Wimbledon
: „Keine Freude“ – Zverev gesteht mentale Probleme nach Erstrunden-Aus

Alexander Zverev spricht nach seinem Aus in Wimbledon offen über seinen mentalen Zustand. Er will Antworten finden – außerhalb des Tennisplatzes.
Von
Kai Winderl
London
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Tennis Wimbledon 2025: 01.07.2025, Großbritannien, London: Tennis: Grand Slam/ATP-Tour - Wimbledon, Einzel, Herren, 1. Runde, Rinderknech (Frankreich) - Zverev (Deutschland): Alexander Zverev reagiert. Foto: Kin Cheung/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Nach seinem frühen Aus bei Wimbledon sucht die deutsche Nummer 1 im Tennis Antworten.

Kin Cheung/AP/dpa
  • Alexander Zverev schied in Wimbledon in der 1. Runde gegen Arthur Rinderknech aus.
  • Er sprach offen über mentale Probleme und fühlt sich aktuell oft allein im Leben.
  • Zverev plant eine vierwöchige Pause, um privat und mental Antworten zu finden.
  • Sportlich war 2023 bisher durchwachsen; US Open bleibt seine letzte Major-Chance.
  • Eine Therapie schließt er nicht aus, um Freude außerhalb des Tennis zu finden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Dienstag ist Alexander Zverev bei Wimbledon in der ersten Runde ausgeschieden. Der deutsche Tennisprofi suchte anschließend nach den richtigen Worten und blickte immer wiede nach unten. Dann gab er einen tiefen Einblick in sein Seelenleben. „Ich fühle mich im Moment im Allgemeinen ziemlich allein im Leben“, sagte der niedergeschlagene Hamburger mit leiser Stimme: „Und das ist kein schönes Gefühl.“

Zverev: „Schwierig, außerhalb des Tennisplatzes Freude zu finden"

Tennis, versicherte Zverev am Dienstagabend wiederholt, sei gerade nicht das Problem. „Im Moment ist es schwierig, außerhalb des Tennisplatzes Freude zu finden“, sagte Zverev. Die Fünfsatz-Niederlage des Weltranglistendritten gegen den französischen Außenseiter Arthur Rinderknech rückte da im All England Club plötzlich in den Hintergrund.

Er versuche, „Wege zu finden, aus diesem Loch herauszukommen“, sagte Zverev. Auch eine Therapie schloss er in diesem Zusammenhang nicht aus. Er müsse verstehen, „welche Menschen mir Freude bringen, was mir Spaß macht, was mich motiviert“. Das sei im Alter von 28 Jahren seine „Aufgabe Nummer eins“. Wie er die kommenden Tage verbringt, wisse er noch nicht, sagte Zverev – und kündigte eine vierwöchige Tennispause an.

Zverev gegen Rinderknech über weite Strecken ideenlos

Die wird ihm auch sportlich gut tun. Gegen Rinderknech, die Nummer 72 der Welt, wirkte der Olympiasieger von Tokio auf dem Platz ideenlos, stand in kritischen Moment gewohnt weit hinter der Grundlinie und dominierte kaum einen Ballwechsel. Auch eine Nacht Unterbrechung beim Stand von 1:1-Sätzen half ihm nicht. Das überraschende Aus war hochverdient.

Bis zum Masters in Kanada, das Ende Juli beginnt, will er Antworten finden. Vor allem im privaten Bereich. Schon seit den Australian Open im Januar, als er im Endspiel glatt in drei Sätzen gegen den Italiener Jannik Sinner verlor, fühle er sich so, sagte Zverev.

Sportlich verläuft sein Jahr äußerst durchwachsen. Er jagt immer noch seinen ersehnten ersten Grand-Slam-Titel – auch wenn er davon am Dienstagabend nichts wissen wollte.

US Open letzte Chance auf Major-Titel

In diesem Jahr bleibt ihm mit den Ende August beginnenden US Open nur noch eine Chance auf einen Major-Titel. Die Hoffnung des 28-Jährigen auf den großen Coup schwindet zunehmend. In Wimbledon, wo er noch nie über das Achtelfinale hinausgekommen ist, wollte er 40 Jahre nach dem Premieren-Triumph von Boris Becker für eine Überraschung sorgen – stattdessen endete sein 38. Anlauf bei einem Major-Turnier in einer Enttäuschung.

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