Rote Karte für Hand vor Mund: So wird die neue Regel bei der WM 2026 umgesetzt

Mit der neuen Regel will die FIFA diskriminierende, rassistische oder beleidigende Äußerungen unterbinden.
RICHARD HEATHCOTE/afpBei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 müssen Spieler bei Auseinandersetzungen mit Gegenspielern besonders vorsichtig sein. Wer während einer Konfrontation bewusst den Mund verdeckt, riskiert künftig einen Platzverweis. Mit der neuen Regel will die FIFA diskriminierende, rassistische oder beleidigende Äußerungen auf dem Spielfeld konsequenter bekämpfen.
Wie die Regelung in der Praxis umgesetzt wird, erfahrt ihr hier.
Champions-League-Skandal als Auslöser
Das Verdecken des Mundes mit der Hand, dem Trikot oder einem anderen Gegenstand ist im Profifußball weit verbreitet. Spieler versuchen damit häufig zu verhindern, dass Kameras oder Lippenleser nachvollziehen können, was während hitziger Diskussionen gesagt wird. Nach Ansicht der FIFA erschwert dieses Verhalten die Aufklärung möglicher verbaler Vergehen.
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Auslöser für die Debatte war ein Vorfall in der Champions League. Im Spiel zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid zog Benfica-Profi Gianluca Prestianni während einer Auseinandersetzung mit Vinícius Júnior sein Trikot vor den Mund. Anschließend stand der Verdacht im Raum, dass diskriminierende Aussagen gefallen sein könnten. Obwohl nicht endgültig geklärt wurde, was der Argentinier sagte, wurde er Mitte April von der Uefa für sechs Spiele gesperrt.
Nach Zuhalten des Mundes: Almirón für ein Spiel gesperrt
Nach der Roten Karte für das Zuhalten seines Mundes ist Paraguays Miguel Almirón für ein Spiel gesperrt worden. Damit wird der 32-Jährige im letzten WM-Gruppenspiel gegen Australien fehlen. Der Fußball-Weltverband FIFA gab die Entscheidung seines Disziplinarausschusses am Dienstag bekannt. Almirón hatte sich im Spiel gegen die Türkei (1:0) in einer Auseinandersetzung mit Gegenspieler Mert Müldür die Hand vor den Mund gehalten.
Experten kritisieren neue Regelung
Die FIFA sieht die neue Regel als Teil ihres verschärften Vorgehens gegen Diskriminierung im Fußball. FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte sich nach dem Vorfall öffentlich für strengere Maßnahmen ausgesprochen. Ziel sei es, die Identifizierung und Ahndung von rassistischen, homophoben oder anderweitig diskriminierenden Beleidigungen zu erleichtern.
Kritiker weisen allerdings darauf hin, dass die Umsetzung in der Praxis schwierig werden könnte. Schiedsrichter müssten häufig innerhalb weniger Sekunden beurteilen, ob ein Spieler den Mund absichtlich verdeckt hat und ob die Situation tatsächlich eine Bestrafung rechtfertigt. Befürworter argumentieren dagegen, dass allein die Androhung einer Roten Karte abschreckend wirken und zu mehr Transparenz auf dem Platz führen könnte.