Fußball, Relegation zur Landesliga (3): Der Traum platzt im Gewitter: Straßberg verpasst den Aufstieg denkbar knapp

Fußball kann so grausam sein. Nach dem verlorenen Relegations-Endspiel waren die Straßberger Kicker tief enttäuscht
Eibner/Kirsten Jäger- Gechingen gewann das Relegations-Endspiel 3:2 und steigt in die Landesliga auf.
- Straßberg führte nach 18 Minuten 2:1, zur Pause stand es 2:2.
- Ruben Joao Baptista traf doppelt, das 3:2 fiel in der 62. Minute.
- Gewitterunterbrechung in der 80. Minute – Straßberg traf in der Nachspielzeit die Latte.
- Trainer lobten Leistung und Einsatz, Straßberg verpasste den Aufstieg knapp.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es hätte die Krönung einer außergewöhnlichen Saison werden sollen. Stattdessen blieb dem TSV Straßberg nach einem dramatischen Relegationsfinale nur die Gewissheit, alles gegeben zu haben. In einer hitzigen, emotionalen und bis zur letzten Sekunde spannenden Partie unterlag der Vizemeister der Bezirksliga Schwarzwald/Zollern den Sportfreunden Gechingen mit 2:3 (2:2) und verpasste damit den Aufstieg in die Landesliga denkbar knapp.
Bei hochsommerlichen Temperaturen von rund 35 Grad und unter der Leitung von Schiedsrichter Kevin Schmidt (SRG Tübingen) entwickelte sich von Beginn an ein echtes Endspiel. Beide Mannschaften schenkten sich nichts und suchten mutig den Weg nach vorne.
Den ersten Aufreger gab es in der achten Minute. Gechingens Ruben Joao Baptista wurde mit einem Gassenball auf die Reise geschickt, wollte vor dem Tor aber noch einmal nach innen ziehen und vertändelte die aussichtsreiche Gelegenheit. Nur 30 Sekunden später machte er es besser. Im Laufduell setzte er sich gegen Patrick Rummel durch und legte quer auf Edison Behrami, der aus rund zwölf Metern zur 1:0-Führung für die SF Gechingen einschob.
Straßberg schlägt zurück
Doch Straßberg zeigte sofort die Mentalität, die die Mannschaft über die gesamte Saison ausgezeichnet hatte. Die Roten antworteten mit wütenden Angriffen und wurden schnell belohnt. Nach einem langen Einwurf von der linken Seite fiel der Ball Patrick Rummel vor die Füße. Der Verteidiger fackelte nicht lange und traf per Flachschuss zum umjubelten 1:1-Ausgleich (14.).
Nun war Straßberg die klar bessere Mannschaft. Immer wieder setzte der TSV die Gechinger Defensive unter Druck und drehte die Partie nur vier Minuten später komplett. Simon Henes nahm einen Chipball auf der linken Seite gekonnt mit, zog unwiderstehlich davon und drosch den Ball unhaltbar ins lange Eck. Das 2:1 in der 18. Minute ließ die Straßberger Anhänger vom Aufstieg träumen.
Die Mannschaft von Trainer Marc Kleiner blieb am Drücker. In der 31. Minute musste Gechingens Schlussmann Sven Götz einen gefährlichen Freistoß von Leon Mathauer aus 30 Metern entschärfen. Wenig später rauschten gleich drei Straßberger an einer scharfen Hereingabe von Henes vorbei. Das mögliche 3:1 lag förmlich in der Luft.
Doch wie so oft im Fußball wurden verpasste Chancen bestraft. Nur eine Minute später segelte TSV-Keeper Christopher Kleiner bei einem Eckball am Ball vorbei. Am langen Pfosten stand Ruben Joao Baptista goldrichtig und köpfte zum 2:2-Ausgleich ein (32.).
Trotz des Rückschlags blieb Straßberg spielbestimmend. Kurz vor der Pause hatte Elias Göz die erneute Führung auf dem Fuß. Nach einer Kopfballablage von Jan Ferdinand kam er aus aussichtsreicher Position zum Abschluss, verzog aber deutlich.
„Die erste Halbzeit war spielerisch eine sehr, sehr gute Leistung von uns“, sagte Straßbergs Trainer Marc Kleiner später. „Wir hatten das Spiel komplett im Griff, haben uns unzählige Torchancen herausgespielt und sind in meinen Augen auch völlig verdient in Führung gegangen. Leider haben wir es verpasst, noch ein oder zwei Tore nachzulegen.“
Nach dem Seitenwechsel schob sich eine dunkle Wolkenfront vor die Sonne. Die Temperaturen wurden etwas angenehmer, das Spiel verlor jedoch zunächst an Tempo. Beide Mannschaften wussten, dass nun ein Fehler über Aufstieg oder Enttäuschung entscheiden konnte.
In der 62. Minute fiel die Vorentscheidung – zumindest sollte es sich später so anfühlen. Straßberg bekam den Ball im eigenen Strafraum nicht geklärt. Die Situation wurde unübersichtlich, ehe Ruben Joao Baptista am schnellsten schaltete und zum 3:2 für die SF Gechingen einschob.
