Tour de France
: Ganz Deutschland träumt dank IHM vom Gelben Trikot!

Nach seinem fulminanten Auftritt bei der Dauphiné kennt der Hype um Florian Lipowitz in der deutschen Radsport-Welt kaum Grenzen. Selbst der Sprung ins gelbe Trikot bei der kommenden Frankreich-Rundfahrt ist möglich.
Von
Henri Wolfarth
Berlin
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Florian Lipowitz

Florian Lipowitz von Red Bull-Bora-hansgrohe ist die größte deutsche Tour-Hoffnung seit Jahren.

Roth/dpa

Erstmals seit Jahren gibt es in Person von Florian Lipowitz wieder einen deutschen Rundfahrer, der bei der Tour de France, die am Samstag, den 5. Juli startet, mit Pogacar, Vingegaard und Co. mithalten kann. Auch wenn der 24-jährige Radsportprofi von Red Bull-Bora-hansgrohe von Gedankenspielen über eine Kapitänsrolle in seinem Team noch nichts wissen will, sind sich Radsport-Experten einig: Dieser junge Radsportler ist das wohl größte deutsche Rundfahrt-Talent seit Jan Ullrich.

Dauphiné-Auftritt offenbart Riesenpotenzial von Florian Lipowitz

Noch vor wenigen Wochen hatten selbst eingefleischte Radsportfans Florian Lipowitz als potenzielle Top-3-Platzierung für das Gesamtklassement bei der Tour de France noch nicht auf dem Zettel. Schon bald könnte jedoch ganz Radsport-Deutschland über ihn sprechen – den Mann, der sich mit einer furiosen Vorstellung bei der Critérium du Dauphiné nicht nur in den Tour-de-France-Kader von Red Bull-Bora-hansgrohe fuhr, sondern bis in die Rolle des Co-Kapitäns neben Primož Roglič aufstieg.

Der 24-Jährige, dessen Nominierung für die dreiwöchige Frankreich-Rundfahrt seines Teams vor wenigen Wochen noch nicht sicher war, überraschte mit seinem starkem Klettervermögen. Das Hinterrad des weltbesten Rundfahrers und Tour-Titelverteidigers Tadej Pogacar konnte er zwar nicht immer halten, er ließ allerdings nahezu alle anderen Tour-Aspiranten wie Remco Evenepoel und Carlos Rodriguez hinter sich. Selbst mit dem zweifachen Tour-Sieger Jonas Vingegaard bewegte er sich im Gebirge zumeist auf Augenhöhe.

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Lipowitz als Trumpfkarte von Red Bull: Sprung ins gelbe Trikot möglich?

Nun steht Lipowitz nicht nur im Tour-Aufgebot. Er könnte zur Trumpfkarte seines Teams avancieren. Insbesondere bei den schweren Bergetappen gilt er als Geheimtipp. Aus dem Schatten von Primoz Roglic heraus ist selbst ein Sprung in das Gelbe Trikot des Gesamtführenden möglich. „Bis jetzt ist zum Glück noch nicht allzu viel zu mir herüber gedrungen“, so der 24-Jährige gegenüber der dpa nach den rasant gestiegenen Erwartungen: „Im Endeffekt will ich mich eigentlich nur auf mich selbst konzentrieren.“

Aus dem Nichts, scheinbar ohne große Ankündigung, ist ein neuer deutscher Hoffnungsträger für das Gelbe Trikot aufgetaucht. Wenngleich er das Potenzial hätte für ein paar Tage die Führung im Gesamtklassement zu übernehmen, ist klar, dass er noch nicht das Level von Jonas Vingegaard und Tadej Pogacar hat und einen möglichen Vorsprung höchstwahrscheinlich nicht nach Paris retten können wird. Allerdings muss sich Lipowitz hinter keinem weiteren Fahrer verstecken und ist einer der Favoriten auf Rang 3 im Gesamtklassement. Über dieses Ziel hinaus ist bei einer dreiwöchigen Rundfahrt jedoch alles möglich.