25. boso Ladies Open Hechingen
: Ungarin Anna Bondar gewinnt das Jubiläumsturnier

Anna Bondar hat es nach ihrem Sieg gegen eine angeschlagene Ekaterina Makarova bei den Boso Ladies Open eilig – das Turnier in Hamburg wartet schon.
Von
Sascha Eggebrecht
Hechingen
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Die Ungarin Anna Bondar hat erstmals die Boso Ladies Open in Hechingen gewonnen. Nach der Siegerehrung ging es für die Siegerin gleich weiter nach Hamburg.

Die Ungarin Anna Bondar hat erstmals die Boso Ladies Open in Hechingen gewonnen. Nach der Siegerehrung ging es für die Siegerin gleich weiter nach Hamburg.

Markus Ulmer

Die Hoffnungen ruhten auf Noma Noha Akugue. Die 20-Jährige stand als einzige Deutsche im Einzel-Halbfinale der Boso Ladies Open in Hechingen. Das Tennis-Sternchen zeigte auf der nahezu ausverkauften Tribüne gegen Ekaterina Makarova zunächst die ganze Palette ihres Könnens. Der Lohn: Satz eins ging mit 6:3 an die Hamburgerin. Danach wendete sich das Blatt und Makarova fuhr noch einen ungefährdeten 6:3, 6:2-Erfolg ein. „Noma stand unter einem enormen Druck. Sie weiß, dass sie in dieser Woche beim WTA-Turnier in Hamburg ihre Endspiel-Teilnahme aus dem Vorjahr bestätigen muss. Scheitert sie früh, stürzt sie in der Weltrangliste ab“, sagt Turnierdirektor Thomas Bürkle.

Leichtes Spiel gegen die Russin

Makarova traf am Sonntag im Finale dann auf die an Nummer zwei gesetzte Ungarin Anna Bondar. Die 27-Jährige hatte gegen die Russin Darja Vidmanova leichtes Spiel – 6:2, 6:0. Auch im Endspiel gab die 98. der WTA-Rangliste nur zwei Spiele ab. Beim 6:0, 6:2-Erfolg war aber schnell klar, dass Makarova, die im Jahr 2022 das Turnier in Horb-Bildechingen gewonnen hatte, nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte war. „Obwohl ich noch nie gegen sie gespielt habe, war ich schon verwundert, wie langsam ihr Aufschlag kam. Ich hatte bei meinen Returns keinerlei Probleme“, sagt Anna Bondar. Nach der klaren Niederlage saß Makarova schon bei der Siegerehrung, mit einem Verband um ihre Schlaghand gewickelt. Die Schmerzen mussten schon enorm gewesen sein, denn teilweise schlug die 28-Jährige von unten auf. Klar, dass Bondar meist ein Break machte. Nur beim Stand von 0:6 und 0:5 gelang es der Russin, ihr Service durchzubringen. Die Zuschauer belohnten diesen Gewinn mit tosendem Applaus.

Zwischendrin hätte Makarova wohl lieber aufgegeben. Dreimal diskutierte sie mit ihrem Trainer. Doch der gab ihr zu verstehen, dass sie weiterspielen solle. Das tat sie, aber nicht gerade mit dem höchsten Energielevel. Die beiden Spielgewinne holte sie dann, weil sie ihre Spielweise änderte und plötzlich mit Mondbällen agierte. Mit diesen Bällen hatte Bondar doch einige Schwierigkeiten und machte plötzlich doch ein paar Fehler. Doch insgesamt zeigte die 27-Jährige eine solide Leistung und durfte sich wenig später zurecht über das Preisgeld und einen neuen Kleinwagen freuen.

„Das Turnier ist sein Werk“

Viel Zeit zum Freuen blieb ihr aber nicht, denn nach der Siegerehrung ging es für sie gleich zum Flughafen nach Stuttgart. Das Ziel: Hamburg. „Dort muss ich am Montag sofort spielen“, sagt Bondar, die versprach, bei der nächsten Auflage der Ladies Open wieder dabei zu sein. Obwohl Turnierboss Gerhard Frommer nun aufhört, werden die Open nicht sterben. „Gerhard kann heute nicht hier sein, aber wir danken ihm nochmals für die vergangenen 25 Jahre. Er hat das Turnier aufgebaut. Das Turnier ist sein Werk“, sagt TCH-Vorstand Oliver Unger. Nun hat Andreas Fechter das Sagen und er bekam dann auch gleich ein paar warme Worte von Oliver Unger zu hören: „Du hast es wirklich gut gemacht. Egal, ob es richtig stressig war, du bist immer ruhig geblieben. Das Turnier ist bei dir in guten Händen“, lobt er. Da Boso als Sponsor aussteigen wird, werden die Ladies Open in den nächsten Jahren einen neuen Sponsornamen erhalten. „Wir sind in guten Verhandlungen. Im September können wir den neuen Sponsor präsentieren“, verrät Unger.

Entscheidung erst im Match-Tiebreak

Gern hätte Turnierdirektor Bürkle auch Anna Gabric und Mia Mack als das neue Sieger-Doppel präsentiert. Vor dem einseitigen Endspiel zeigten die beiden Wildcard-Inhaberinnen vor allem eins: Kämpferqualitäten. Gegen Michaela Bayerlova/Sofia Shapatava lag das deutsche Duo schon mit 2:6 und 1:4 aussichtslos zurück, als die Aufholjagd begann. „Wir haben uns einfach gepusht und gesagt, dass wir das Endspiel nun einfach ohne Druck genießen wollen“, sagt Anna Gabric. Diese Strategie schien aufzugehen, denn das Paar holte sich noch den zweiten Satz mit 7:5.

Die Entscheidung musste also im Match-Tiebreak fallen. Dort war das Sieger-Duo dann etwas aggressiver und holte sich verdient den Sieg – 10:6. Trotz der Niederlage waren Gabric/Mack keinesfalls enttäuscht. „Wir wollten eigentlich gar nicht spielen. Und dann sind wir mit einer Wildcard bis ins Finale gekommen. Das ist doch toll“, sagt Mia Mack.

Die Ergebnisse

Halbfinale-Einzel:
Ekaterina Makarova - Noma Noha Akugue (GER) 3:6, 6:3, 6:2; Darja Vidmanova (CZE) - Anna Bondar (HUN) 2:6, 0:6

Halbfinale-Doppel:
Anna Gabric/Mia Mack - E. Lechemia/Justina Mikulskyte 6:4, 4:6, 10:3; Elena Cadar/Arina Vasilescu - Michaela Bayerlova/Sofia Shapatava 5:7, 4:6

Endspiel-Einzel:
Anna Bondar (HUN) - Ekaterina Makarva 6:0, 6:2

Endspiel-Doppel:
Anna Gabric/Mia Mack - Michaela Bayerlova/Sofia Shapatava 2:6, 7:5, 6:10