Fußball
: „Albern“: Ex-DFB-Chef erwartet Gegenkandidat für Infantino

Der einstige DFB-Präsident Reinhard Grindel kann sich nicht vorstellen, dass Gianni Infantino noch einmal als FIFA-Präsident antritt. Die Sitzung in Rabat kritisiert er scharf.
Von
dpa/red
Berlin
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Fordert einen Neuanfang in der FIFA: der frühere DFB-Präsident Reinhard Grindel. (Archivbild)

Peter Steffen/dpa
  • Reinhard Grindel hält Gianni Infantinos erneute Kandidatur als FIFA-Präsident für unwahrscheinlich.
  • Die Wahl ist am 18. März 2027 in Rabat – Bewerbungen sind bis 18. November möglich.
  • Er fordert einen neuen Generalsekretär und kritisiert Mattias Grafström scharf.
  • Die Rabat-Sitzung nennt er „albern“ und ohne sportpolitische Bedeutung.
  • Das FIFA-Council soll die gescheiterten Investorenpläne vollständig aufarbeiten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der frühere DFB-Präsident Reinhard Grindel geht davon aus, dass FIFA-Chef Gianni Infantino nach den gescheiterten Investorenplänen nicht für eine weitere Amtszeit kandidiert. Die nächste Wahl findet am 18. März 2027 in Marokkos Hauptstadt Rabat statt, bis zum 18. November können Kandidaten ihre Bewerbungen einreichen.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gianni Infantino ohne Gegenkandidaten bleibt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass er überhaupt bei der nächsten Wahl antritt“, sagte Grindel (64) in einem Interview des Portals „t-online“.

Scharfe Kritik am Generalsekretär

Er sprach sich zugleich für einen neuen Generalsekretär aus. Bisher übt der Schwede Mattias Grafström dieses Amt aus. Der Schwede hatte Infantino gegenüber zuletzt abtrünnig gewirkt, bei einer Sitzung in Rabat nun aber seinen Rückhalt zugesichert. „Bei Herrn Grafström erwarte ich nicht, dass er irgendetwas tut, was den ethischen Regeln des Fußballs entspricht“, sagte Grindel.

Zur Sitzung an sich meinte er: „Das ist alles albern. Es war wieder ein typischer Schachzug von Infantino. Er bauscht eine Mitarbeitersitzung zur Krisensitzung auf, die völlig ohne sportpolitische Bedeutung ist.“

FIFA-Council soll gescheiterte Pläne aufarbeiten

Das entscheidende Gremium sei jetzt das Council des Weltverbandes, dem Grindel einst selbst angehörte. Dort müsse alles rund um die inzwischen wieder fallengelassene Gründung einer Tochtergesellschaft und mögliche wirtschaftliche Verabredungen aufgearbeitet werden. „Außerdem muss deutlich werden, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Infantino und den großen Kontinentalverbänden derart gelitten hat, dass man sich nicht vorstellen kann, wie eine Zusammenarbeit in Zukunft aussehen soll“, sagte Grindel.

Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete war bis April 2019 knapp drei Jahre lang Präsident des Deutschen Fußball-Bundesliga. Er trat zurück, nachdem unter anderem bekanntgeworden war, dass er eine 6.000 Euro teure Uhr vom damaligen ukrainischen Verbandschef erhalten hatte.