Rudern
: Trauer um Olympiasieger Gerhard Auer

Das Mitglied des „Bullenvierers“, Gerhard Auer, ist im Alter von 76 Jahren in Rodalben/Pfalz verstorben. Auer kam in Ulm zum Rudersport.
Von
Gerhard Auer
Ulm
Jetzt in der App anhören

Olympiasieger unter sich: Gerhard Auer (Zweiter von rechts) kam 1997 zum 40. Geburtstag von Raimund Hörmann.

Hansjörg Käufer

Der Ulmer Ruderclub Donau (URCD) trauert um seinen Olympiasieger Gerhard Auer, der am Samstag im Alter von 76 Jahren in Rodalben verstorben ist. Auer kam 1966 als Student aus Waltenhofen im Allgäu nach Ulm. Bis dahin war er als Zehnkämpfer aktiv gewesen. Auf der Suche nach sportlicher Betätigung gelangte er durch seine Ulmer Vermieter in den Ruderclub. Schnell wurde unter dem damaligen Cheftrainer, Dr. Heinrich Steinle, sein Talent erkannt. Fortan konzentrierte er sich ganz auf den Rudersport.

Ruderquartett unter dem Namen „Bullenvierer“ bekannt

Ende 1968 wurden seine Fähigkeiten auch vom Deutschen Ruderverband erkannt. Unter dem Konstanzer Trainer Karl–Heinz Bantle wurde ein Vierer mit Gerhard Auer, Peter Berger, Johann Färber und Alois Bierl gegründet. Wegen der beachtlichen Körperbaus und der enormen Physis der Sportler nannte man das Quartett fortan den „Bullenvierer“. Von 1969 bis zum Olympiasieg am 2. September 1972 in München gewannen Auer und seine Kollegen jedes Rennen, darunter die europäischen Titel 1969 und 1971 sowie die WM 1970 in Kanada.

Erst vergangenes Wochenende blickte Johann Färber in der Süddeutschen Zeitung auf diese Zeit zurück: „Wir waren die einzige Mannschaft aus dem Westen die der DDR damals Paroli bieten konnten. Wir sind gegen elf verschiedene DDR–Vierer gestartet. Die Ruderer, die gegen uns verloren hatten, kamen nie wieder, die wurden in andere Boote versetzt.“

1979 zieht es Auer von Ulm in die Pfalz

1979 zog Auer von Ulm in die Pfalz. Dort leitete er eine Firma die sich auf die Produktion hochwertiger Massivholzmöbel und gesundes Wohnen spezialisierte. Obwohl er wegen seiner beruflichen Belastung kaum mehr in Ulm sein konnte, blieben seine unglaubliche Trainingsdisziplin und seine Leidenschaft für die nachfolgenden Rennruderer stets greifbar. In den letzten Monaten hatte Auer immer mehr mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Alois Bierl, der in Auers Nähe wohnte und ihn regelmäßig besuchte, weiß: „Er wurde immer schwächer.“ Am Samstag starb Auer in der Klinik in Rodalben/Plalz.

Das könnte dich auch interessieren: