Nach positivem Dopingtest: Deutscher Skistar verpasst Olympische Winterspiele

Victoria Carl verpasst die Olympischen Winterspiele im kommenden Februar.
Hendrik Schmidt/dpaSkilanglauf-Olympiasiegerin Victoria Carl verpasst nach ihrem positiven Dopingtest die Winterspiele in Mailand und Cortina im kommenden Februar. Eine Teilnahme sei „nach aktuellem Verfahrensstand ausgeschlossen“, teilte der Deutsche Skiverband am Dienstag mit. Ein offizielles Urteil der Nationalen Anti-Doping-Agentur steht indes auch wenige Tage vor Beginn der Weltcupsaison weiter aus.
Carl positiv auf Clenbuterol getestet
Die 30 Jahre alte Thüringerin war nach der vergangenen Weltcupsaison, die sie auf Platz zwei der Gesamtwertung abgeschlossen hatte, bei einer Probe im Rahmen der Militär-WM positiv auf den Wirkstoff Clenbuterol getestet worden. Wie Carl und der Deutsche Skiverband anführten, sei der Wirkstoff in einem Hustensaft enthalten gewesen, welcher der Athletin von einem Bundeswehr-Arzt verabreicht worden war.
„Immer gehofft, dass sich alles zum Guten wendet“
Carls positiver Test wurde im Sommer bekannt. Die Langläuferin weist jegliches Mitwissen zurück. Der DSV wurde in dem Zusammenhang mit den Winter-Militärweltspielen im schweizerischen Andermatt zitiert: „Es war bereits eine sehr harte Zeit, in der ich immer gehofft habe, dass sich noch alles zum Guten wenden könnte.“
Victoria Carl hatte 2022 gemeinsam mit Katharina Hennig Olympia-Gold im Teamsprint gewonnen und galt als Hoffnungsträgerin im Team von Bundestrainer Peter Schlickenrieder. Der Bundestrainer selbst sagte zuletzt: „Vicky, da werden wir Olympiasieger und da gehst du dann als große Langläuferin von deiner Bühne.“ Die Thüringerin sei eine Sportlerin mit großer Leidenschaft und Motivation. Gesundheit vorausgesetzt, sei ein Comeback auf höchstem Niveau realistisch. Aktuell sei sie allerdings „weit weg von dem, was machbar wäre“.
Olympische Winterspiele starten im Februar
Die Olympischen Winterspiele Mailand Cortina 2026 finden vom 6. bis 22. Februar 2026 statt. Nach Cortina im Jahr 1956 und Turin im Jahr 2006 sind dies die dritten Winterspiele in Italien. Die Wettbewerbe finden in den Städten Mailand und Cortina d'Ampezzo sowie in den Regionen Lombardei (Bormio & Livigno), Venetien (Verona) und in den autonomen Provinzen Trient (Val di Fiemme) und Bozen (Antholz) statt. Die Winterspiele werden im San Siro Stadion in Mailand eröffnet und in der Arena in Verona beendet.
Insgesamt stehen 16 Sportarten auf dem Programm. Dazu gehören: Biathlon, Bob, Curling, Eishockey, Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Nordische Kombination (nur Männer), Rennrodeln, Shorttrack, Skeleton, Skibergsteigen (nur 2026 im Programm), Skilanglauf, Skispringen, Ski Alpin, Freestyle und Snowboard. Für die Olympischen Winterspiele Mailand Cortina 2026 werden hauptsächlich bestehende oder vorübergehend errichtete Sportstätten genutzt. Insgesamt wird es 13 Wettkampfstätten geben, von denen elf bereits heute bestehen oder nur vorübergehend gebaut werden. An 19 Wettkampftagen werden insgesamt 116 Medaillen vergeben.
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