Tim Hannak an Schwelle zum Profifußball: Großer Abschied für die TSG Balingen aus der Regionalliga Südwest

Im Hinspiel musste sich die TSG Balingen dem FC-Astoria Walldorf mit 0:6 beugen.
Eibner-Pressefoto- TSG Balingen verabschiedet sich aus der Regionalliga Südwest und kehrt in die Oberliga zurück.
- Letztes Heimspiel am Samstag gegen FC-Astoria Walldorf – Anpfiff ist um 14 Uhr.
- Trainer Murat Isik geht als Sportchef zum SSV Ulm 1846, Co-Trainer Daniel Güney verlässt den Klub.
- Mindestens zehn Spieler gehen, darunter Tim Hannak, der zum FC Esslingen wechselt und eine Physio-Ausbildung beginnt.
- Mit einem Sieg ist Platz 15 möglich, bei einer Niederlage droht Rang 18; zuletzt 3:2 in Mainz dank Hannaks Doppelpack.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bei der TSG Balingen heißt es am Wochenende „Abschied nehmen“: Zunächst von der Regionalliga Südwest, die die Amateurfußballer aus dem Zollernalbkreis nach nur einem Jahr wieder in Richtung Oberliga Baden-Württemberg verlassen müssen. Dann von Trainer Murat Isik (wird Sportchef beim SSV Ulm 1846) und seinem „Co“ Daniel Güney (Ziel unbekannt), die den Kreisstadtklub nach dem letzten Saisonspiel am Samstag (Anpfiff um 14 Uhr) zu Hause gegen den FC Astoria Walldorf ebenso verlassen werden wie mindestens zehn Spieler. Einer davon ist Tim Hannak.
Den erst 20-jährigen Defensiv-Allrounder, vor der Saison an die Eyach gewechselt, zieht es zurück in die Heimat – zum FC Esslingen. Während andere Talente sich also vor allem nach oben orientieren und oftmals alles auf die Karte „Fußball“ setzen, geht Hannak freiwillig von der Regionalliga respektive Oberliga in die Verbandsliga. Und möglicherweise sogar in die Landesliga, weil Hannaks Heimatverein in den letzten Saisonspielen noch um den Klassenerhalt kämpft.
Hannak geht seinen Weg
Ein besonderer, aber keineswegs irrationaler Weg: Immer wieder zeigt sich nämlich, dass man an der Schwelle zum Profifußball schon sehr früh sehr deutliche Signale erhalten sollte, dass der Sprung in den Lizenzfußball tatsächlich klappen kann. Ansonsten kann der gewünschte Weg nach oben auch zur Sackgasse werden. Hannak, der seine Jugendzeit beim VfB Stuttgart und bei Eintracht Frankfurt verbrachte, hat diese Zeichen erkannt, heißt: entsprechende Signale nicht in ausreichendem Maße erhalten, wie er sagt. Die letzten beiden Jahre, in denen er mit Frankfurt und Balingen jeweils aus der Regionalliga abstieg, seien für ihn alles andere als glücklich verlaufen. Die beiden Abstiege, zunächst wenig Einsatzzeiten, dazu eine zähe Verletzung – all dies habe ihn erkennen lassen, „dass man im Fußballgeschäft vor allem auch das nötige Glück braucht, etwa von Verletzungen verschont zu bleiben – und dass es für mich jetzt erst einmal wichtig ist, ein Standbein neben dem Fußball aufzubauen“.
Kurzum: Hannak will beeinflussen, was tatsächlich in seiner Macht steht. Er wird daher in Fellbach eine Ausbildung zum Physiotherapeuten machen und wieder für den FC Esslingen kicken. Auf seine Zeit in Balingen, die am Samstag endet, blickt er dennoch „sehr positiv“ zurück, sagt Hannak. „Wir hatten eine tolle Kabine, wirklich großartige Beziehungen innerhalb der Mannschaft“, so der Ex-Frankfurter. „Es war für mich eine lehrreiche Zeit bei der TSG, aus der ich viel mitnehmen kann.“ Am württembergischen Noch-Viertligisten habe es also nicht gelegen, dass er sich letztlich für Esslingen entschied. „Wir hatten als Aufsteiger sicher ein hartes Jahr. Wir wollten uns in der Regionalliga halten und möglichst etablieren. Das ist uns zwar nicht gelungen, dennoch finde ich, dass wir es gut gemeistert haben“, sagt Hannak. Das erkenne man an der Moral des Teams, das nach jeder der 20 Niederlagen wieder aufgestanden sei. „Wir haben uns immer gegenseitig motiviert, konnten unsere Idee von Fußball einbringen und haben auch von unseren Gegnern viel Lob dafür bekommen, wie wir den Ball laufen lassen und uns durchs Zentrum zocken.“
Übermächtige Konkurrenz
Dass es am Ende nicht zum Klassenerhalt gereicht habe, habe eben auch an der Qualität der anderen, primär Profi-Teams gelegen. „Wenn du als Aufsteiger über den spielerischen Weg mithalten willst, läufst du immer Gefahr, ausgekontert zu werden.“ Das sei zu oft passiert. „Am Ende haben die Ergebnisse gefehlt.“
Vergangenes Wochenende konnte die Isik-Elf ein solches jedoch noch einmal liefern. Bei Schott Mainz drehte die TSG einen frühen 0:1-Rückstand und einen zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich in letzter Minute in einen 3:2-Sieg um. Hannak stand dabei im Zentrum des Geschehens, erzielte das 2:1 und das Balinger Siegtor. „Das war tatsächlich eine Premiere für mich“, sagt der Verteidiger. „Ich habe noch nie einen Doppelpack erzielt.“ Sein letzter Treffer habe über zwei Jahre zurückgelegen. „Insofern war es schon ein besonderes Spiel und ein gelungener Abschied.“
Platz 15 noch im Visier
Am letzten Spieltag können die Balinger mit einem Sieg über den FC-Astoria Walldorf noch Bayern Alzenau von Platz 15 verdrängen, im Falle einer Niederlage aber auch noch auf Rang 18, also den letzten Platz zurückfallen. Derzeit sind die TSG-Kicker Tabellenvorletzte (17.). „Wir wissen ja schon seit einer Weile, dass wir absteigen werden“, betont Hannak. „Dennoch haben wir uns als Team geschworen, die Saison nicht einfach auslaufen zu lassen, sondern weiterhin in jedem Spiel alles zu geben – und Alzenau noch diesen viertletzten Platz wegzunehmen. Das ist unser Ziel, dann können wir uns wirklich wenig vorwerfen.“
Dann nämlich liefe die Isik-Elf auf jener Position über die Ziellinie, die im regulären Fall zum Klassenerhalt gereicht hätte. Ursprünglich sollte die Südweststaffel drei Absteiger haben, weil aus der 3. Liga jedoch der SSV Ulm absteigt, müssen aus der Regionalliga vier Teams runter – eben Alzenau, Mainz, Balingen und Bahlingen.
