Vierte Niederlage in der Handball-Bundesliga
: Gallier-Offensive gerät ins Stocken

Das 28:29 gegen den Bergischen HC tut noch immer weh. Bei der Pressekonferenz sieht HBW-Chefcoach Matti Flohr die ausgelassenen Chancen als einen der Hauptgründe für die schmerzliche Heimniederlage.
Von
Frank Campos
Balingen
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GER, HBW Balingen-Weilstetten vs. Bergischer HC, Handball, Opel Handball-Bundesliga, 7. Spieltag, Spielzeit 2026/2027, 02.10.2026: Die Spieler des HBW bedanken sich bei den Fans,
Im Bild Georg Poehle (HBW Balingen-Weilstetten, #94), Elias Fuegel (HBW Balingen-Weilstetten, #24) und Elias Huber (HBW Balingen-Weilstetten, #07),

GER, HBW Balingen-Weilstetten vs. Bergischer HC, Handball, Opel Handball-Bundesliga, 7. Spieltag, Spielzeit 2026/2027, 02.10.2026

Foto: Eibner-Pressefoto/Kirsten Jaeger

Die Spieler des HBW bedanken sich bei den Fans. Gegen den Bergischen HC reichte die Leistung nicht zu weiteren Punkten in der Handball-Bundesliga.

Eibner/Kirsten Jaeger
  • HBW verliert zuhause 28:29 gegen den Bergischen HC – die vierte Niederlage in der Liga.
  • Zur Pause führte HBW 17:14, ließ aber viele Chancen aus, darunter fünf Siebenmeter mit drei Fehlwürfen.
  • Coach Matti Flohr nennt 21 Fehlwürfe als Hauptgrund und spricht von wiederholt knappen Spielen.
  • In Halbzeit zwei gelangen HBW nur elf Tore, der BHC drehte das Spiel und ging in Minute 49 in Führung.
  • Gästecoach lobt die Abwehr trotz Verletzung von Gerdas Barbarkas; Torhüter van der Merve pariert 15 Mal.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach der ersten Halbzeit und einer 17:14-Führung in eigener Halle gegen das Tabellenschlusslicht durften sich die HBW-Fans berechtigte Hoffnungen auf den zweiten Heimsieg der noch jungen Bundesligasaison machen. Der Aufsteiger hatte nach etwas verhaltener Anfangsphase klar das Ruder übernommen und zwischenzeitlich sogar mit fünf Toren geführt. Die Führung hätte auch noch deutlicher ausfallen können. Sascha Pfattheicher ließ von fünf Siebenmetern an diesem Tag drei liegen.

Die zweiten 30 Minuten sollten allerdings nicht so rosig werden. Das war zum einen natürlich der starken Defensive des Bergischen HC um Torhüter Kristian van der Merve - mit 15 Paraden - geschuldet, zum anderen müssen sich die Gallier auch an die eigene Nase fassen.

Das sagt Matti Flohr

„Für uns war es wiederholt eine knappe Niederlage. Es ist kaum zu fassen, wir schaffen es gerade so gut, oder so schlecht zu spielen, dass wir mit einem Tor verlieren. Das geht auf ein paar Faktoren zurück. Wir können in der Abwehr gerade in der ersten Halbzeit uns bei Vladimir Cupara bedanken, dass er ein paar Dinger wegnimmt, bekommen es dann aber insgesamt stabilisiert“, analysiert Flohr.

Und die Statistik lügt nicht: „Am Ende sind es 21 Fehlwürfe. Ich glaube, da müssen wir nicht viel diskutieren. Da sind fünf Siebenmeter dabei, da sind einige wirklich freie Würfe dabei, doch das gehört zum Handballspiel dazu. Dann ist es ein enges Spiel, dann ist es Spitz auf Knopf. Dann kann es in beide Richtungen kippen, dann ist es dieser Coin flip, der zum wiederholten Male gegen uns geht. Das muss raus aus dem Kopf, dann werden wir diese engen Dinger auch mal wieder ziehen. In diesem Moment ist das unfassbar bitter. “

Immer eine riesige Aufgabe

Matthi Flohr erinnert auch an die Konstellation in der Bundesliga: „Die Liga besteht aus guten bis sehr guten, bis Weltklassemannschaften. Von daher ist es gegen jeden Gegner, ob zuhause oder auswärts eine riesige Aufgabe und da muss bei uns einfach viel zusammenpassen. Wir haben fünf Spiele am Limit gespielt, gegen den BHC nicht am Limit, und da hat es genau gereicht, um mit einem Tor zu verlieren.“

Gästetrainer Markus Pütz sagte: „Es war ein Zittersieg am Ende. Wir hätten das Spiel vielleicht etwas früher - in den letzten sieben, acht Minuten zumachen können. Für uns ist es ein Sieg gegen einen direkten Konkurrenten. In Balingen zu gewinnen ist schwer.“

Gäste zeigen keine Müdigkeit

Zwei Dinge fielen komischerweise überhaupt nicht ins Gewicht. Zum einen war das die „Hölle Süd“, in der wieder eine mitreißende Atmosphäre vor über 2000 Zuschauern herrschte und  die zudem von Vladimir Cuparas Paraden zusätzlich angeheizt wurde. Zum anderen hatte der Bergische HC erst am Mittwoch sein erstes internationales Spiel überhaupt bestritten und in der European League bei Tatran Presov in der Slowakei gewonnen. Der BHC hatte 1500 Kilometer zurückgelegt und kein richtiges Training zur Vorbereitung absolviert. Die Regeneration war dementsprechend kurz.

„Der Schlüssel für uns, war nicht nervös zu werden. Mit der Abwehrleistung sind wir super zufrieden, auch weil mit Gerdas Barbarkas unser Herzstück verletzungsbedingt weggebrochen ist. Nico Schöttle, als junger Kerl, fängt das gerade super auf“, lobte der Gästecoach.

Elf Tore sind zu wenig

Noch einmal zurück zur zweiten Halbzeit. Nur elf Tore gelangen den Galliern in den zweiten 30 Minuten. Als Elias Fügel in der 34. Minute per Siebenmeter zum 20:16 traf, schien die HBW-Welt noch in Ordnung. Doch bis zum 21:21 in der 42. Minute gelang der Flohr-Sieben nur ein weiterer Treffer. Danach hatte der BHC das Momentum auf seiner Seite, ging in der 49. Minute mit 26:25 in Führung. In der hektischen Schlussphase hatte der HBW zwei, dreimal sogar die Möglichkeit zur Wende, doch an diesem Tag lag das Spielglück auf des Gegners Seite.