Handball, 1. Bundesliga: Starker HBW verpasst nächste Überraschung in der Crunchtime

In der Mannheimer SAP-Arena wurde um jeden Ball hart gekämpft. Für Magnus Grupe (Mitte) und seinen HBW Balingen-Weilstetten gab es jedoch keine Punkte.
Eibner/Jan Prihoda- HBW Balingen-Weilstetten verlor bei den Rhein-Neckar Löwen knapp mit 27:29.
- Zur Pause führte der Aufsteiger 14:9 – lange blieb die Partie offen.
- Nach 50 Minuten glichen die Löwen zum 22:22 aus und drehten das Spiel.
- Rote Karte gegen Bennet Strobel nach Videobeweis, später nur 2 Minuten für Jannik Kohlbacher.
- Merlin Fuß traf 2:30 Minuten vor Schluss zum 26:26 – sein erstes Bundesliga-Tor.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der HBW Balingen-Weilstetten hat in der Handball-Bundesliga den nächsten Coup nur knapp verpasst. Bei den Rhein-Neckar Löwen zeigten die Gallier über weite Strecken eine starke Vorstellung, führten zur Pause mit 14:9 und hielten die Partie bis in die letzten Sekunden offen. Am Ende setzte sich der Favorit dennoch mit 29:27 durch.
Dabei erwischte der Aufsteiger einen Start nach Maß. Csaba Leimeter brachte den HBW im ersten Angriff mit 1:0 in Führung. Die Hausherren fanden dagegen zunächst überhaupt nicht in die Partie und blieben mehr als viereinhalb Minuten ohne eigenen Treffer. Dass Balingen nicht früh auf 3:0 oder sogar höher davonzog, lag vor allem an David Späth. Der Löwen-Keeper verhinderte mit mehreren starken Paraden einen noch größeren Rückstand.
Auf der Gegenseite stand ihm Vladimir Cupara allerdings in nichts nach. Auch der HBW-Schlussmann war sofort präsent. Nach 8:30 Minuten führte Balingen nach einem schnellen Tempogegenstoß von Sascha Pfattheicher mit 4:2. Wenig später stand es 6:2 für die Gäste. Nach 12:50 Minuten reagierten die Rhein-Neckar Löwen mit der ersten Auszeit.
Doch der HBW blieb zunächst tonangebend. Georg Pöhle hämmerte den Ball nach 20 Minuten aus rund zehn Metern zum 9:6 ins Netz. Kurz darauf folgte allerdings ein herber Rückschlag: Bennet Strobel sah nach Videobeweis in der 21. Minute die Rote Karte.
Die Gallier ließen sich davon nicht aus dem Rhythmus bringen. Drei Minuten vor der Pause führten sie weiter mit 12:9, ehe Yonatan Dayan 45 Sekunden vor der Sirene auf 14:9 stellte. Mit Pfiffen der eigenen Fans wurden die Löwen anschließend in die Kabine verabschiedet.
Nach dem Seitenwechsel kamen beide Teams mit offenem Visier zurück. Balingen behauptete seinen Vorsprung zunächst und führte nach 33 Minuten mit 16:11. Beim 17:11 schien der HBW sogar auf dem Weg zu sein, die Partie weiter zu kontrollieren. Dann aber fanden die Hausherren zunehmend Zugriff und verkürzten mit einem 3:0-Lauf binnen drei Minuten auf 14:17.
Auch zehn Minuten später hielten die Gallier beim 20:17 noch einen Drei-Tore-Vorsprung. Dennoch hatte sich die Statik des Spiels verändert. Die Löwen gewannen Oberwasser, Balingen musste nun immer härter für jede Lücke arbeiten. Der HBW hielt mit großer Einsatzbereitschaft dagegen und führte nach 47:38 Minuten noch mit 22:19.
Dann kippte die Partie. Jacob Lassen traf nach exakt 50 Minuten zum 22:22 und brachte die Halle endgültig zum Kochen. Balingen versuchte es im Angriff nun auch mit sieben Feldspielern, fand gegen die kompakte Löwen-Abwehr aber nur noch selten klare Abschlüsse.
Für zusätzliche Brisanz sorgte eine Szene in der Schlussphase. Während Strobel in der ersten Halbzeit nach Videobeweis für seinen Griff in den Wurfarm Rot gesehen hatte, kam Jannik Kohlbacher bei einem ähnlichen Vergehen trotz Videobeweis mit einer Zwei-Minuten-Strafe davon.
Etwas mehr als fünf Minuten vor Schluss lagen die Hausherren erstmals deutlicher mit 26:23 vorn. Doch der HBW gab sich nicht geschlagen. Ein schneller Doppelpack brachte die Gallier wieder heran, ehe Rückkehrer Merlin Fuß 2:30 Minuten vor dem Ende zum 26:26 ausglich. Für Fuß war es zugleich das erste Bundesliga-Tor seiner Karriere.
Wie schon wenige Tage zuvor gegen Magdeburg fehlte dem HBW in der finalen Crunchtime jedoch die letzte Konsequenz. Die Gallier brachten ihre Angriffe nicht mehr konsequent im Tor unter. Mannheim stellte auf 28:26. Tobias Heinzelmann verkürzte vom Anwurf noch einmal direkt.
Bei 13 Sekunden Restzeit öffnete Balingen die Deckung komplett. Der letzte Versuch blieb ohne Erfolg. Marius Steinhauser traf mit der Sirene zum 29:27-Endstand und besiegelte damit eine Niederlage, die sich für den HBW nach erneut starkem Auftritt besonders bitter anfühlen dürfte.
