Vor der Tour de France
: Starke Generalprobe! Ulms Radstar Lipowitz triumphiert in Slowenien

Rund zwei Wochen vor dem Start der Tour de France, weiß Florian Lipowitz in Slowenien zu überzeugen. Der 25-jährige Ulmer gewinnt zwei Etappen und holt den Gesamtsieg.
Von
dpa
Ulm/Kransjka Gora
Jetzt in der App anhören
Red Bull - BORA - hansgrohe team's German rider Florian Lipowitz cycles to the finish line of the 14th stage of the 112th edition of the Tour de France cycling race, 182.6 km between Pau and Luchon-Superbagneres, in the Pyrenees mountains of southwestern France, on July 19, 2025. (Photo by Marco BERTORELLO / AFP)

Spätestens seit der letztjährigen Tour de France, zählt Florian Lipowitz aus Laichingen bei Ulm zur Radsport-Spitze.

AFP
  • Florian Lipowitz gewinnt in Slowenien zwei Etappen und holt den Gesamtsieg.
  • Schlussetappe über 169,4 km: Attacke am letzten Anstieg, Tagessieg im Alleingang.
  • Königsetappe nach Kranjska Gora gewann er bereits am Samstag – Formtest für die Tour.
  • In der Gesamtwertung liegt er vor Giulio Pellizzari, zudem holt er die Bergwertung.
  • Blick auf die Tour de France ab 4. Juli: Team mit Remco Evenepoel im Fokus, Pogacar fehlte in Slowenien.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Florian Lipowitz ballte die Faust und reckte den Finger in die Höhe. Der deutsche Radstar aus Laichingen auf der Schwäbischen Alb nahe Ulm hat mit zwei Etappensiegen und dem Gesamterfolg bei der Slowenien-Rundfahrt eine beeindruckende Generalprobe für die am 4. Juli beginnende Tour de France hingelegt. Nach einer scharfen Attacke am letzten Anstieg holte sich Lipowitz auf der fünften und letzten Etappe über 169,4 Kilometer von Litija nach Novo mesto den Tagessieg im Alleingang.

Bereits am Samstag hatte der 25-Jährige die Königsetappe nach Kranjska Gora gewonnen und erstmals seit dem 9. Juli 2024 wieder einen Profisieg geholt. „Das ist eine beeindruckende Woche der gesamten Mannschaft gewesen. Ich bin sehr stolz und freue mich über den zweiten Sieg hier“, sagte Lipowitz. Mit Blick auf die Tour ergänzte er: „Es sind noch zwei Wochen. Ich werde mich jetzt ein wenig erholen. Die Tour ist ein besonderes Rennen. Die Form ist gut.“

Schafft es Lipowitz wieder auf das Tour-Podium?

Der Red-Bull-Profi scheint für die Frankreich-Rundfahrt bestens gerüstet zu sein. Dort will er seinen Erfolg aus dem Vorjahr wiederholen, als er hinter Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard den dritten Rang belegt und als erster Deutscher seit 2006 das Podium in Paris erreicht hatte.

In der Heimat seines Rivalen Pogacar hatte Lipowitz leichtes Spiel, seine größten Konkurrenten waren nicht am Start. Die Entscheidung zum Gesamtsieg fiel am bis zu 20 Prozent steilen Anstieg nach Trska Gora, als Lipowitz der Konkurrenz davonfuhr. „Es war ein harter Tag, sehr heiß. Wir sind als Team super gefahren. In den letzten Anstieg sind wir hart reingefahren. Ich war oben als Erster und hatte die Lücke geöffnet. Ich bin dann weitergefahren, die Lücke wurde immer größer“, ergänzte Lipowitz.

Im Ziel hatte er 24 Sekunden Vorsprung auf Teamkollege Laurence Pithie aus Neuseeland. In der Gesamtwertung lag er am Ende 42 Sekunden vor dem Italiener Giulio Pellizzari. Dazu holte sich Lipowitz auch die Bergwertung.

Härtetest bestanden

Dem ganz großen Trubel geht der Laichinger, der nicht viel Aufheben um sich und seine großartigen Erfolge macht, aus dem Weg. Ähnlich dürfte es auch bei der diesjährigen Tour de France sein, wenngleich der Blick der Öffentlichkeit auf den 25-Jährigen natürlich ein ganz anderer ist. 2025 aber war dies sein Erfolgsrezept, als er aus dem Windschatten des hochdekorierten, aber in die Jahre gekommenen Primoz Roglic ausscherte und für das erste deutsche Tour-Podest nach 19 Jahren sorgte.

Auch diesmal werden andere im Fokus stehen. Allen voran Pogacar, der seine Heimat-Rundfahrt ausließ und die parallel stattfindende Tour de Suisse als Härtetest nutzte. Nach zahlreichen superdominanten Vorstellungen – nicht nur in diesem Frühjahr – scheint bei der Frankreich-Rundfahrt kein Weg an dem Slowenen vorbeizuführen.

Und zumindest an den Anfangstagen der Tour dürfte auch im Team Red Bull-Bora-hansgrohe die Aufmerksamkeit auf einem anderen liegen: Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel, hochbezahlter Neuzugang, ehrgeizig bis ans Herz, aber im Hochgebirge weniger stark als Lipowitz, schielt schon auf das Gelbe Trikot. Schließlich beginnt die Tour mit einem Mannschaftszeitfahren auf eher flachem Terrain.

Lipowitz' Tage kommen erst danach. Und dann wird er auch bei Abfahrten keine Vorsicht mehr walten lassen.

Der letzte Formtest vor dem Start der Tour de France

Florian Lipowitz hat die kleine Rundfahrt in Slowenien als Härtetest für den Start der am 4. Juli in Barcelona beginnenden Tour de France gewählt. Topstar Tadej Pogacar, der mit zwei Siegen zu den Rekordgewinnern der Slowenien-Rundfahrt gehört, fehlte bei seinem Heimrennen. Er bestreitet parallel die Tour de Suisse.