Handball um Ulm
: Aufstieg, Abstieg oder Klassenerhalt – diese Entscheidungen sind am Wochenende gefallen

Der letzte Spieltag der Saison bot über verschiedene Ligen Spannung bis zur Schlusssirene. Ob Oberliga, Verbandsliga oder Landesliga: Zahlreiche Entscheidungen fielen erst am Sonntag.
Von
swp
Ulm
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TV Gerhausen - SG Hofen-Hüttlingen 38:36 Handball Verbandsliga Trainer Philipp Frey

Hat in seinem letzten Spiel für den TV Gerhausen den Klassenerhalt in der Verbandsliga gesichert: Trainer Philipp Frey.

Pressebüro Emmenlauer
  • Letzter Spieltag bringt Entscheidungen: Aufstiegschancen, Klassenerhalt und Abstieg in der Region.
  • TSG Söflingen rettet in Wolfschlugen mit 29:29 in letzter Sekunde die Oberliga-Klasse.
  • TV Gerhausen Männer sichern die Verbandsliga durch 37:28 gegen Hofen/Hüttlingen; Saulgau verliert.
  • TSV Blaustein steigt aus der Regionalliga ab und spielt kommende Saison in der Oberliga.
  • Vöhringer Frauen holen Auswärtssieg in Winzingen-Wißgoldingen-Donzdorf – Relegation zur Verbandsliga.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Was für ein spannendes Saisonfinale in den Handball-Ligen für die Vereine der Region. Für zahlreiche Teams fielen buchstäblich auf den letzten Drücker die Entscheidungen um Klassenerhalt oder sogar die Möglichkeit zum Aufstieg.

Die Handballer des TSV Blaustein haben sich mit viel Kampfgeist aus der Regionalliga verabschiedet. Ein Bruch in der ersten Halbzeit brachte das ersatzgeschwächte junge Team gegen die HSG Willstätt/Hanauerland schon mit 11:22 zur Pause in Rückstand, nachdem das Team von Trainer Felix Hirsmüller bis zur Mitte des ersten Durchgangs die Partie offen gestaltet hatte. Danach kämpfte sich die Mannschaft noch einmal auf vier Tore heran, ehe das 33:38 feststand. Für die Blausteiner geht es kommende Saison in der Oberliga weiter.

Oberliga Frauen

Trotz der durch mehrere Abgänge bedingten Auflösung des Teams zum Ende der Saison hat sich der TV Gerhausen mit einem Sieg aus der Liga verabschiedet. Die Mannschaft von Trainer Thomas Weberruß gewann beim TSV Köngen 25:23 trotz zwischenzeitlichem 6:11-Rückstand. Der Tabellenvorletzte bewies beim Drittletzten Moral und kämpfte sich noch vor der Pause wieder heran. Ein 4:0-Lauf Mitte der zweiten Halbzeit brachte die Wende zum 19:17.

Oberliga Männer

Die TSG Söflingen schafft mit einem 29:29-Unentschieden beim Vizemeister TSV Wolfschlugen buchstäblich in den Schlusssekunden der Saison den umjubelten Klassenerhalt. Damit hat die Mannschaft von Trainer Philipp Eberhardt mit einem wahren Kraftakt in den letzten beiden Saisonspielen und drei Zählern auswärts bei Top-Teams den zweiten Abstieg in Folge verhindert. Die HSG Langenau/Elchingen unterliegt zum Abschluss bei der SG BBM Bietigheim 2 mit 32:39. Die Luft war etwas raus, nachdem in der Vorwoche der Klassenerhalt geschafft worden war.

Verbandsliga Frauen

Die HSG Langenau/Elchingen und der SC Lehr standen schon vor der letzten Partie der Spielzeit als Absteigerinnen fest. Für die Langenauerinnen, vor der Saison erst aufgestiegen, setzte es bei der HSG Stuttgarter Kickers/TuS Metzingen 3 eine deutliche 25:38-Niederlage. Schlusslicht SC Lehr verlor gegen die TG Biberach mit 30:36.

