Rote Karte für Hand vor Mund
: So wird die neue Regel bei der WM 2026 umgesetzt

Die FIFA verschärft bei der WM 2026 die Regeln gegen diskriminierende Äußerungen auf dem Platz. Das müssen Fans über die neue Regel wissen.
Von
Kai Winderl
Berlin
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(FILES) (FILES) SL Benfica's Argentine forward #25 Gianluca Prestianni hides his mouth while arguing with Real Madrid's Brazilian forward #07 Vinicius Junior who complained about alleged racists insults during the UEFA Champions League knockout round play-off first leg football match between SL Benfica and Real Madrid CF at Estadio da Luz in Lisbon on February 17, 2026. UEFA banned Benfica winger Gianluca Prestianni for six matches on April 24, 2026 after a controversial incident in the Champions League clash against Real Madrid in February. The European football governing body said they had taken the decision to ban the Argentine "for discriminatory (i.e. homophobic) conduct", with three of those matches suspended for a two-year probationary period. (Photo by PATRICIA DE MELO MOREIRA / AFP)

Auslöser für die neue Regel bei der WM war die mutmaßlich rassistische Beleidigung von Gianluca Prestianni gegen Vinicius Jr.

PATRICIA DE MELO MOREIRA/AFP

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 müssen Spieler bei Auseinandersetzungen mit Gegenspielern besonders vorsichtig sein. Wer während einer Konfrontation bewusst den Mund verdeckt, riskiert künftig einen Platzverweis. Mit der neuen Regel will die FIFA diskriminierende, rassistische oder beleidigende Äußerungen auf dem Spielfeld konsequenter bekämpfen.

Wie die Regelung in der Praxis umgesetzt werden soll, erfahrt ihr hier.

Champions-League-Skandal als Auslöser

Das Verdecken des Mundes mit der Hand, dem Trikot oder einem anderen Gegenstand ist im Profifußball weit verbreitet. Spieler versuchen damit häufig zu verhindern, dass Kameras oder Lippenleser nachvollziehen können, was während hitziger Diskussionen gesagt wird. Nach Ansicht der FIFA erschwert dieses Verhalten die Aufklärung möglicher verbaler Vergehen.

Auslöser für die Debatte war ein Vorfall in der Champions League. Im Spiel zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid zog Benfica-Profi Gianluca Prestianni während einer Auseinandersetzung mit Vinícius Júnior sein Trikot vor den Mund. Anschließend stand der Verdacht im Raum, dass diskriminierende Aussagen gefallen sein könnten. Obwohl nicht endgültig geklärt wurde, was der Argentinier sagte, wurde er Mitte April von der Uefa für sechs Spiele gesperrt.

Experten kritisieren neue Regelung

Die FIFA sieht die neue Regel als Teil ihres verschärften Vorgehens gegen Diskriminierung im Fußball. FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte sich nach dem Vorfall öffentlich für strengere Maßnahmen ausgesprochen. Ziel sei es, die Identifizierung und Ahndung von rassistischen, homophoben oder anderweitig diskriminierenden Beleidigungen zu erleichtern.

Kritiker weisen allerdings darauf hin, dass die Umsetzung in der Praxis schwierig werden könnte. Schiedsrichter müssten häufig innerhalb weniger Sekunden beurteilen, ob ein Spieler den Mund absichtlich verdeckt hat und ob die Situation tatsächlich eine Bestrafung rechtfertigt. Befürworter argumentieren dagegen, dass allein die Androhung einer Roten Karte abschreckend wirken und zu mehr Transparenz auf dem Platz führen könnte.

Weitere News, Hintergründe und Informationen rund um die WM 2026 findet ihr auf unserer Themenseite zur FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026.