Skispringen in Engelberg: Luca Roth - vier Weltcup-Punkte machen glücklich

Zum ersten Mal seit der Saison 2019/2020 holt Luca Roth aus Meßstetten Weltcup-Punkte bei den Skispringern.
eibner/Memmler- Luca Roth holt erstmals seit 2019/2020 wieder Weltcup-Punkte im Skispringen – Platz 27 in Engelberg.
- Nach einem Qualifikations-Aus am Freitag überzeugte er mit einem starken ersten Sprung auf 120,0 Meter.
- Schwache Bedingungen im Finaldurchgang führten zu 114,0 Metern und 13,6 Windpunkten.
- Felix Hoffmann und Philipp Raimund glänzten in Engelberg mit Platz 3 und 4.
- Ryoyu Kobayashi siegte trotz Windpunkte-Lotterie, vor Domen Prevc und Hoffmann.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Was für eine Antwort von Luca Roth. Auf den „Patzer vom Freitag“, wie er selbst das enttäuschende Quali-Aus für den ersten Wettkampf im schweizerischen Engelberg bezeichnet, folgte ein sehr ordentlicher Qualisprung (126,0 Meter) – und ein sehr guter erster Durchgang auf 120,0 Meter, der ihn unter die besten 30 und damit in die Punkteränge brachte.
„Ich habe schon davor gewusst, dass ich’s draufhabe“, sagte der 25-Jährige im ZDF, „ich hab’s aber noch nie so richtig in die Wettkämpfe gekriegt.“ Dafür zog er es in Engelberg durch, wo er im Continental-Cup (COC) auch schon mal auf 139,0 Meter geflogen war.
Sehr schwierige Wetterverhältnisse
Dass die Umstellung vom zweitklassigen COC zum Weltcup eine große ist, bekam er im Finaldurchgang zu spüren. Denn wo die besten Skispringer am Start sind, da sind die Bedingungen hart. Daher hatte Luca Roth bei sehr schwierigem Wetter im zweiten Durchgang auch zu kämpfen.
114,0 Meter standen zu Buche – auch wenn die Weiten in Engelberg wenig aussagekräftig sind. Jer nach Wind gab es zwischen 2,8 Punkte Abzug bis zu 30,2 Pluspunkte. Zum Vergleich: Für die reine Weite reichte die Spanne im zweiten Durchgang zwischen 33,9 bis zu 88,8. 30 Windpunkte können da einen Wettkampf entscheiden.
Am Ende Platz 27
„Es war noch mal ein bisschen zäher“, berichtete Luca Roth, „noch mal zwei Luken tiefer.“ Und nur 13,6 Punkte für den Wind. Da blieb am Ende Platz 27 – vier Weltcup-Punkte zu den bisherigen acht aus der Saison 2019/2020. „Mal wieder Weltcup-Punkte nach einer langen Zeit – da freue ich micht riesig“, strahlte der Meßstetter trotz des durchwachsenen zweiten Durchgangs über beide Ohren.
Direkt nach seinem zweiten Sprung hatte er im Auslauf noch ein „Ja, schade“ in die Kameras gesprochen, doch am Ende war er „echt froh, dass ich nach dem Patzer am Freitag noch einmal zeigen konnte, was ich kann“.
Windpunkte-Lotterie
Bei der sehr merkwürdigen Windpunkte-Lotterie setzten sich am Ende aber doch die konstantesten Springer durch. Für die Zuschauer war das nicht sehr durchsichtig: Sieger Ryoyu Kobayashi (Japan) sprang auf 132,0 Meter im Finaldurchgang, hatte aber 30,2 Windepunkte. Damit endete die Siegesserie des Slowenen Domen Prevc, obwohl der als Zweiter auf 141,0 Meter flog – aber eben nur 11,3 Windpunkte verbuchte.
Hinter diesen beiden reihten sich dann der das gesamte Wochenende stark springende Felix Hoffmann („Wenn es läuft, dann läuft’s“) und der neue deutsche Vorspringer Philipp Raimund („Ich sage jetzt nicht: Wenn ich die Tournee gewinne, werde ich der nächste Papst“) ein.
Bundestrainer Stefan Horngacher fiel sichtbar ein Stein vom Herzen, dass es nach dem Aus der beiden kriselnden Stars Karl Geiger und Andreas Wellinger so gut lief in der Schweiz. Und er hofft auf Besserung: „Die beiden sind definitiv in Oberstdorf dabei. Ich nehme sie mit Sicherheit mit, weil es meine beiden besten Springer der letzten Jahre sind.“ (Von Peter Flaig)
