Turnen in Ulm
: Stelle vakant – Trainerin fürs Leistungszentrum am Kuhberg gesucht

Die Stelle für das Ulmer Turn-Leistungszentrum ist schon seit April ausgeschrieben. Eine geeignete Kandidatin zu finden fällt schwer. Beworben haben sich hauptsächlich Männer.
Von
Werner Gallbronner
Ulm
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Turnen, Gymixed: Am Wochenende steigt das Gymmixed, das vom Turngau Ulm, mitorganisiert wird. Gespräch mit dem Trainer am Leistungszentrum Zoltan Szabo

Cheftrainer Zoltan Szabo hofft auf baldige Verstärkung am Ulmer Turn-Leistungszentrum.

Lars Schwerdtfeger

Zoltan Szabo hat eine Wunschvorstellung, was seine neue Kollegin mitbringen soll: „Eine engagierte, junge, am liebsten deutsche Trainerin, die die deutsche Turnkultur kennt“, meint der ungarische Cheftrainer am Ulmer Turn-Leistungszentrum am Kuhberg. Die hauptamtliche Stelle mit Mindestanforderung B-Lizenz ist seit April zwar laut Vorschriften neutral mit „m/w/d“ ausgeschrieben, doch es sollte schon eine Frau sein, da mit Szabo und Remus Nicolai bereits zwei Männer im Trainerteam sind. Bewerbungen gab es schon, aber eben fast ausschließlich Männer.

Aufgabenbereich am Landesstützpunkt ist das Training und die eigenständige Betreuung der Mädchen im unteren Altersbereich von sieben bis zwölf Jahren, erklärt Szabo. Der Posten ist vakant, seit Daniela Nicolai das Leistungszentrum verlassen hat. Dennoch: Der Trainingsbetrieb kann auch in dieser Übergangsphase aufrechterhalten werden.

„Schwer, gute Leute zu finden“

„Der Trainermarkt ist generell schwierig, noch mehr im Bereich Turnen“, sagt Fabian Göggel, Geschäftsführer des SSV Ulm 1846. „Es ist schwer, gute Leute zu finden.“ Der Stützpunkt befindet sich in einem signifikanten Umbruch. Es ist eine Lücke entstanden, nachdem die ältere Generation an Turnerinnen, die in der Bundesliga so erfolgreich waren, zu einem großen Teil aufgehört hat. Bis junge Talente in der Trainings-intensiven Sportart dieses Niveau erreichen, dauert es Jahre.

Szabo ist im vergangenen Jahr aus Halle zurück nach Ulm gekommen, mit der Maßgabe, den Fokus wieder verstärkt auf die Ausbildung zu legen, Kaderathletinnen und -athleten zu formen. Ziel ist es, „eigene Leute aus dem Nachwuchs in das Ligateam einzubinden“, erklärt Göggel. Das Turnteam des SSV Ulm, momentan in der 2. Bundesliga, soll idealerweise positives Beiprodukt der Ausbildung sein.

Unterbau für Olympiastützpunkt

Die erst zwölfjährige Maha Feniuk vom SSV Ulm, gerade erst mehrfache deutsche Jugendmeisterin (Mehrkampf, Barren, Balken) geworden, ist ein Beispiel, wie das funktionieren soll. Auch wenn die junge Turnerin den Schritt an den Olympiastützpunkt Stuttgart aufgrund ihres großen Talents schon früher als üblich ging und künftig auch für Rekordmeister MTV Stuttgart in der Bundesliga startet.

Beim Turnteam des SSV Ulm steht der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga als Ziel. Am ersten Wettkampftag landeten die jungen Ulmerinnen auf dem 8. und letzten Platz, doch Szabo setzt darauf, dass sie durchaus Chancen haben. Schließlich können beim zweiten und dritten Wettkampf im Herbst einige Athletinnen, die jetzt wegen Abiturprüfungen nicht am Start waren, wieder eingreifen.

Das Leistungszentrum am Kuhberg

Das Ulmer Turn-Leistungszentrum am Kuhberg wird operativ vom SSV Ulm 1846 geleitet, konzeptionell getragen vom Turngau Ulm, ist Anlaufstelle für Talente aus der ganzen Region. Die beiden größten Geldgeber sind der Schwäbische Turnerbund und die Stadt Ulm im Rahmen ihrer Sportförderung.