Verbandsliga Männer

Die Männer des TV Gerhausen gewinnen in einem famosen Spiel mit 37:28 gegen die favorisierte SG Hofen/Hüttlingen. Da gleichzeitig Saulgau in Deizisau verliert, schafft der TVG damit den Klassenerhalt in der Verbandsliga.

Die Lage vor dem letzten Saisonspiel gestaltete sich schwierig. Durch Verletzungen und Krankheit war ein normaler Trainingsbetrieb nur bedingt durchführbar. Gleichzeitig schielte man immer mit einem Auge nach Deizisau, wo Saulgau verlieren sollte. Was dann geschah, glaubte wohl nicht einmal der kühnste Zuschauer. Mit einer der besten Saisonleistungen überhaupt brannte man ein wahres Feuerwerk ab und wies die viertplatzierten Gastgeber klar in die Schranken. Vor allem Niko Dietz hielt nahezu alles, was auf sein Tor kam, und brachte die Hofener so zur Verzweiflung. Am Ende stand ein auch in der Höhe verdienter 37:29-Sieg zu Buche. Gleichzeitig ging der Blick nach Deizisau. Lange Zeit lag Saulgau dort in Führung. Erst gegen Ende der Partie, als Gerhausen schon als Sieger feststand und gespannt auf den Liveticker schaute, wurde klar, dass Saulgau verlieren sollte und daher der Nichtabstieg sicher war.

Der Jubel kannte entsprechend keine Grenzen. Und trotzdem blieb man kritisch im Gerhauser Lager. Trotz eines guten Saisonstarts von 5:1 Punkten und teils guter Leistungen gegen die Topteams aus Laupheim oder Deizisau fehlte über die Saison hinweg die Konstanz. So hätte man den Nichtabstieg deutlich früher klarmachen können und müssen. Gleichzeitig musste man nach dem Spiel auch Abschied nehmen. Auf der einen Seite verlässt Trainer Philipp Frey nach einem Jahr den TVG wieder und schließt sich seinem Heimatverein, dem TSV Blaustein, an. Zum anderen muss man sich von Eigengewächs und Rückraumschütze Tom Steudtner verabschieden, welchen es studienbedingt in den Stuttgarter Raum zieht. Ein Verlust, der sportlich wie menschlich schwer wiegt. Beiden dankt der TVG für den Einsatz herzlichst und hofft, sie bald wieder in der heimischen Dieter-Baumann-Halle begrüßen zu dürfen.

Bereits Mitte Juni startet wieder die Vorbereitung für die Saison 2026/2027, dann mit dem neuen Trainer, Tobias Hartmann. Auch mit dabei dann Felix Bohnacker, der nach einer Saison in Blaustein zukünftig wieder für seinen Heimatverein auflaufen und dabei Seite an Seite mit seinem Bruder Tim Bohnacker auf Punktejagd gehen wird. Nach nun anderthalb Jahren ohne eigene Halle wird dies dann auch wieder in der heimischen Dieter-Baumann-Halle in Blaubeuren sein. Der große Dank des TVG geht an den TSV Blaustein, der äußerst hilfsbereit seine Halle mit dem TVG teilte und so für eine reibungslose Übergangszeit sorgte.

Landesliga Frauen

Die Vöhringer Frauen holen sich beim direkten Konkurrenten die Vizemeisterschaft: Mit einer herausragenden Mannschaftsleistung in der Abwehr und einer bärenstarken Topscorerin Alicia Staigmüller (17 Tore!) holten sich die Vöhringer Frauen den Sieg beim direkten Konkurrenten und Tabellenzweiten HSG Winzingen-Wißgoldingen-Donzdorf. Bereits zu Beginn der Partie wurde Beton angerührt; die Gastgeber konnten die stark haltende Vöhringer Torhüterin Katharina Hinterkircher in den ersten 15 Minuten gerade dreimal überwinden, da hatte der SCV bereits zum 3:9 vorgelegt. Einige Zeitstrafen sorgten dann doch für einzelne Lücken im Vöhringer Abwehrverbund, obwohl die Offensive weiterhin erfolgreich war, konnte die Heimmannschaft bis zur Pause auf 12:14 verkürzen.

