Fußball-Sensation
: Drittligist Bielefeld schmeißt Bundesligist Bremen aus dem Pokal

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze - das zeigte sich am Dienstagabend einmal mehr. Beim Bundesligisten Werder Bremen flossen Tränen. Der Verein verlor beim Drittligisten Bielefeld.
Von
dpa
Bielefeld
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Arminia Bielefeld - Werder Bremen: 25.02.2025, Nordrhein-Westfalen, Bielefeld: Fußball: DFB-Pokal, Arminia Bielefeld - Werder Bremen, Viertelfinale, Schüco Arena. Bremens Anthony Jung reagiert nach dem Spiel. Foto: Friso Gentsch/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++

Bremens Anthony Jung reagiert nach der Pokal-Niederlage gegen Bielefeld.

Friso Gentsch/dpa
  • Drittligist Bielefeld besiegt Bundesligist Bremen 2:1 und erreicht das Halbfinale des DFB-Pokals.
  • Marius Wörl und ein Eigentor von Julián Malatini sichern Bielefelds Sieg.
  • Bremens Anthony Jung und Niklas Stark zeigen sich enttäuscht; Werder mit erneuter Niederlage.
  • Bielefeld erhält rund 3,35 Millionen Euro Prämie.
  • Halbfinal-Gegner wird am Sonntag ausgelost, Finale am 24. Mai in Berlin.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Völlig gelöst fielen sich die Bielefelder Pokalhelden in die Arme. Die peinlich geschlagenen Werder-Profis blickten fassungslos ins Leere. „Ihr könnt nach Hause fahren“, brüllten die Arminia-Fans dem Bundesligisten hinterher und ließen das obligatorische „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ folgen. Bei den Favoriten flossen am Ende bittere Tränen.

„Ein unbeschreibliches Gefühl“

Nach dem 2:1 (2:0) im Viertelfinale stehen die Drittliga-Kicker von Arminia Bielefeld im Halbfinale des DFB-Pokals. „Das ist ein unbeschreibliches Gefühl“, sagte Marius Wörl im ZDF. Der 20-Jährige hatten den Favoritenschreck vor 26.601 Zuschauern fulminant in Führung geschossen (35. Minute). „Das war Vollgas“, sagte Wörl.

Und so machte Arminia, die bereits die Erstligisten Union Berlin und den SC Freiburg ausgeschaltet hatten, weiter. Ein Eigentor von Julián Malatini (41.) brachte den zweiten Treffer. Werder kam durch Oliver Burke (56.) nur zum Anschluss.

Die Mannschaft von Trainer Ole Werner hat in diesem Jahr nur eins von neun Pflichtspielen gewonnen. Vier Tage nach dem 0:5 beim SC Freiburg war das peinliche Pokal-Aus der nächste Tiefschlag. „Manchmal ist Fußball nicht zu erklären. Manchmal läuft's und manchmal läuft es scheiße. Und bei uns läuft es zurzeit scheiße“, sagte Kapitän Niklas Stark drastisch.

Durch den Halbfinaleinzug dürfen sich die Bielefelder dagegen über eine zusätzliche Prämie von rund 3,35 Millionen Euro freuen. Gegen wen sie am 1. oder 2. April um die Endspiel-Teilnahme spielen, erfahren sie am Sonntag. Dann werden die Halbfinals im Rahmen der ARD-Sportschau ausgelost (18.45 Uhr). Das Finale steigt am 24. Mai im Berliner Olympiastadion.

Arminia direkt hellwach

„Der Gegner wird uns alles abverlangen“, hatte Werder-Coach Werner vor der Partie im ZDF gesagt. Und er sollte von der ersten Minute an Recht bekommen. Die Arminia präsentierte sich giftig in den Zweikämpfen und taktisch hervorragend eingestellt. Bei längerem Bremer Ballbesitz machten die Bielefelder die Räume rund um den eigenen Strafraum geschickt eng. Bei Ballverlusten in der Werder-Hälfte gingen sie aber auch immer wieder ins Gegenpressing und unterbanden so schnelle Konter.

Der Favorit aus dem Norden hatte optisch in der Anfangsphase zwar etwas mehr vom Spiel. Echte Torchancen erspielten sich die Bremer, bei denen Angreifer Marvin Ducksch schon nach einer halben Stunde verletzt raus musste, aber nicht.

Malatini patzt gleich zweimal

Dafür wurde die Arminia offensiver. Verteidiger Joel Felix platzierte einen Kopfball nach einer kurz ausgeführten Ecke nicht genau genug. Kurz darauf machte es Wörl besser. Der 20-Jährige nahm Malatini den Ball am Bremer Strafraum ab und knallte das Spielgerät aus halblinker Position in die lange Ecke. Die Alm tobte.

Und die Arminia machte weiter. Bremens Torwart Michael Zetterer verhinderte bei einem Freistoß von Stefano Russo mit einer Glanztat noch das 2:0, war kurz darauf aber machtlos. Malatini beförderte eine Flanke von der rechten Seite mit dem Schienbein ins eigene Tor.

Burke bringt Bremen heran

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Bremen den Druck. Zunächst scheiterte Justin Njinmah noch frei an Arminia-Keeper Jonas Kersken, dann sorgte der eingewechselte Burke mit seinem Anschlusstreffer nach einem Bielefelder Fehler im Spielaufbau für Hoffnung bei den mitgereisten Werder-Fans.

Die Partie war nun völlig offen. Bremen drängte auf den Ausgleich. Die Bielefelder schalteten immer wieder schnell um und vergaben teils große Konterchancen. In der zweiten Minute der Nachspielzeit mussten sie noch einmal tief durchatmen, als der ehemalige Armine Amos Pieper nur die Latte traf. Am Ende war es ihnen egal: Die Arminia brachte den knappen Vorsprung über die Zeit und steht zum vierten Mal in der Clubhistorie im Halbfinale.