Basketball Ratiopharm Ulm: Thorsten Leibenath: Ulm oder München, Hauptsache Campus!

Thorsten Leibenath (l), neuer Geschäftsführer Sport der Basketballer des FC Bayern neben Präsident Herbert Hainer.
Christian Kunz/dpa- Thorsten Leibenath wird Geschäftsführer Sport bei den Bayern-Basketballern – Wechsel am 11. Mai.
- Nach 15 Jahren in Ulm kennt er den Campus-Ansatz und bringt Erfahrung in Talententwicklung mit.
- Bayern planen ein Performance-Center: Spatenstich im Herbst, Bauzeit zweieinhalb Jahre.
- Präsident Hainer und Geschäftsführer Sarmiento sehen darin einen zukünftigen Leuchtturm.
- Leibenath will in der Euroleague trotz geringerer Mittel überperformen; Gavel kommt ebenso.
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Wie sagte einst der ehemalige deutsche Fußball-Nationalspieler Andreas Möller: „Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien!“ Nach der Pressekonferenz zur offiziellen Vorstellung von Thorsten Leibenath als neuer Geschäftsführer Sport der Basketballer des FC Bayern München kann man diesen Klassiker umdichten: Ulm oder München, Hauptsache Campus!
Am 11. Mai verkündete der Verein seinen Wechsel zum Ligakrösus. Nach 15 Jahren als Trainer und Sportdirektor bei Ratiopharm Ulm wird sich Leibenath wohl nicht in allem umgewöhnen müssen. Den Anfang machten schon sportliche Personalien. Die Bayern lotsten umstritten den Bamberger Erfolgscoach Anton Gavel an die Isar. Mit ihm feierte der 51-Jährige grandios die erste Deutsche Meisterschaft der Ulmer im Jahr 2023.
Weiter ging es mit „Frühjahrs“-Transfer Tobias Jensen. Das Eigengewächs der Doppelstädter machte von seiner Vertragsoption Gebrauch und ging zum Euro-League-Team. All diese Vorgänge sollen unabhängig voneinander abgelaufen sein, bekräftigten die Bayern in ihrer Meldung. Bekannt dürfte Leibenath ein weiteres Vorhaben der Bayern vorkommen: das Performance-Center.
Die Münchner bauen einen Orange Campus
Im Herbst schon soll es den Spatenstich geben. „Das wird am Campus draußen entstehen und da werden dann alle Basketballaktivitäten da draußen zusammenziehen“, sagte Präsident Hainer. Als „ein großer Leuchtturm für diesen Verein in der Zukunft“ bezeichnete es der zweite Basketball-Geschäftsführer Adrian Sarmiento. Die Bauzeit wurde auf zweieinhalb Jahre beziffert. Dann dürfte Leibenath etwas vorfinden, dass er in Ulm schon jahrelang hatte – einen Ort, an dem die Basketball-Aktivitäten des Klubs gebündelt werden sollen.
Die Bayern planen also einen eigenen Orange Campus, wie es ihn in Ulm gibt. Eines der modernsten Leistungszentren Europas war lange die Wirkungsstätte des ehemaligen Sportdirektors. Der Campus steht für den Erfolg bei der Entwicklung junger Spieler bis hin zu NBA-Talenten. Statt in Ulm wird er diese Expertise dann am bayerischen Performance-Center einbringen.
Eine weitere Fähigkeit wird er aus Ulm nach München transportieren: „Das tut mir persönlich überhaupt nicht weh. Ich finde es eher spannend, mit dann etwas geringeren Mitteln auf Euroleague-Ebene hantieren zu dürfen“, sagte Leibenath. Er will „in der Euroleague overperformen“ und darüber hinaus statt gemessen am Budget Erfolge einfahren. Sätze, die man auch gut aus dem Ulmer Basketball kennt.
Hainer hält das Duo mit Gavel für eines der „ambitioniertesten und innovativsten“ in Europa – das jetzt aber auch liefern muss. In der vergangenen Saison verpassten die Bayern die Meisterschaft, den Pokal und die Euro-League-Playoffs.


