abschlusstabelle ist super für uns. Ich bin wirklich stolz auf die gesamte Mannschaft, dass wir das so gut hinbekommen haben“, sagt Balingens Cheftrainer Martin Braun. Für die Kicker aus dem Zollernalbkreis wäre am letzten Spieltag sogar noch eine bessere Platzierung drin gewesen, doch der TSG-Kommandogeber räumt ein, dass der FC 08 Homburg (4.) und der FSV Frankfurt (5.) am Schluss vielleicht ein bisschen besser waren und kann deshalb mit dem sechsten Platz „extrem gut leben.“

Das i-Tüpfelchen auf die beste Saison der Vereinsgeschichte wäre zweifelsohne der Finalsieg gegen die Stuttgarter Kickers. „Bisher bin ich noch sehr entspannt. Ich denke alle im Team freuen sich enorm auf die Partie und es ist ein super Abschluss für unsere tolle Saison“, so Braun im Vorfeld des Pokalkrachers. Personell kann der TSG-Cheftrainer nahezu aus dem Vollen schöpfen. Die Langzeitverletzten Luca Kölsch und Aron Viventi fallen sicher aus und bei Pedro Almeida Morais sieht es ebenfalls nicht gut aus. „Er hat sich in Koblenz verletzt und wird am Samstag wahrscheinlich nicht dabei sein können“, gibt Braun zu Protokoll.

Beim letzten Saisonspiel wurde die Startelf der Balinger kräftig durcheinandergewürfelt. Gleich neun Wechsel nahm der TSG-Coach vor und gab so den zuvor fehlenden Tim Wöhrle und Jonas Fritschi die Möglichkeit, um Spielpraxis zu sammeln. Da beide Akteure nach den 90 Minuten in Koblenz grünes Licht gaben, hat Braun die berühmte Qual der Wahl, wen er von Beginn an auflaufen lässt. „Wir haben schon 16, 17 Akteure in sehr guter Verfassung“, sagt Braun und lässt sich bezüglich einer möglichen Startaufstellung jedoch nicht wirklich in die Karten schauen. 

Unabhängig davon, wen der TSG-Coach auf das Spielfeld schicken wird, ist klar, dass sein Team eine ähnlich gute Leistung wie gegen Hoffenheim II oder den SSV Ulm abrufen muss, um den Platz am Ende als Sieger zu verlassen. Große Gedanken über die Kickers und eine mögliche taktischen Umstellung macht sich Braun nicht: „Im Prinzip denken wir nicht wahnsinnig viel über die Kickers nach. Sie haben eine tolle Saison gespielt, viele Tore erzielt und eine hohe Qualität. Aber es wäre schon sinnvoll, so aufzutreten und zu agieren, wie wir es die Saison über gemacht haben.“

Marc Stein, Sportdirektor der Kickers, lobt die Gäste aus dem Zollernalbkreis in den höchsten Tönen: „Die Mannschaft von Martin Braun hat großes Potential. Sie hat in der Saison schon viel geliefert und ich bin mir sicher, dass sie auch am Samstag wieder alles auf dem Rasen bringen werden.“

In Steins Augen stehen auch die Kickers zurecht in dem Finale. „Und das wollen wir zeigen. Wir haben eine große Chance, hier zu gewinnen, und das ist das Wichtigste, was ich von der Mannschaft erwarte und sehen möchte.“

Die TSG Balingen konnte nach Siegen bei der SG Empfingen (2:1), beim SSV Reutlingen (3:2), beim SV Nehren (4:2), beim FC Holzhausen (2:0), beim VfR Aalen (1:0) und beim FV Rot-Weiß Weiler (2:1) das begehrte Finalticket lösen.

Die Kickers mussten auf dem Weg ins Endspiel  die SpVgg Trossingen (4:1), den VfL Nagold (2:0), die TuS Metzingen (4:1), den SV Fellbach (2:0), die Sport-Union Neckarsulm (3:2) und Türkspor Neu-Ulm (4:0) besiegen.

Notizen zum Verbandspokal

21 Finalspiele
Deutschlandweit ermitteln 21 Verbände am „Tag der Amateute“ ihren Sieger im jeweiligen Landespokal. Die ARD überträgt die Spiele in einer Konferenz ab 12.05 Uhr. Um 12.15 Uhr werden die ersten acht Spiele angepfiffen – unter anderem das badische Duell 1. CfR Pforzheim gegen den FC Astoria Walldorf. Um 14.15 Uhr startet das Südbaden-Endspiel, in dem der FC 08 Villingen auf den SV Oberachern trifft.

SSV Ulm ist Rekordsieger
Der Regionalligameister der Saison 2022/23 und Aufsteiger in die 3. Liga ist mit elf Titeln auch Rekordsieger des württembergischen Verbandspokals. Auf Rang zwei liegt der VfR Aalen mit sieben Finalerfolgen. Der Neu-Bundesligist 1. FC Heidenheim liegt mit sechs Titeln auf Rang drei, gefolgt vom SSV Reutlingen und der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart (je vier). Die Stuttgarter Kickers waren bisher dreimal im Endspiel erfolgreich.

Balingen in Torlaune
14 Treffer hat die TSG im aktuellen Pokalwettbewerb erzielt. Die meisten Treffer gehen auf das Konto von Jan Ferdinand (4), gefolgt von Walter Vegelin (3) und Lukas Ramser (2).