Fußball, Verbandsliga: Chancen im Überfluss, Tore Fehlanzeige: TSG II verliert zum Auftakt

Manuel Nothacker (links) und der TSV Ehningen bezwangen Silas Bader und die TSG Balingen II mit 3:0.
Eibner/Daniele La Roc- TSG Balingen II verliert zum Verbandsliga-Auftakt beim TSV Ehningen mit 0:3.
- Der Aufsteiger dominiert anfangs und hat Großchancen, trifft jedoch nicht.
- Ehningen nutzt wenige Angriffe effizient: frühes 1:0, dann Dreher zum 2:0.
- Direkt nach der Pause erhöht Dreher auf 3:0 – die Vorentscheidung.
- Trainer Wolf spricht von einer harten Lektion: Chancenverwertung entscheidet.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Heute hat man gesehen, wie bitter Fußball sein kann.“ Philipp Wolf musste nach dem Schlusspfiff erst einmal verdauen, was seine Mannschaft beim Verbandsliga-Auftakt in Ehningen erlebt hatte. Auf der Anzeigetafel stand ein deutliches 0:3, der Spielverlauf zeichnete jedoch ein anderes Bild.
Vor allem in der Anfangsphase bestimmte der Aufsteiger das Geschehen. Die Balinger kamen gut in die Partie, hatten mehr Spielanteile und erspielten sich gleich mehrere hochkarätige Möglichkeiten. Doch der Ball wollte nicht über die Linie. „Eine gestandene Verbandsliga-Mannschaft hätte aus diesen Chancen nach 15 Minuten wahrscheinlich schon zwei oder drei Tore gemacht“, meinte Wolf.
Ehningen sehr effizient
Wie effizient es in der neuen Spielklasse zugehen kann, demonstrierten stattdessen die Gastgeber. Gefühlt mit ihrem ersten Vorstoß über die Mittellinie gingen die Ehninger in Führung. Nach einem Einwurf in den Strafraum bekam die TSG den Ball nicht entscheidend geklärt. Die Kugel wurde noch abgefälscht und landete zum 1:0 im Netz.
Balingen ließ sich davon zunächst nicht aus dem Konzept bringen und spielte weiter nach vorn. Doch während die Gäste ihre Möglichkeiten liegen ließen, schlug Ehningen erneut zu. Über die linke Seite kombinierten sich die Hausherren nach vorn, brachten den Ball scharf ins Zentrum, und Maurice Dreher musste nur noch den Fuß hinhalten – 2:0 (31.).
Ein Wirkungstreffer für die junge Balinger Mannschaft. Zwar brach die TSG keineswegs ein, die Partie verlief bis zur Pause nun aber ausgeglichener. Die Vielzahl an Möglichkeiten aus der Anfangsphase gab es nicht mehr.
In der Kabine machte Wolf seinen Spielern dennoch Mut. Schließlich hatte die erste Hälfte gezeigt, dass der Aufsteiger durchaus in der Lage war, den Gegner unter Druck zu setzen. Mit einem schnellen Anschlusstreffer sollte die Partie noch einmal kippen.
Doch es kam genau andersherum. Praktisch mit dem ersten Angriff nach Wiederbeginn sorgte Ehningen für die Vorentscheidung. Ein langer Ball brachte die TSG-Defensive in Bedrängnis, anschließend folgte die flache Hereingabe ins Zentrum. Wieder lief ein Dreher ein und erhöhte in der 46. Minute auf 3:0.
Eine schwere Hypothek. Aufgeben wollten sich die Balinger trotzdem nicht. Rund zehn Minuten später stellte Wolf offensiver um und ging mehr ins Risiko. Seine Mannschaft sollte zumindest den Anschlusstreffer erzwingen und damit vielleicht doch noch einmal Spannung in die Begegnung bringen.
Die Möglichkeiten dazu waren vorhanden – teilweise gleich mehrfach. Doch es passte zu diesem gebrauchten Nachmittag, dass der Ball einfach nicht ins Tor wollte. Mehrmals klärten die Gastgeber auf oder unmittelbar vor der Linie, Abpraller landeten nicht bei den Balingern. Auch einen möglichen Strafstoß reklamierte die TSG vergeblich.
„Wir hätten wahrscheinlich noch eine halbe Stunde spielen können“, meinte Wolf angesichts der vergebenen Möglichkeiten. Selbst bei einem Elfmeter sei man sich nach dem Spiel nicht sicher gewesen, „ob wir den an diesem Tag reingemacht hätten“.
So blieb eine auf dem Papier deutliche 0:3-Niederlage, die beim Balinger Trainer für reichlich Frust sorgte. Wolf sah Ehningen als „auf jeden Fall schlagbar“ an. Gemessen an Spielanteilen und Chancen sei für seine Mannschaft wesentlich mehr möglich gewesen.
Gleichzeitig verbuchte der Coach die Niederlage als erste Lehrstunde in der neuen Spielklasse. „Das ist die erste Lektion, wie hart die Verbandsliga sein kann“, sagte Wolf. Wer seine Möglichkeiten vorn nicht nutze, könne durch eine einzige Aktion in Rückstand geraten – und plötzlich nehme eine Partie eine völlig andere Richtung.
TSG Balingen II: Lüdemann-Ravit – Kieninger, Knobloch (57. Nzally), Qurtey, Berger, Beifuß (57. König), Gaiser (69. Conrad), Niggel (57. Draskovic), Bader, Feher, Braun (78. Bender).
