Start in der BBL
: Boden, Playoff-Modus, Pokal: Das ändert sich in der kommenden Saison

Die Basketball Bundesliga geht am 27.09. mit der Partie Ratiopharm Ulm gegen Niners Chemnitz in die neue Saison. Was ist neu?
Von
Werner Gallbronner
Ulm
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Überraschungsmeister Ulm steigt am Mittwoch zuhause in der Ratiopharm-Arena mit dem Eröffnungsspiel gegen die Niners Chemnitz in die neue Bundesliga-Saison ein, inklusive großer Eröffnungszeremonie. ⇥

Volkmar könneke

Die Nationalmannschaft hat es mit ihrem spektakulären WM-Titel vorgemacht, wie das Feuer und die Leidenschaft für den Basketball in Deutschland geweckt werden können. Von diesem Mittwoch an müssen die Teams der Bundesliga beweisen, dass sie das Interesse der Zuschauer hochhalten können. „Ich habe es hochemotional miterlebt“, sagt BBL-Präsident Alexander Reil, zugleich Chef der MHP Riesen Ludwigsburg, bei der Pressekonferenz zum Auftakt. „Nicht nur wegen des Erfolgs.“

Die Nationalspieler hätten Tugenden gezeigt, die in Deutschland in den vergangenen Jahren ein Stück verloren gegangen seien. Ein Großteil von ihnen spielt in der NBA. Aber immerhin mit vier aktuellen Weltmeistern startet die Bundesliga in die Saison: Andreas Obst, Isaac Bonga und Niels Giffey (alle Bayern) sowie Alba Berlins Johannes Thiemann.

Mit dem Eröffnungsspiel des Überraschungsmeisters Ratiopharm Ulm gegen die Niners Chemnitz geht es an diesem Mittwoch los, inklusive großer Eröffnungszeremonie.

Ein weiteres Highlight im wahrsten Sinne des Wortes feiert beim FC Bayern München am Freitag eine Weltpremiere: Die Bayern haben nach der enttäuschenden Vorsaison nicht nur personell gewaltig aufgerüstet und gelten als Titelkandidat Nummer eins. Das Team des neuen Star-Trainers Pablo Laso (von Real Madrid gekommen) mit NBA-Champion Serge Ibaka spielt gegen den Mitteldeutschen BC im BMW-Park auf einem Hightech-LED-Glasboden. Ein Video-Sportboden, der völlig neue Möglichkeiten eröffnet.

Auch von anderen Neuerungen ist BBL-Geschäftsführer Stefan Holz überzeugt: Etwa von den Pre-Playoffs für die Siebt- bis Zehntplatzierten, nur die ersten Sechs sind fest im Viertelfinale. „Das gibt eine ganz andere Logik gegen Ende der Hauptrunde“, sagt Holz. Auch die Teams auf Platz 12 oder 13 könnten dann noch in Richtung Playoffs schielen, freut sich der Geschäftsführer auf „eine Zuspitzung, ein Highlight.“ Und die Änderung im BBL-Pokal, wieder ProA-Teams dazuzunehmen, hat schon in der ersten Runde am Wochenende für eine Überraschung gesorgt: Zweitligist Gießen warf die Merlins Crailsheim aus dem Wettbewerb.

Die Merlins, wie auch die Tigers Tübingen und Ratiopharm Ulm stehen in dieser Saison vor besonderen Herausforderungen. Mitte September erreichte die Crailsheimer die Nachricht, dass ihr Führungsspieler, der 30-jährige Center Bogdan Radosavljevic, seine Karriere beenden muss. Eine Arthrose in der Schulter zwingt ihn dazu. Ein Schock in den letzten Vorbereitungswochen. Aufsteiger Tübingen ist seinem „Plan teils deutlich voraus“, erklärt Jascha Maus. Der ehemalige Praktikant und Werkstudent und heutige General Manager hat bei den Tigers einen ähnlich spektakulären Weg genommen wie das Team mit zwei Aufstiegen in Folge. „Die Entwicklungsfähigkeit steht bei uns über allem“, meint Maus. „Für uns ist jedes Spiel ein besonderes Spiel.“ Mit „tiefer Rotation und hoher Leidenschaft“ will das Team des finnischen Trainers Daniel Jansson im Oberhaus bestehen.

Dabei kommt es bereits bei Tübingens Auftakt am Sonntag zum Aufeinandertreffen mit dem Deutschen Meister, dem Nachbarn Ratiopharm Ulm. Dessen Mannschaft befindet sich im Umbruch: „Letzten Endes mussten wir damit rechnen, dass die Leistungsträger begehrt sein werden“, sagt Sportdirektor Thorsten Leibenath. Am meisten überrascht hat ihn der Weggang von Josh Hawley. Dass „ein kleiner Klub in Frankreich mehr Möglichkeiten hat als wir“, spricht er ein Problem der BBL-Klubs an. „Doch das bedrückt uns nicht.“ Schließlich haben die Ulmer schon vergangene Saison die Tugenden gezeigt, die BBL-Präsident Reil beim deutschen Nationalteam so beeindruckt haben.

Instant Replay wird in dreifacher Hinsicht geändert

Das Instant Replay, die Sichtung von strittigen Szenen auf Video durch die Schiedsrichter, soll in dieser Saison nicht mehr so häufig zum Einsatz kommen. „Es soll eingesetzt werden, wenn es wirkt und wichtig ist“, sagt BBL-Geschäftsführer Stefan Holz.

Für die Entscheidung, ob sportliches oder unsportliches Foul, soll die Video-Überprüfung nur noch in den letzten zwei Spielminuten zum Tragen kommen.

Die Transparenz für Zuschauer soll gesteigert werden, indem das, was die Unparteiischen besprechen, zu hören ist. Eingeblendet wird, worum es geht.

Die Coaches-Challenge wird von bisher einer auf eins plus eins geändert. Hat der Trainer bei seiner Forderung, eine Situation zu überprüfen, richtig gelegen, hat er eine weitere.