Nach dem Seitenwechsel gelang der HSG Winzingen-Wißgoldingen-Donzdorf bereits in den ersten beiden Minuten der Ausgleichstreffer, aber die Vöhringer Spielerinnen legten wieder drei Tore zum 14:17 vor. Erneut gelang dem Gastgeber – teilweise in Unterzahl – der Gleichstand beim 17:17. Doch wer jetzt damit gerechnet hatte, dass das Spiel kippen würde, wurde eines Besseren belehrt. Die Abwehrformation des SCV hielt wieder richtig stark dagegen und in der Offensive gelangen mit schöner Regelmäßigkeit toll herausgespielte Treffer. Ein Erfolgsrezept war, dass von allen Vöhringer Spielerinnen viel Druck auf die gegnerische Abwehr ausgeübt wurde und sie häufig nur durch strafwurfwürdige Fouls gebremst werden konnten. Und von der Linie erwies sich Alicia Staigmüller wieder als eine Bank: Mit einer 100-prozentigen Quote (9 Treffer bei 9 Versuchen) und weiteren acht Feldtoren sorgte sie in der entscheidenden Phase dafür, dass die Vöhringerinnen wieder auf fünf Tore davonziehen konnten. Theresia Miller (4 Tore) war es vorbehalten, mit dem 21:26 gut zwei Minuten vor Spielende den Sack zuzumachen. Den Gastgeberinnen gelang zwar eine Ergebniskorrektur zum 24:27, aber mit diesem Auswärtssieg erkämpften sich die Vöhringer Frauen die Teilnahme an den Relegationsspielen zur Verbandsliga. Das Turnier findet am 14. Mai statt.

Landesliga Männer

Mit einer Niederlage hat sich der SC Vöhringen in die Sommerpause verabschiedet. Beim bereits feststehenden Meister TV Altenstadt unterlagen die Illertaler mit 24:29 (11:14) und beenden die Landesliga-Saison 2025/26 auf dem achten Tabellenplatz (21:23 Punkte). Immerhin: Mit dem Abstieg hatte der SCV in dieser Spielzeit nichts zu tun, auch wenn schwankende Leistungen eine bessere Platzierung verhinderten.

Zum Saisonabschluss entwickelte sich eine eher ruhige Partie, in der die Intensität überschaubar blieb. Lediglich vier Zeitstrafen unterstreichen, dass beide Teams größere Härte vermieden. Vöhringen startete gut und ging durch Appenrodt und Rapp mit 2:0 in Führung. Doch ab der fünften Minute übernahm Altenstadt zunehmend die Kontrolle und setzte sich über 9:6 auf 13:9 ab. Zwar gelang Lino Schmid zwischenzeitlich der 9:9-Ausgleich, doch eine Auszeit der Gastgeber stoppte den Lauf der Gäste. Zur Pause lag der SCV mit 11:14 zurück.

Nach dem Seitenwechsel hielt Vöhringen den Rückstand zunächst konstant, ehe eine torarme Phase die Partie prägte. Beim Stand von 22:20 keimte nochmals Hoffnung auf, doch Altenstadt ließ sich den Heimsieg nicht mehr nehmen und blieb vor eigenem Publikum die gesamte Saison ohne Punktverlust. Für Klingler, Guckler und Hoke war es zudem der letzte Einsatz im SCV-Trikot. Beste Torschützen: Appenrodt (4), Hoke (4), Schmid (4).