Handball, 2. Bundesliga
: Schiri-Duo komplett von der Rolle – HBW spielt nur Remis

Balingen-Weilstetten kann die Vorlage aus Dresden nicht entscheidend nutzen und spielt gegen den TSV Bayer Dormagen 32:32 (16:15).
Von
Matthias Jedele
Balingen
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HBW Balingen Weilstetten vs. TSV Bayer Dormagen, Handball, 2. Bundesliga, 30. Spieltag, Saison 2025/2026, 03.05.2026,: Stefan Bauer,  (HBW Balingen Weilstetten, #99) ,


HBW Balingen Weilstetten vs. TSV Bayer Dormagen, Handball, 2. Bundesliga, 30. Spieltag, Saison 2025/2026, 03.05.2026,




Eibner-Pressefoto/Andreas Ulmer

Stefan Bauer erzielte für seinen HBW Balingen Weilstetten drei Treffer. Am Ende reichte es jedoch nur zu einem Punkt.

Eibner/Andreas Ulmer
  • HBW Balingen-Weilstetten spielt 32:32 gegen TSV Bayer Dormagen nach 16:15 zur Pause.
  • Nach Dresdens 27:28 gegen Krefeld hätte ein Sieg den Aufstiegskurs deutlich gestärkt.
  • Offene Abwehr und Fehler im Angriff, später 20:16-Führung, doch Dormagen kommt zurück.
  • Umstrittene Schiri-Entscheidungen, letzter möglicher Siebenmeter für HBW blieb aus.
  • Vorsprung auf Dresden beträgt nun fünf Punkte – Aufstieg weiter in HBW-Hand.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Durch die durchaus überraschende 27:28-Heimniederlage des HC Elbflorenz gegen die Gäste von der HSG Krefeld Niederrhein am Freitagabend bekam die Begegnung der Handballer des HBW Balingen-Weilstetten am frühen Sonntagabend gegen den TSV Bayer Dormagen eine noch größere Bedeutung. Denn im Vorfeld der Partie mit dem Ex-Klub von HBW-Cheftrainer Matthias „Matti“ Flohr war nun klar, dass man mit einem Sieg das Tor zur ersten Liga ganz weit aufstoßen würde. Denn bei anschließend nur noch vier ausstehenden Spieltagen würde der Vorsprung sechs Punkte betragen. Hinzu käme ein Torverhältnis-Vorsprung, jenseits der 50er-Marke, den man fast als siebten Zähler betrachten könnte.

Entsprechend motiviert gingen die Hausherren, denen erfreulicherweise wieder der komplette Kader zur Verfügung stand, zu Werke. Dies gelang vorerst aber nur in der Offensive. Defensiv offenbarten sich viel zu große Lücken, und so erzielten die Gäste mit den ersten neun Angriffen neun Tore, die eine 9:7-Führung für den TSV bedeuteten (13.). Folgerichtig gab es im Tor der „Gallier“ einen Wechsel von Daniel Rebmann auf Benedek Nagy. Besser wurde es in der Abwehrarbeit zunächst nicht. Erschwerend kam hinzu, dass sich der Tabellenzweite nun im Angriff auch Abspielfehler leistete. Folgerichtig führte Dormagen mit 11:8 und auf den Rängen wurden die Zuschauer zunehmend unruhig. Ein 4:1-Lauf des HBW verbesserte die Stimmung allerdings wieder schleunigst, so war die Partie nach etwas mehr als 20 gespielten Minuten beim 12:12 wieder ausgeglichen.

Von Fairplay keine Spur

In den folgenden zehn Minuten überschlugen sich dann die Ereignisse. Erst kassiert Balingens Yonatan Dayan eine Zeitstrafe, weil er bei seinem Wurf den TSV-Keeper Louis Oberosler im Gesicht getroffen haben soll und dieser sich vor Schmerzen nur so krümmte. Als die beiden Schiedsrichterinnen Tanja Kuttler und Maike Merz die persönliche Strafe gegen den HBW-Spielmacher aussprachen, stand der Gästekeeper blitzartig wieder auf und legte sich in fast schon arroganter Weise mit dem HBW-Publikum an. Diese quittierte dieses Verhalten mit einem gellenden Pfeifkonzert. Auf der Gegenseite kam es dann nach einer Abwehraktion von Tobias Heinzelmann gegen Luca Krist kurzzeitig zu einer Rudelbildung. Die Dormager Bank wollte eine weitere Zeitstrafe und das Balinger Publikum unterstellte der Nummer 2 der Gäste Schauspielerei. Fortan wurde bei jeder Aktion die Entscheidung des Schiedsrichter-Duos infragegestellt. Als Benedek Nagy bei einer Torwurfaktion den Ball mit voller Wucht an die Stirn bekam und die eigentlich logische Zeitstrafe ausblieb, wurde es in der Mey Generalbau Arena so laut, wie schon lange nicht mehr. Nach der Schlusssirene verwandelte Sascha Pfattheicher seinen ersten Siebenmeter zur 16:15-Halbzeitführung für den HBW.

Guter Re-Start verpufft

In der Kabine schien HBW-Kommandogeber Matthias „Matti“ Flohr  dann die richtigen Worte gefunden zu haben, denn seine Schützlinge kamen dermaßen elektrisiert zurück auf die Platte, dass einem die in Rosa gekleideten Gäste schon fast etwas leidtun konnten. Ein doppelter Doppelpack von Mex Raguse und Merlin Fuß besorgte die 20:16-Führung (35.). Erneut schlichen sich im HBW-Angriff jedoch ungenaue Anspiele und schlechte Wurfentscheidungen ein. Anstatt den Vorsprung weiter auszubauen, kamen die Gäste Tor um Tor heran. So war es ein 3:0-Lauf des TSV, der die Begegnung wieder mit Spannung versorgte. Bis in die Crunch-Time des zweiten Abschnitts blieb das auch so. Der HBW legte vor und die Gäste zogen nach. Zwei Minuten vor dem Ende führten die Gastgeber denkbar knapp mit 31:30. In den letzten 120 Sekunden wurde es dann dochmals wild. Die beiden Schiedsrichterinnen Tanja Kuttler und Maike Merz, die, wie schon die 58 gespielten Minuten zuvor, die Partie zu keiner Zeit im Griff hatten, trafen weitere äußerst seltsame Entscheidungen. Der Gipfel war jedoch, dass sie in der letzten Sekunde ein glasklares grobes Foulspiel, mit Verhinderung einer klaren Torchance, an HBW-Kapitän Tobias Heinzelmann lediglich mit einem Freiwurf belegten und der eigentlich notwendige Siebenmeter-Pfiff ausblieb. So gab es beim Stand von 32:32 und abgelaufener Uhr zwar nochmals einen Freiwurf, doch der Wurf von Georg Pöhle landete neben dem Gästetor. Unter der Begleitung eines wütenden Pfeifkonzerts, ging es für das Schiedsrichter-Duo, in die Kabinen. Der Vorsprung der „Gallier“ auf den Tabellendritten aus Dresden beträgt nun fünf Punkte und der Aufstieg liegt weiter in der Hand des HBW.

Spielstatistik

HBW Balingen-Weilstetten: Rebmann, Nagy (9 Paraden) – Ruggiero-Matthes (3), Raguse (6), Huber (1), Grupe, Strobel, Fuß (3), Grüner (2), Fügel (5), Heinzelmann (3), Pfattheicher (3/2), Dayan, Leimeter (3), Pöhle, Bauer (3).
Siebenmeter: 2/2 – 3/3.
Zeitstrafen: 4 – 2.
Zuschauer: 2138.