VfB Stuttgart
: Darum geht der Zoff zwischen Hoeneß und Wohlgemuth weiter

Nach dem Verkauf von Nick Woltemade hatte es beim VfB Stuttgart zwischen Sebastian Honeß und der Clubführung gekracht. Das Verhältnis bleibt weiter angespannt.
Von
Kai Winderl
Stuttgart
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Sebastian Hoeneß

Kritisierte das Vorgehen der Vereinsführung: Sebastian Hoeneß.

Swen Pförtner/dpa

Nach dem Weggang von Nick Woltemade zu Newcastle United herrscht beim VfB Stuttgart offenbar dicke Luft zwischen Trainer Sebastian Hoeneß und Sportvorstand Fabian Wohlgemuth. Trotz des mühsamen 1:0 (0:0) gegen Borussia Mönchengladbach bleibt Hoeneß verstimmt, weil seine Vorgesetzten nicht so gehandelt haben, wie es besprochen war.

Hoeneß kritisiert Clubführung für Woltemade-Verkauf

Laut einem Bericht des „kicker“ herrscht zwischen Hoeneß und Wohlgemuth dicke Luft. Ausschlaggebend ist der Transfer von Nick Woltemade nach England und der damit verbundene Qualitätsabfall des Kaders. „Fakt ist, dass das ein herber Verlust für uns ist“, sagte VfB-Coach Sebastian Hoeneß und verwies auf ein „Spannungsfeld“ mit der Clubführung. „Das ist auch normal, denn die Verantwortung für das Sportliche liegt am Trainer.“

„Wir haben uns im Sommer letzten Jahres ein paar Dinge vorgenommen, die wir umsetzen wollten. Und ich muss ganz deutlich sagen, dass es auch, bevor der Nick jetzt transferiert wurde, noch nicht ganz gelungen ist, diese Dinge umzusetzen“, kritisierte Hoeneß seine Bosse. Durch den Verkauf von Woltemade habe sich die Situation „jetzt nochmal ein bisschen verschärft“, so Hoeneß weiter, der sichtlich um Fassung bemüht und erkennbar aufgewühlt war. Der Kader stehe derzeit nicht so da, „wie man sich das vorgenommen hat“.

„Aufgeheizte“ Stimmung beim VfB Stuttgart

Der Vorstandsvorsitzende Alexander Wehrle und Sportvorstand Fabian Wohlgemuth ließen folglich nichts unversucht, den Nacht-und-Nebel-Verkauf von Woltemade für bis zu 90 Millionen Euro an Newcastle United zu rechtfertigen. Er verstehe die Kritik von Hoeneß, „so ein Transfer schließt natürlich auch ein, dass nicht alle Hurra schreien“, sagte Wohlgemuth. Und ja, „auch bei mir ist es so, dass da logischerweise zwei Herzen in meiner Brust schlagen“. Im Bericht des „kicker“ heißt es, dass dennoch die Stimmung aufgeheizt sei. Es werde derzeit um die „Deutungshoheit der sportlichen Ausrichtung gekämpft“, heißt es.

Transfer von Woltemade-Ersatz am Deadline Day geplatzt

Nach dem Abgang von Nick Woltemade suchte der VfB Stuttgart am Deadline Day Ersatz für den Sturm. Doch der Transfer von Hyeon-gyu Oh ist gescheitert. Laut Medienberichten sei der südkoreanische Stürmer vom belgischen Klub KRC Genk durch den Medizincheck gefallen. Der geplatzte Deal dürfte das angespannte Verhältnis zwischen Hoeneß und der Clubführung weiter belasten. Sollte der Woltemade-Weggang in der Hinrunde sportlich negative Auswirkungen offenbaren, kann der VfB im Winter noch einmal auf dem Transfermarkt reagieren.

Hamann kritisiert Hoeneß nach Woltemade-Aussagen

Zum Woltemade-Transfer und der damit verbundenen Kritik von Sebastian Hoeneß hat sich unter anderem Sky-Experte Dietmar Hamann geäußert. „Wenn du 85 oder 90 Millionen für so einen Spieler bekommst, dann gibt es nichts zu überlegen. Da verstehe ich ihn nicht, das muss der Trainer verstehen“, sagte Hamann. Der Ex-Profi legte nach: „Bei aller Liebe zu Sebastian Hoeneß, er macht einen tollen Job. Er hat ja etwas gewusst, es hieß ja immer, wenn die Bayern eine bestimmte Summe zahlen, dann geht er (Woltemade, Anm. d. Red.). Dann muss der Trainer auch sagen, dass der Verein auf die Finanzen gucken muss. Deswegen habe ich die Aussage von Sebastian Hoeneß nicht ganz verstanden, weil er für sowas auch Verständnis haben sollte.“

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