Trainerknall an der Eyach
: TSG Balingen entlässt Coach Schilling

Die TSG Balingen trennt sich mit sofortiger Wirkung von ihrem Cheftrainer Michael Schilling. Co Jonas Baumgartner übernimmt bis zur Winterpause.
Von
Marcel Schlegel
Balingen
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Fußball Oberliga Baden-Württemberg 1. CfR Pforzheim - TSG Balingen :  Trainer Michael SCHILLING (BAL)

Pforzheim, Baden-Württemberg, Deutschland, 19.09.2026. Fußball, Oberliga Baden-Württemberg, 8. Spieltag, Saison 2026/2027. 1. CfR Pforzheim - TSG Balingen Fußball in der KRAMSKI-ARENA in Pforzheim. Foto: Eibner-Pressefoto/Michael Ripberger.

Michael Schilling wurde von seinen Aufgaben als Cheftrainer der TSG Balingen entbunden.

Eibner/MR
  • TSG Balingen trennt sich sofort von Cheftrainer Michael Schilling.
  • Co-Trainer Jonas Baumgartner übernimmt bis zur Winterpause die Mannschaft.
  • Grund ist die negative sportliche Entwicklung mit sechs sieglosen Pflichtspielen.
  • Balingen steht in der Oberliga auf Platz 14 – nur ein Punkt trennt vom Abstiegsrang.
  • Verein hält Optionen offen: interne Lösung oder Neubesetzung in der Winterpause.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Nun also doch: Die TSG Balingen hat sich von Trainer Michael Schilling getrennt. Das gaben die Verantwortlichen des Fußball-Oberligisten am Dienstagabend bekannt. In den sechs Spielen bis zur Winterpause wird der bisherige Co-Trainer Jonas Baumgartner die Mannschaft übernehmen, teilte Jonathan Annel mit. Damit reagiere man auf die jüngste sportliche Entwicklung, so der Balinger Manager. Und die zeigte bei den Schwaben, die zu dieser Saison aus der Regionalliga Südwest abgestiegen sind, zuletzt vor allem in eine Richtung: nach unten.

„Es war absolut keine leichte Entscheidung, vor allem auch menschlich“, sagte Annel, dem das Bedauern, den Deutsch-Schweizer freistellen zu müssen, spürbar anzumerken war. „Michael Schilling hat sich vom ersten Tag an voll mit der TSG identifiziert und sich zu jeder Zeit voll und ganz in den Verein eingebracht.“ Gleichwohl müsse man die sportliche von der menschlichen Dimension trennen. „Wir kamen in der Vereinsführung gemeinsam zur Einsicht, dass wir im Hinblick auf das Projekt, das wir im Sommer begonnen haben, nicht mehr auf dem richtigen Weg sind. Die Überzeugung, dass wir so, in dieser Konstellation weitermachen können, war nicht mehr in ausreichendem Maße gegeben“, so Annel. Das hätten gerade auch die vergangenen Spiele gezeigt.

Da ist etwas dran. Der vorläufige Negativ-Höhepunkt: das 0:2 zu Hause am vergangenen Samstag gegen den Bahlinger SC. Über 90 Minuten hinweg konnte sich die TSG nicht eine echte Torchance erarbeiten. Selbst Schilling, im Sommer als Nachfolger von Murat Isik (ging zum SSV Ulm 1846, wo er zwischenzeitlich von seinen Aufgaben als Sportdirekt entbunden wurde) an die Eyach gekommen, hatte das auf der anschließenden Pressekonferenz eingestanden und zuvor, anders als zu Saisonbeginn, eine durchaus erfahrene Mannschaft ins Rennen geschickt. Auch dieser Schritt zeigte keine Wirkung. Dazu kamen erneut haarsträubende Abwehrfehler, die mindestens indirekt zu den Gegentoren führten. Keines ihrer sechs letzten Pflichtspiele konnten die Balinger gewinnen, nur zwei Punkte holten sie in den vergangenen fünf Punktspielen. Auch ist der Viertliga-Absteiger, der mit Schilling einen markanten personellen Umbruch einleitete, in der Oberliga-Tabelle zwischenzeitlich auf Platz 14 abgerutscht. Nur ein Rang trennt die Balinger noch vom FC Teningen und dem ersten Abstiegsplatz. Bei den punktgleichen Teningern sind die TSG-Fußballer diesen Samstag (15.30 Uhr) zu Gast.