Nur drei Minuten später folgte der nächste Nackenschlag. TSV-Topstürmer Jan Ferdinand verletzte sich ohne Fremdeinwirkung am Oberschenkel und musste das Feld verlassen.

Die Straßberger (rote Trikots) waren insbesonders im ersten Abschnitt die tonangebende Mannschaft.
Eibner/Kirsten JägerSpiel wird unterbrochen
Als die Schlussphase an Dramatik kaum noch zu überbieten war, spielte plötzlich auch das Wetter eine Hauptrolle. In der 80. Minute unterbrach Schiedsrichter Kevin Schmidt die Partie wegen eines herannahenden Sommergewitters. Die Entscheidung sorgte zunächst für Verwunderung, denn außer Donnergrollen war noch kein Blitz zu sehen. Erst nachdem beide Mannschaften bereits die Kabinen aufgesucht hatten, zuckten die ersten Blitze über den Himmel. Nach 13 Minuten Unterbrechung wurde die Partie fortgesetzt.
Und Straßberg warf nun alles nach vorne.
Fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit bot sich dem eingewechselten Nick Schulz die Riesenchance zum Ausgleich. Nach einem Steilpass lief er mutterseelenallein auf Gechingens Torhüter Sven Götz zu, doch der Keeper behielt die Nerven und parierte glänzend. Nur 60 Sekunden später wurde Schulz erneut von Jehle perfekt in Szene gesetzt, doch auch diesmal fehlte die Präzision im Abschluss.
Fünf Minuten Nachspielzeit zeigte der Schiedsrichter an – fünf Minuten Hoffnung für den TSV.
Kopfball an die Latte
Straßberg drängte mit aller Macht auf das 3:3. Selbst Torhüter Christopher Kleiner stürmte bei einem Eckball mit nach vorn. Sekunden vor dem Ende dann die Szene, die den Straßbergern noch lange im Gedächtnis bleiben wird: Ein Eckball segelte gefährlich in den Strafraum. Jehle stieg am höchsten und köpfte den Ball an die Querlatte. Von dort sprang das Spielgerät zurück ins Feld, Gechingen klärte mit Glück und Geschick – und unmittelbar danach ertönte der Schlusspfiff.
Während die Spieler der SF Gechingen jubelnd übereinander herfielen und den Aufstieg in die Landesliga feierten, sanken die Straßberger enttäuscht zu Boden.
„Natürlich ist das bitter“, sagte Marc Kleiner nach dem Spiel. „Aber am Ende musst du die Dinger halt machen. Wir laufen zweimal alleine auf den Torwart zu. Wenn du solche Chancen bekommst, musst du sie nutzen.“
Vorwürfe wollte der Trainer seiner Mannschaft dennoch keine machen. „Wenn man sieht, was die Jungs diese Saison geleistet haben, dann kann ich ihnen keinen Vorwurf machen. Es ist brutal, dass du mit so einer Saison am Ende mit leeren Händen dastehst. Mir tut das vor allem für die Jungs leid.“
81 Punkte in der Bezirksliga, das Pokalfinale, die Relegation – und doch keine Landesliga. „81 Punkte sind überragend. Dass das nicht einmal für die Meisterschaft gereicht hat, zeigt doch, wie außergewöhnlich diese Saison war“, sagte Kleiner.
Auch Gechingens Trainer Jens Kusterer wusste, wie eng dieses Finale gewesen war. „Wenn Straßberg am Ende noch das 3:3 macht, wäre eine Verlängerung sicherlich verdient gewesen“, räumte er ein. „Aber wir haben hier nicht unverdient gewonnen. Das macht mich unglaublich stolz.“
So endete eine außergewöhnliche Saison des TSV Straßberg mit Tränen statt mit Jubel.
Spiel-Statistik
SF Gechingen: Sven Götz (46. Tim Schuldt) – Dennis Carl, Kevin Hörner, Andreas Kiwranoglou, Edison Behramaj, Ruben Joao Babtista (71. Jonathan Tommasi), Patrick Roebner, Manuel Anastacio (90. Jose Falcon-Lores), Lucas Schweitzer, Marco Greiner (56. Lenny Zipperle), Besim Ramadani (76. Nail Hamulic).
TSV Straßberg: Christopher Kleiner – Patrick Rummel, Marius Plankenhorn, Jonas Jehle, Elias Göz (75. Gavin Kraus) , Simon Henes (75. Nick Schulz), Leon Mathauer, Sascha Reimann, Valentin Riester, Armin Hotz, Jan Ferdinand (66. Moritz Binder).
Tore: 1:0 Edison Behramaj (9.), 1:1 Patrick Rummel (14.), 1:2 Simon Henes (18.), 2:2, 3:2 Ruben Joao Baptista (32., 62.).
Zuschauer: 500 (in Sulz am Neckar).
Schiedsrichter: Kevin Schmidt (SRG Tübingen).