Derby in der Regionalliga Südwest
: Früher Kickers-Doppelschlag schockt die TSG Balingen

Bei den Stuttgarter Kickers hat die TSG Balingen am Dienstag eine 1:4-Niederlage kassiert. Unterdessen schließen sich ein Routinier mit Bayern-Hintergrund und ein weiterer Youngster dem Noch-Regionalligisten an.
Von
Marcel Schlegel
Stuttgart/Balingen
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TSG Balingen

TSG-Coach Murat Isik gibt taktische Anweisungen. Letztlich war für die TSG Balingen bei den Stuttgarter Kickers nichts zu holen.

Kara
  • Die TSG Balingen verlor bei den Stuttgarter Kickers 1:4 – frühe Doppelschläge entschieden.
  • Berisha traf in Minute 12 und 56, Tomic legte in Minute 13 und 89 nach.
  • Birkic verkürzte nach der Pause auf 1:3, doch Balingen ließ weitere Chancen aus.
  • 3280 Zuschauer sahen viele Patzer, besonders in Balingens Anfangsphase.
  • Personal: Christian Derflinger kommt zur Oberliga-Saison, mehrere Youngster stoßen dazu.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es war ein ziemliches Fehlerfestival, das sich die Regionalliga-Teams der Stuttgarter Kickers und der TSG Balingen am Dienstagabend auf der Waldau boten, zumindest in der ersten Hälfte.

Federführend dabei – vor allem die Gäste, die sich in der Anfangsviertelstunde zwei gravierende Aussetzer leisteten. Und ehe sich die Elf von Balingens Trainer Murat Isik versah, lag sie mit 0:2 zurück: Bei der Stuttgarter Führung in der 12. Minute schien der über links in den Strafraum gestürmte Flamur Berisha am kurzen Pfosten schon entscheidend gestört. Doch die Balinger brachten im gemeinsamen Boden-Gewusel den Ball nicht weg. Berisha dankte es ihnen und schob das Leder, vielleicht zwei Meter vor dem Tor, nur noch über die Linie. Dabei blieb es jedoch nicht. Denn vom Wiederanpfiff weg vertändelte Balingens Tim Hannak als letzter Mann den Ball an David Tomic. Der machte noch einen Schwenker und zimmerte das Leder dann ins Balinger Gehäuse – das 2:0, keine 60 Sekunden nach der Stuttgarter Führung.

3280 Zuschauer auf der Waldau

Das Württemberg-Derby vor 3280 Zuschauern in Degerloch blieb ereignisreich. Auch oder wegen der Patzer. Und diesmal war die TSG dran. Nach einem Rückpass spielte Kickers-Keeper Felix Dornebusch den Ball recht unbedrängt dem lauernden Pedro Morais Almeida in die Füße. Der Balinger aber, wenige Meter vor dem Strafraum der Blauen unerwartet ans Leder gekommen, zielte aufs leere Tor und über genau dieses (37.).

Zuvor hatten für die TSG Jonas Brändle (14.) und Marko Pilic (16.) Warnschüsse aus der Ferne abgefeuert. Und zwischendurch wie danach drückten vor allem die Gastgeber auf die Vorentscheidung: In der 20. Minute dribbelte sich Melkamu Frauendorf an der Grundlinie durch, scheiterte am kurzen Pfosten allerdings an TSG-Torwart Louis Potye. In einer ähnlichen Szene verzog eben Frauendorf in der 28. Minute nur haarscharf. Es war eine verdiente 2:0-Pausenführung der Blauen, auch weil David Udogu, der einen weiten Flügelwechsel im Strafraum rasch verarbeitete und im Abschluss dann volles Risiko ging, kurz vor der Pause fast den dritten Treffer nachgelegt hätte (43.).

Lattentreffer nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel segelte ein abgefälschter Tomic-Abschluss auf die Balinger Latte (54.), ehe die Kickers die Vorentscheidung besorgten: Frauendorf an der Grundlinie mit einem Lupfer auf Berisha – und der mit einem Volley ins Netz, zum 3:0 in der 56. Minute.

Die TSG gab sich nicht auf und in der 65. Minute verdienten sich die Gäste dann auch noch den Ehrentreffer: Pilic erkämpfte sich Ball am Mittelkreis den Ball und schickte Simun Birkic auf die Reise. Und der Balinger Youngster, zur Pause ins Spiel gekommen, der wählte im direkten Duell mit Dornebusch die richtige Ecke zum 1:3 aus Sicht der TSG in der 65. Minute.

Schlussakkord in der 89. Minute

Balingens Amnay Moutassime, im Strafraum in Szene gesetzt, hätte beinahe den Anschlusstreffer markiert. Der Abschluss aus gut zehn Metern geriet dem Balinger allerdings zu zentral, leichte Beute also für Stuttgarts Torwart (70.). Auf der Gegenseite sorgte erneut der agile Tomic per Volley für den 4:1-Schlussstand auf der Waldau.

Schon vor dem Anpfiff auf der Waldau wiederum hatten die Balinger Verantwortlichen weitere Personalfragen geklärt. Eine Name sticht dabei insbesondere ins Auge: Wie Manager Jonathan Annel bekannt gab, wird Christian Derflinger die Balinger zur kommenden Oberliga-Saison verstärken. Derflinger, 32 Jahre alt, in Linz geboren und in Herrenberg wohnhaft, wechselt vom FC 08 Villingen an die Eyach. Als damaliger Spieler der U-Teams des FC Bayern München trainierte er teilweise sogar unter Pep Guardiola bei den Bundesliga-Profis mit. Für Greuther Fürth machte er zudem zwei Zweitliga-Spiele. Weitere Stationen waren unter anderem die U23 des Hamburger SV, der frühere österreichische Bundesligist SV Grödig und Kickers Offenbach.

Derflinger, ein technisch versierter Kreativspieler mit gutem Auge und gutem Abschluss, verfügt über jene Erfahrung, die die Schwaben in der kommenden Saison gut gebrauchen können. Schließlich setzen sie noch mehr als schon in dieser Runde auf sehr junge Spieler, allein sechs Neuzugänge kommen aus der eigenen Jugend. Ferner wechseln mit dem 20-jährigen Stürmer Henoch Grauer (TSG Tübingen) und dem erst 18-jährigen Mika Stauss weitere Perspektivspieler nach Balingen. Den Transfer von Stauss, ein Mittelfeldspieler der noch für die A-Jugend des SSV Reutlingen aufläuft, teilten die Württemberger ebenfalls erst am Dienstag mit. Weiterhin kehrt das Balinger Eigengewächs Adrian Müller vom FC Holzhausen zur TSG zurück. Auch der erste Abgang scheint klar zu sein: Enrique Katsianas Sanchez muss den württembergischen Amateurklub offenbar verlassen. Der Verein habe nicht mit ihm verlängern wollen, teilte „Kike“ unserer Zeitung mit.

TSG Balingen: Poyte - Jäger, Latifovic, Hannak, Almeida Morais (46. Kike), Moutassime, Deininger (46. Girmann), Brändle (47. Birkic), Colic, Klostermann (47. Schmitz), Pilic (74. Koca).

Tore: 1:0 Flamur Berisha (12.), 2:0 David Tomic (13.), 3:0 Flamur Berisha (56.), 3:1 Simun Birkic (65.), 4:1 David Tomic (89.).

Schiedsrichter: Fabian Reuter mit Jonas Becker und Nicolas Heuss.

Zuschauer: 3280.