Das heißt: Sportlich gesehen kam die Entscheidung nicht überraschend. „Wir sind nicht bekannt dafür, uns schon nach einem Drittel der Saison von einem Trainer zu trennen“, sagte dann auch Eugen Straubinger, der Vorsitzende des Kreisstadtklubs. Aus Sicht der Verantwortlichen hätten die vergangenen Wochen jedoch Anlass zur Sorge bereitet und ein Gegensteuern erfordert. Wichtig zu betonen sei ihm, so der TSG-Chef, „dass wir zwar eine Entscheidung revidieren, nicht jedoch den eingeschlagenen Weg“. Man sei auch weiterhin überzeugt davon, dass der Umbruch nach dem Abstieg, der personell mit einer Verjüngungskur und einer Regionalisierung einherging, die richtige Route sei. Nur sei man eben zwischenzeitlich vom Pfad abgekommen.

Baumgartner übernimmt

In diesen „Gesamtkontext“, so Straubinger, sei auch die Entscheidung zu sehen, Baumgartner interimsweise zu befördern. Im Mittelpunkt habe dabei nicht allein die kurzfristige sportliche Stabilisierung gestanden. „Wir wollen den eingeschlagenen Weg weitergehen und das würde mit einem externen Trainer derzeit nicht funktionieren“, begründete der Balinger Vorstandsvorsitzende. „Es muss in der jetzigen Situation ein Trainer sein, der den Plan, die Strukturen und die Mannschaft bereits kennt.“ Daher präferiere man, für den Moment, eine interne Lösung. „Wir trauen das Jonas Baumgartner mit seiner fachlichen Expertise und seiner Persönlichkeit zu. Er wird den mit der Mannschaft eingeschlagenen Weg weitergehen, aber seine eigenen Ideen zur Umsetzung einbringen und dem Team neue Impulse geben können.“

Baumgartner, seit 2024 im Verein, war erst Ende September von der eigenen U23, wo er als „Co“ von Chefcoach Philipp Wolf fungierte, ins Trainerteam der „Ersten“ hochgezogen worden – ein Schritt, den markanter Weise Schilling selbst mitentschieden hatte. Nun löst Baumgartner, zuvor Coach des SV Seedorf, also Schilling ab, vorerst bis zur Winterpause. Und auch danach? „Wir halten uns alle Optionen offen“, antwortete Annel am Dienstag. „Wir werden die weitere Entwicklung beobachten und dann die Winterpause nutzen, um eine Entscheidung zu treffen: ob wir die Position des Cheftrainers also langfristig neu besetzen oder mit einer internen Übergangslösung bis zum Saisonende weitermachen werden.“

Schon in der Vorbereitung hatten die Balinger Funktionäre um Geduld gebeten. Der Umbruch brauche Zeit, hatten sie mehrfach wiederholt. „Das gilt auch weiterhin“, sagt Annel. Warum war der Geduldsfaden nun aber gerissen? „Die TSG hat im Sommer bewusst ein neues sportliches Projekt mit Michael Schilling begonnen und diesem Weg auch während der schwierigen Anfangsphase das notwendige Vertrauen entgegengebracht“, erklärte der Geschäftsführer.

Nach „intensiver interner Abstimmung“ sei die Vereinsführung indes zu der Einschätzung gelangt, dass „sich die Zusammenarbeit in wesentlichen Punkten nicht wie ursprünglich gemeinsam vorgesehen entwickelt hat“. Und weiter: „Wir werden nicht in Aktionismus verfallen, sondern bedachte Entscheidungen treffen.“ Schillings Vertrag läuft noch bis Sommer 2027.